Alleine Auswandern: Wie man den Schritt ins Traumland alleine antritt

Der große Schritt, im Ausland neu Fuß zu fassen, kann verschiedenste Formen annehmen. Zum einen werden Auswanderungen gemeinsam geplant, beispielsweise mit der Familie, dem Partner oder Freunden, und zum anderen entscheiden sich Menschen häufig auch ganz alleine in ein neues Leben aufzubrechen. Die Sehnsucht nach einem Neuanfang im Land der Träume ist bei vielen zunehmend größer als die Sicherheit und Gewohnheit im Alltag zu Hause. Heutzutage ist es nicht ungewöhnlich, allein die Koffer zu packen und sich in das Abenteuer Auswanderung zu stürzen. Jeder, der diesen Schritt plant, sollte folgende Anregungen vor und bei der Auswanderung in Betracht ziehen.

Pro und Contra

Diese Entscheidung hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Wandert man in Begleitung aus, so hat man ein Gefühl von Sicherheit und Vertrautheit aus der Heimat, jemanden, mit dem man seine Gedanken, Eindrücke und Gefühle teilen kann, und jemanden, der einem hilft, das Ziel vor Augen zu behalten und einem den Rücken stärkt sowie bei schwierigeren Situationen zur Seite steht. Reist man allerdings alleine, so braucht man auf niemanden Rücksicht zu nehmen und kann spontan das machen, wonach einem gerade ist. Außerdem knüpft man in der Regel schneller Kontakte, sobald man im Zielland angekommen ist und beginnt sich im Traumland einzuleben. Auch die Sprachkenntnisse verbessern oder perfektionieren sich schneller, wenn man im Ausland auf sich alleine gestellt ist. Ohne den ständigen Sprachwechsel, dem man ja ausgesetzt ist, wenn man mit einem Partner oder sogar der ganzen Familie auswandert, fällt es einem leichter, sich ganz auf die Sprache zu konzentrieren und so kann man auch seinen Akzent loswerden.

Vor der Auswanderung

Sobald der Entschluss gefasst wurde, die geplante Auswanderung allein in Angriff zu nehmen, gibt es eine Reihe von Dingen, die vor der Abreise geplant und beachtet werden sollten. Wenn das Reiseziel ins Auge gefasst wurde, sollte man sich erkundigen, ob für die Einreise ein Visum vonnöten ist und wie dieses bei Bedarf erteilt wird. Auch eine geeignete Auslandskrankenversicherung sollte abgeschlossen werden, sofern sich der potenzielle Arbeitgeber nicht darum kümmert. Idealerweise hat man sich bereits im Vorfeld um eine Arbeitsstelle bemüht und die damit verbunden Angelegenheiten wie Arbeitserlaubnis und Ansprechpartner vor Ort sind bereits geklärt.

Auch eine Unterkunft kann über Immobilienagenturen, Kontakte vor Ort oder soziale Medien bereits im Vorfeld arrangiert werden. Je nachdem, ob es sich um einen männlichen oder um einen weiblichen Auswanderer handelt, sollte bestmöglich dafür gesorgt werden, dass die Unterkunft sicher ist. Allein auswandernde Frauen möchten beispielsweise meist nicht im Erdgeschoss untergebracht werden und bevorzugen Unterkünfte in nicht zu abgelegenen Gebieten mit guter Infrastruktur. Natürlich sollte es sauber und ordentlich sein, damit man sich auch im zweiten Zuhause wohlfühlt. Zuvor sollte auch in Erfahrung gebracht werden, welche Kultur das Zielland hat und welche Verhaltensregeln dort üblich sind, um Fettnäpfchen zu vermeiden.

Nach abgeschlossener Planung kann es losgehen

Sobald die Planung erfolgreich abgeschlossen ist, kann das Ticket erworben werden und der Auswanderung steht nichts mehr im Weg. Ist die Auswanderung bereits mit einer Arbeitsstelle verknüpft, so kann man darum bitten, sich vom Flughafen abholen zu lassen, um dann direkt zur Unterkunft oder zur Arbeitsstelle gefahren zu werden. Ansonsten sollte man sich überlegen, ob man vor der Abreise einen Transfer arrangiert oder spontan eines der Taxis am Flughafen nutzt.

Neue Kontakte knüpfen

Es ist immer von Vorteil, bereits zuvor Kontakte im Traumland geknüpft zu haben, die dann die Einwanderung und die ersten Tage in der Fremde erleichtern. Kontakte kann man vorab zum Beispiel mit Hilfe von Auswanderer-Foren, aber auch mit LinkedIn und Xing knüpfen. Aber auch ohne vorherige Kontaktpersonen ist es möglich schnell Anschluss zu finden, wenn man bereit ist, ein wenig zu netzwerken. Dies setzt voraus, dass die Person generell ein offenes Gemüt hat und sich nicht davor scheut, aktiv auf fremde Menschen zuzugehen, selbst wenn Sprachbarrieren vorhanden sind. Ein Lächeln ist schließlich international bekannt und bedarf keiner großen Worte. Doch auch dabei sollten wieder die im Land bekannten und gelebten Verhaltensregeln in Betracht gezogen werden, damit Gesten von Alleinreisenden nicht falsch gedeutet werden.

Durch einen neuen Job lernt man schnell viele neue Menschen kennen. Mit den Leuten und Kollegen, mit denen man sich gut versteht, entstehen meist sehr schnell soziale Kontakte und Freundschaften, mit denen auch Freizeitaktivitäten geplant werden. Während dies zunächst toll für einen neuen Start ist, ist es aber auch vielfach so, dass die Gespräche in der Freizeit oft auf die Arbeit zurückfallen, und dies kann auf Dauer sehr eintönig werden. Daher empfiehlt es sich, auch anderweitige Kontakte zu knüpfen, beispielsweise durch im Land angebotene Aktivitäten, Sportkurse, Charity-Organisationen und soziale Netzwerke.

Mit Kontaktpersonen wie Familie, Freunden oder Bekannten sollte regelmäßiger Kontakt eingeplant werden, damit diese stets informiert sind, dass es einem gut geht und sie sich somit keine Sorgen machen müssen. Auch für den Fall eines Unfalls sollte dafür gesorgt werden, dass nahestehende Personen umgehend informiert werden. Auch wenn man alleine oftmals schneller Kontakte im Ausland knüpfen kann, sollte man den Kontakt zu seiner Kultur und Heimat wahren und aufrechterhalten.

Wenn all diese Punkte bei der Auswanderung allein beachtet werden, so steht einem gelungenen Start im Traumland nichts mehr im Wege. Und wer weiß, eine Auswanderung kann allein beginnen und eventuell zu zweit fortgeführt werden.