Arbeiten im Ausland: Jobs, Tipps & Alle Infos

Auslandserfahrung bildet persönlich wie auch beruflich weiter, erhöht die interkulturellen Kompetenzen und perfektioniert die Sprachkenntnisse. Internationale Unternehmen entsenden ihre besten Mitarbeiter ins Ausland, damit diese Erfahrungen in der Ferne sammeln und damit die ausländischen Mitarbeiter ebenso dazu lernen.

Ein Auslandssemester ist heutzutage fast Standard auf einem deutschen Lebenslauf, berufliche Erfahrung im Ausland haben hingegen nur die wenigsten Deutschen vorzuweisen. Wer im Ausland arbeiten möchte und Informationen zu dem Thema bei Google sucht, der kommt schnell auf Webseiten, die einem entweder ein unbezahltes Praktikum im Ausland vermitteln oder eine Work & Travel Reise organisieren möchten. Doch die Möglichkeiten und Optionen für Jobs im Ausland sind so vielfältig, wie der Arbeitsmarkt selbst und bevor man sich für ein unbezahltes Praktikum im Ausland entscheidet, sollte man alle Optionen vorher gründlich recherchieren.

Möglichkeiten im Ausland zu arbeiten

Im Ausland zu leben und zu arbeiten kann sich zunächst sehr abenteuerlich anhören. Die Globalisierung macht es möglich, dass es immer mehr Optionen und Möglichkeiten gibt, in einem anderen Land Arbeitserfahrungen zu sammeln. Viele Möglichkeiten sind zeitlich begrenzt und zielen nur darauf ab, dass du nach ein paar Monaten wieder zurück in dein altes Leben findest, andere Optionen sind eher langfristig. Nichtsdestotrotz sollten alle Möglichkeiten genauer unter die Lupe genommen werden, bevor man viel Zeit und Geld in ein Vorhaben steckt, dass man Ende vielleicht doch nicht das richtige für einen ist.

Praktikum im Ausland

Ein Auslandspraktikum ist die ideale Möglichkeit nach dem Abitur, während oder nach dem Studium Arbeitserfahrung im Ausland zu sammeln. Wer geschickt sucht, findet einige Stellenangebote für Praktika im Ausland. Da diese Ausschreibungen allerdings schwer zu finden sind, sollte man ebenso sich über Initiativbewerbungen bei Firmen bewerben. Auslandspraktika in Hotels sind besonders begehrt, da man in der Regel Kost und Logi gestellt bekommt.

Interessante Auslandspraktika Möglichkeiten:

  • Tech-Internship in Irland: Dublin ist ein echter IT-Hub. Super Möglichkeiten hier ein Auslandspraktikum zu finden.
  • Hotelpraktikum weltweit: Im Hotel zu arbeiten, ist nicht nur etwas für Hotelfachleute. Das gute an einem Praktikum im Hotel ist außerdem, dass oft Kost und Logis gestellt werden.
  • European Union: Unbezahlte Auslandspraktika mit denen man allerdings seinem CV einen wahnsinns Boost geben kann.
  • United Nations: Genau wie die EU, bietet auch die UN zahlreiche Auslandspraktika an. Leider nicht bezahlt, dafür kann man hier tolle Kontakte knüpfen.
  • Disney: Disney bietet sein berühmtes Cultural Representative Program für

Farmarbeit und Freiwilligenarbeit

Wer nur ein paar Monate Zeit hat, allerdings trotzdem seine Sprachkenntnisse verbessern oder einfach nur Gutes tun möchte, kann auf einer Farm, bei einer Organisation oder bei einer Familie arbeiten. Bei all diesen Optionen wird in der Regel für die Unterkunft und Verpflegung gesorgt. Wer sich an eine Organisation wendet, um den Freiwilligendienst zu organisieren, muss natürlich mit einer Bearbeitungsgebühr rechnen. Man kann die Organisation aber auch selbst in die Hand nehmen. Die Webseite WWOOF vermittelt Farmarbeitsplätze an freiwillige Helfer und hat Kontakte zu Baunernhöfen auf der ganzen Welt, die bereits Erfahrung mit anderen Helfern gemacht haben. Wer nach einer passenden Freiwilligenarbeit sucht, kann sich über die folgenden Portale informieren beziehungsweise nach geeigneten Stellenanzeigen suchen: helpx, weltwärts, europäischer Solidaritätskompas oder workaway.

Au-Pair

Wer als Au-Pair in einer Familie leben und sich um den Haushalt und die Kinder kümmern möchte, um im Gegenzug seine Sprachkenntnisse zu verbessern, kann sich über folgende Portale informieren: FindAuPair oder Aupair.com. Aufgrund der amerikanischen Visumsbestimmungen kann man einen Au-Pair Aufenthalt in den USA nur mit einer Agentur organisieren.

Work & Travel

Wer vor allem im Ausland reisen möchte und Spaß an Serviceberufen hat, kann natürlich auch seine Reise mit kleineren Jobs vor Ort finanzieren. Work & Travel wird vor allem mit abenteuerlustigen Abiturienten in Verbindung gebracht, die nach dem Schulabschluss für ein Jahr rumreisen. Das Work & Travel Visum kann allerdings auch genutzt werden, um ein wenig Berufserfahrung im Ausland zu sammeln. Die meisten Visa für ein Work & Travel haben eine Altersgrenze von bis zu entweder 30 Jahren (Australien) oder 35 Jahren (Kanada) bei der Bewerbung für das Visum. Wer plant längerfristig in ein Land auszuwandern, welches ein Work & Travel Abkommen abgeschlossen hat, kann dieses Visum als Sprungbrett verwenden, um in dem Land Fuß zu fassen.

Beliebte Work & Travel Destinationen:

  • Australien
  • Neuseeland
  • Japan
  • Kanada
  • Chile
  • Südkorea
  • Israel
  • Argentinien

Expat – Entsendung durch das Unternehmen

Viele größere aber auch mittelständige Unternehmen bieten es an, in einer ausländischen Tochtergesellschaft oder Filiale für einige Zeit zu arbeiten. Auslandseinsätze können an ein Projekt gebunden sein oder einen generellen Zeitrahmen von ungefähr zwei bis vier Jahren haben.

Eigenständige Jobsuche im Ausland

Wer sich alleine auf Jobsuche im Ausland begeben möchte, der muss zunächst die Visumsfrage klären. Innernhalb der EU ist dies kein Problem. Wer allerdings weiter weg möchte, sollte sich über Work & Travel oder andere Visa Möglichkeiten informieren. Direkt vor Ort sucht es sich am einfachsten nach Jobs. Allerdings sollte man nicht ohne eine vorherige Recherche losziehen. Tipps, wie man am besten nach Firmen im Ausland sucht findest du hier.

Sabbatical

Durch das Buch und den Film zu Eat Pray Love haben Sabbaticals den Ruf bekommen, dass diese nur von Menschen gemacht werden, die total ausgebrannt sind und sich einen Neuanfang wünschen. Ein Sabbatical bedeutet allerdings nichts anderes als eine Auszeit. Einige Arbeitgeber garantieren bei einem Sabbatical, dass man nach einer vereinbarten Zeit (üblich sind 12 Monate) wieder in den alten Beruf zurück kann. Wenn der Arbeitgeber einem keine Sabbatical-Auszeit gibt, muss man abschätzen, ob man das Risiko eingehen möchte, seinen Job zu kündigen und dann nach der Auszeit sich einen neuen zu suchen.

Berufliche Neuorientierung

Man kann natürlich schnell einen Onlinekurs absolvieren und somit neue Qualifikationen erlangen. Wer aber ein wenig Abstand vom Alltag wünscht und sich entweder weiterbilden oder beruflich ganz neuorientieren möchte, kann im In- oder Ausland einen Kurs oder ein Training beginnen. Mehr Informationen, wie du innerhalb von sechs Monaten deinen Beruf wechseln kannst, findest du hier.

Selbstständig im Ausland

Wer selbstständig arbeitet, kann selbst bestimmen, wann und wie lange man Urlaub machen möchte. Viele Expat-Partner, die keine Arbeitserlaubnis oder Schwierigkeiten haben einen Job im neuen Land zu finden, bauen sich selbst etwas eigenes auf.

Ortsunabhängig arbeiten

Wer reisen und selbstbestimmt leben möchte, sollte das Konzept ortsunabhängig Arbeiten mal genauer recherchieren. Hierbei steht natürlich die Selbstständigkeit im Vordergrund, das besondere ist aber, dass Jobs gewählt werden, die man problemlos vom Laptop aus und somit von überall aus machen kann. Dies gibt einem die Freiheit in verschiedene Länder zu reisen und dort für einige Zeit zu leben, während man sich den Lebensunterhalt mit dem Laptop-Job finanziert.

Beliebte Digitale Nomaden Hubs:

  • Bali in Indonesien
  • Chiang Mai in Thailand
  • Medellin in Kolumbien
  • Ho Chi Minh City in Vietnam
  • Buenos Aires in Argentinien

Kündigen und Auswandern: Jobwechsel zwischen zwei Ländern

Eine Kündigung muss gut geplant sein, vor allem, wenn man im neuen Land noch keinen festen Job hat. Eine Kündigung ist eine höchst unangenehme Aufgabe und in den meisten Fällen keine erfreuliche Nachricht für den Chef. Wer will schon dem Boss in die Augen sehen und sagen, dass man geht und er sich jemand Neues suchen muss. Manch einer verspürt vielleicht sogar den Drang, dem ungeliebten Chef endlich die Meinung zu sagen. Doch diese Befriedigung würde nur von kurzer Dauer sein und Ihnen womöglich noch schaden. Auch wenn man in der Vergangenheit das ein oder andere Problem mit seinem Chef hatte, sollte man keine Brücken abbrennen – auch nicht oder vor allem, wenn man plant auszuwandern. Du solltest im Guten gehen, denn der letzte Arbeitgeber kann noch als Referenz für zukünftige Jobs genutzt werden.

Bevor man die Kündigung schreibt, sollte man noch einiges organisieren, bevor es ins Ausland geht.

Finanzielle Inventur

Auch wenn man voll entfacht den Entschluss gefasst hat auszuwandern, sollte man den richtigen Zeitpunkt abwarten. Selbst mit einem guten Jobangebot im Ausland oder der Überzeugung, schnell einen guten Job angeboten zu bekommen, sollte man auf Nummer sicher gehen. Eine Reserve für die ersten Monate gibt einem Rückendeckung, falls der Traum vom Auswandern zu platzen droht. Mache deshalb eine finanzielle Inventur. Stelle dir die Frage, ob du bist zum Auswanderungsdatum genügend Geld zusammen sparen können, um genügen Startkapital zur Verfügung zu haben.

Organisations-Zeitplan

Eine gut geplante Auswanderung kann bis zu einem Jahr lang Planung benötigen. Mache eine Liste mit allen notwendigen Erledigungen und setze dir ein festes Datum für die Auswanderung. Der Zeitplan sollte jedoch nicht allzu straff gesetzt sein, da du eventuell Zeit für ungeplante Hindernisse einrechnen musst. Auch wenn deine Kündigungsfrist drei Monate ist, solltest du den Großteil deiner zu erledigenden Aufgaben hinter sich haben.

LinkedIn Empfehlungen und Referenzen einholen

Auch wenn Xing im deutschsprachigen Raum beliebter ist als LinkedIn, ist LinkedIn dein Türöffner für Jobs im Ausland. Achten deshalb nicht nur auf ein aktuelles und gut ausgefülltes LinkedIn Profil, sondern versuche so viele Referenzen und Empfehlungen wie möglich zu erhalten. Gerade im englischsprachigen Ausland ist LinkedIn eine wichtige Referenz zu bisherigen Arbeitgebern. Frage nach Referenzen oder besser – gebe welche. Die meisten werden sich über das gute Feedback freuen und sich ebenfalls mit einer guten Referenz oder Empfehlung auf LinkedIn bei dir bedanken. Wenn du bereits den Job verlassen hast oder sogar bereits ausgewandert bist, dann kann es deutlich schwieriger werden eine gute Referenz auf LinkedIn zu bekommen. Aus den Augen, aus dem Sinn – welcher Chef möchte schon Zeit damit vergeuden, ehemalige Angestellte zu bewerten?

Die Kündigung

Wenn der Entschluss gefasst ist und alle Vorkehrungen getroffen wurden, sollte man einen Termin beim Vorgesetzten machen. Kündige niemals schriftlich, bevor du nicht zuvor mit deinem Vorgesetzten geredet haben. Schriftlich ohne Erklärung zu kündigen führt nur zu bösen Gerüchten und man wird glauben, dass du mit deinem Job unzufrieden seien. Plane das Gespräch nicht in letzter Minute, da immer etwas dazwischen kommen kann und du eventuell so die Kündigungsfrist verpassen.

Wenn du auswandern möchtest, liegt der Grund für die Kündigung auf der Hand. Du solltest dennoch betonen, dass du nicht aus Unzufriedenheit kündigst, sondern um deinen langgehegten Traum nachzugehen. Bedanke dich für die gute Zusammenarbeit und bespreche die nächsten Schritte. Reiche deine Kündigung in Briefform ein und nicht per E-Mail. Dies kannst du entweder per Post (als Einschreiben mit Rückschein) machen oder du reichst die schriftliche Kündigung direkt vor Ort ein. Lasse dir den Eingang bestätigen.

Bleibe am Ball und arbeite wie gewohnt bis zum letzten Tag weiter

Auch wenn du gekündigt hast und deiner Auswanderung entgegenfieberst, solltest du deinen Job ernst nehmen. Kollegen und Vorgesetzte merken schnell, wenn man nicht mehr bei der Sache ist und dies kann sich negativ auf dein Arbeitszeugnis auswirken. Denke in deinen letzte Wochen nicht an negative Ereignisse, sondern sei dir bewusst, dass dein Job deinen Auswanderungstraum finanziert.

Abschied und in Verbindung bleiben

Niemand feiert gerne Abschied, aber du solltest den letzten Tag dennoch nutzen, um in guter Erinnerung zu bleiben. Der Abschied kann entweder auf der Arbeit stattfinden oder danach. Gehe mit deinem Team in einem Restaurant zusammen Mittagessen oder bringe Kuchen mit. Ein Treffen nach der Arbeit mit deinen alten Kollegen kann persönlicher sein. Bevor du deinen Laptop zuklappst, solltest du eine kurze Abschieds-E-Mail formulieren und sich bei allen für die Zusammenarbeit bedanken. Zudem ist es eine gute Idee, sein LinkedIn und Xing Profil in der Email zu verlinken, um in Kontakt mit deinen Kollegen zu bleiben.

Verzweifelte Jobsuche im Ausland

Die Idealvorstellung vieler Auswanderer ist es, den eigenen Traumberuf im Traumland ausüben zu können und auch weiterhin Sprosse für Sprosse die Karriereleiter zu erklimmen. Doch in der Realität sieht es meist nicht ganz so idyllisch aus. Je nach Berufsbranche und Abschluss kann es im Ausland schwierig sein, eine vergleichbare Anstellung, wie in der Heimat zu finden. International gute Jobchancen haben Fachkräfte auch in Führungsebene in den Bereichen Tourismus, Hotellerie und Gastronomie sowie aus pädagogischen und medizinischen Berufsgruppen, wie auch IT-Fachleute und Ingenieure. In anderen Berufssparten kann es im Ausland mit der Jobsuche schon schwieriger werden. Dann muss sich der Bewerber entscheiden, ob sich ein langer Atem bei der Suche nach der geeigneten Anstellung lohnt, oder ob man sich nach erfolgloser Suche auch mit einem Job zufrieden gibt, für den man eigentlich überqualifiziert und vielleicht auch ungeeignet ist.

Eine nicht unerhebliche Anzahl an Auswanderern hat mit dieser Problematik zu kämpfen und wenn man einige von ihnen fragt, aus welcher Berufsgruppe sie eigentlich ursprünglich kommen, ist man oftmals über ihre aktuelle ausgeübte Tätigkeit im Ausland überrascht. Je nach finanzieller Lage kann man also schnell vor der kniffligen Entscheidung stehen einen Job anzunehmen, der weder den Vorstellungen, noch den eigenen Qualifikationen entspricht. Bevor diese wichtige Entscheidung gefällt wird, sollte man jedoch einige Punkte im Hinblick auf seine eigene berufliche Zukunft beachten.

Die berufliche Zukunft im Auge behalten

Wer sich in einem finanziellen Engpass befindet und schnell auf ein geregeltes Einkommen angewiesen ist, kann schnell in die Versuchung kommen im Ausland irgendeinen verfügbaren Job anzunehmen, um sich vorerst über Wasser zu halten. Dabei haben die Jobsuchenden meist nur die finanzielle Situation im Blick und denken nicht an die langfristigen Auswirkungen, die diese Entscheidung auf den weiteren beruflichen Lebensweg haben wird. Andere Jobsuchende möchten längere leere Lücken im Lebenslauf vermeiden, die ebenfalls nicht förderlich für die weitere Jobsuche sind. Denn während die Annahme eines temporären Jobs vielleicht kurzfristig eine Tür öffnet, könnten sich dadurch langfristig andere Türen schließen. Warum?

Die lückenfüllende Stelle, die eventuell nur als Notlösung gedacht war, wird ihren Stempel im Lebenslauf hinterlassen und bei weiteren Bewerbungen den ein oder anderen Arbeitgeber stutzig machen.

Jobannahmen, die dem ursprünglichen Werdegang abweichen können für Zweifel an der Zielstrebigkeit und Ernsthaftigkeit des Bewerbers bei Personalleitern sorgen. Sollte es daher die finanzielle Situation zulassen, sollte vor der Annahme irgendeines Jobs gründlich abgewogen werden, ob sich dies auch mit zukünftig geplanten Anstellungen vereinbaren lässt.

Beträgt die Jobsuche nach einer geeigneten Stelle länger als gewohnt, sollte unbedingt der Grund diesbezüglich abgeklärt werden: Liegt es an den Bewerbungsunterlagen? Zweifeln die ausländischen Personaler an deinem Studienabschlüssen oder beruflichen Qualifikationen? Bewerbe dich einfach zur falschen Zeit?

Wenn die Suche nach einem passenden Job im Ausland weiterhin vergeblich ist, empfiehlt es sich ebenfalls darüber nachzudenken das Land wieder zu verlassen. Wenn es einem langfristig keine entsprechende berufliche Perspektive bieten kann, könnte man eine Rückkehr in die Heimat oder die Wahl eines anderen Landes für die berufliche Verwirklichung in Betracht ziehen. Denn nicht immer ist es ein Auslandsaufenthalt um jeden Preis wert, seine berufliche Zukunft aufs Spiel zu setzen.

Andere Länder, andere Chancen

Nur weil es vielleicht im Heimatland oder im ausgewählten Zielland nicht mit einem passenden Job geklappt hat, heißt das nicht, dass es auch in anderen Ländern ähnlich verlaufen muss. Doch bevor man voller Eifer die Koffer packt und sich direkt in neue Abenteuer stürzt, sollte man gründlich die eigenen beruflichen Chancen im ausgewählten Land für den Neustart prüfen. Bewerbungen auf online ausgeschriebene Stellen können bereits einen guten Einblick der Reaktion der Arbeitgeber und die Chancen im lokalen Arbeitsmarkt bieten. Idealerweise schließt man bereits vorab einen Vorvertrag ab, damit man vor der Abreise auf der sicheren Seite ist. Dank der Möglichkeit von Online Videokonferenzen sind Bewerbungsgespräche vor dem Bildschirm heute keine Seltenheit mehr. Auf diese Weise bleibt man sich und seinem eingeschlagenen beruflichen Weg treu, auch wenn das gewählte Land vielleicht nur die Alternative darstellt.

Umgang mit einem schlechten Job

Falls doch Gründe dazu geführt haben, dass ein für das eigene Profil unpassender Job im Hinblick auf die Position und die Hierarchieebene angenommen wurde, kommen einige Faktoren zusammen, die man auf Dauer nicht unterschätzen sollte. Zum einen ist es das eigene Selbstwertgefühl, dass an einem nagt. Sehr wahrscheinlich wird man sich mit tendenziell weniger Motivation in die Aufgabe stürzen und täglich daran erinnert werden, dass diese Anstellung eigentlich gar nicht den eigenen Qualifikationen und Vorstellungen entspricht. Darunter kann dann trotz Überqualifizierung die Arbeitsleistung leiden, was auch dem Arbeitgeber nicht verborgen bleiben dürfte. Zudem ist die Frustration nicht zu unterschätzen, die sich dann auch vermehrt im Privatleben ausbreitet.

Wer also bewusst die Entscheidung für die Annahme eines solchen Jobs getätigt hat, sollte die Zähne zusammenbeißen und sein Bestes geben. Diese Situation bedeutet keinesfalls, dass man nun in dieser Tretmühle gefangen ist. Parallel kann weiterhin kontinuierlich nach einer beruflichen Verbesserung gesucht werden, um schnell wieder eine passende Stelle, die dem eigenen Bewerberprofil entspricht, zu finden. Wie auch in vielen anderen Bereichen des Lebens sind gute Kontakte dabei unerlässlich und besonders im Ausland ist Networking sehr wichtig, wenn es um die Jobsuche geht. Sind nützliche Kontakte im eigenen Freundes- oder Bekanntenkreis verfügbar, sollte man sich nicht davor scheuen diese auch zu nutzen. Schließlich geht es hier um die eigene Zukunft.

Ausnahmen und Sprungbrett-Optionen

Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. Für den Fall, dass dein gelernter Beruf vielleicht so speziell ist, dass dir kein anderer Ausweg bleibt als sich einen fachfremden oder nur teilweise ähnlichen Job zu suchen, dann solltest du gezielt nach Quereinsteiger-Positionen suchen. Wer weiß, dass der Job als Sprungbrett genutzt werden kann, der sollte die Aufstiegschancen in dem Unternehmen genausten unter die Lupe nehmen.

Warum man seine Karriere im Ausland nicht zurückschrauben sollte

Vitamin B kann Gold wert sein, wenn es um die Jobsuche geht. Dies gilt auch für das Ausland, denn auch anderswo werden die meisten Stellen intern oder durch Bekanntschaften vergeben. Wenn man also neu im Land ist bedeutet dies, dass man auf sich alleine gestellt ist. Ausländische Arbeitgeber wissen oftmals nicht wie sie ein fremdes Zeugnis oder Qualifikationen einstufen sollen und sind sich nicht sicher, ob es dem einheimischen Standard entspricht. Viele Ausbildungsberufe in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind zum Beispiel in vielen anderen (vor allem englischsprachigen) Ländern nur mit einem Universitätsstudium zu absolvieren. Zudem übersetzen viele das deutsche Diplom fehlerhaft mit dem Wort Diploma. Das Wort „Diploma“ bedeutet zwar Abschlusszeugnis, allerdings wird ein Diploma für jegliche Art an Kursen vergeben und hat nichts mit einem Universitätsabschluss (Degree) zu tun.

Dies kann für Verwirrung auf Seiten der Arbeitgeber führen, da man kein großes Risiko eingehen möchte und vermutlich glaubt, dich dann noch von A-Z anlernen zu müssen. All diese Hürden kann man allerdings überwinden, wenn man weiß wie man sich richtig im Ausland positioniert. Leider geben einige viel zu schnell auf und entscheiden sich erstmal unten anzufangen – ganz nach dem Motto: neues Land, neuer Anfang. Dass man sich nicht nur karrieretechnisch, sondern vor allem sich selbst damit schadet, da eine schlechtere Position und weniger Gehalt dem Selbstbewusstsein einen Knacks geben können, wird den meisten leider erst viel zu spät bewusst.

Der Job in einem neuen Land sollte kein Schritt zurück sein – es sei denn du kannst ihn als Sprungbrett benutzen

Einen schlechteren Job anzutreten, obwohl du eigentlich viel mehr Erfahrung hast, kann die einfachere Lösung sein. Schnell an einen Job zu kommen birgt die Gefahr, dass du dadurch in eine Schleife gerätst aus der du womöglich nicht allzu schnell wieder herauskommst. Wenn du dich also kleingeredet hast und nun schon ein paar Monate oder sogar Jahre in einer schlechteren Position gearbeitet haben und sich endlich auf bessere Stellen bewerben, kann sich dies negativ auf dich auswirken. Der Arbeitgeber wird vermuten, dass etwas mit dir nicht stimmt.

Schaue dich nach Jobs um, die deinen vorherigen beziehungsweise jetzigen Job entsprechen. Falls du also bereits Senior Consultant bist und denkst, dass du dich in einer Consultant Position für den Anfang trotzdem wohlfühlen würdest, dann solltest du dies nur tun, wenn die Aufstiegschancen in dieser Firma besser sind. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die Firma besser angesehen ist. Länger als 12 Monate solltest du allerdings nicht in einer schlechteren Position arbeiten, denn sonst hinkst du deinen bisherigen Errungenschaften und somit deiner eigenen Karriere hinterher. In den ersten Monaten muss man sich beweisen können und nach der Probezeit (meistens nach sechs Monaten) sollte man selbst einschätzen können, wie die Aufstiegschancen stehen. Diese kann man dann bereits im Feedback-Gespräch vor dem Ende der Probezeit besprechen.

Mit Job sucht es sich leichter als ohne

Sollte sich herausstellen, dass du so schnell nicht befördert wirst, dann hat deine Anstellung dennoch etwas Gutes. Denn mit einem aktuellen Job im Ausland sucht es sich viel einfacher als ohne Job. Nutze diesen Job also als Sprungbrett, um eine bessere Stelle zu finden. Dies trifft natürlich auch auf deinen jetzigen Job im Heimatland zu; allerdings ist es viel schwieriger, seinem aktuellen Job nachzugehen, während man im Ausland nach einem neuen Job sucht. Manchmal muss man deshalb seinen Job kündigen und den Sprung ins Ausland wagen.

Manchmal muss man kündigen, um die Karriereleiter aufzusteigen

Besonders bei großen Firmen ist es ein gut gehütetes Geheimnis, dass man schneller befördert wird, wenn man alle zwei Jahre die Firma wechselt beziehungsweise kündigt. Hierbei ist es sehr wichtig, dass man keine Brücken abbrennt. Viele Fachkräfte gehen für ein bis zwei Jahre zur Konkurrenz und werden dann getreu nach dem Motto „Man weiß etwas erst zu schätzen, wenn man es verloren hat“ von der vorherigen Firma wieder angeschrieben. Wenn du dich wieder von sich aus bei einer ehemaligen Firma bewirbst, hast du ebenfalls bessere Karten, da man dich ja bereits kennt. Außerdem hast du dich ja in der Zwischenzeit weiterentwickelt und auch etwas über die Konkurrenz gelernt. Natürlich solltest du dies nur tun, wenn du das Gefühl hast, dass du in deiner jetzigen Firma nicht weiterkommst.

Bewerben im Ausland: Mit System zum Job im Ausland

Die einen haben das Glück und werden als Expats von ihrer Firma ins Ausland geschickt und dies beinhaltet meistens sogar die Fahrt- und Umzugskosten sowie einen Bonus zum Einrichten im neuen Land. Andere hingegen träumen seit Jahren von einer Auswanderung, allerdings hackt es oftmals an der Umsetzung, dem notwendigen Startkapital oder dem langersehnten Jobangebot im Traumland. Wer es ernst mit seiner Auswanderung meint und schon verzweifelt von der Jobsuche im Ausland ist, der braucht einen Punkt-für-Punkt Plan, um ein entsprechendes Jobangebot und somit seine Zukunft zu sichern.

Vor Abflug bewerben – was sollte man bedenken

Generell ist es viel einfacher sich auf einen Job im Ausland zu bewerben, wenn man sich bereits im Wunschland befindet. Jedoch kann man schon vor dem Umzug mit den Bewerbungen anfangen. Früher als drei Monate sollte man dies allerdings nicht tun, da die meisten ausländischen Unternehmen nicht so lange im Voraus planen. In der Bewerbung sollte deutlich darauf hingewiesen werden ab wann du verfügbar bist, zudem kannst du dem Unternehmen entgegenkommen und ein Skype-Vorstellungsgespräch vorschlagen.

Stellenanzeigen in spezialisierten Jobbörsen eignen sich hierfür am besten: Fachkräfte werden immer gesucht. Sollte auch eine bestimmte Sprache für einen Job gefordert werden, kannst du dir bessere Chancen für den Job einräumen, wenn du bereits eine Auswanderung in das entsprechende Land planen. Wer eine Orientierungsreise in Auswanderungsziel planen, solltest du diese ebenso mit möglichen Vorstellungsgesprächen verbinden.

Vor der Kündigung des aktuellen Jobs: Referenzen einholen

Auch wenn du deinem Chef nicht sagen möchtest, dass du vorhast auszuwandern oder dich bereits nach einem neuen Job umschaust, kannst du dein LinkedIn Profil dazu verwenden Referenzen einzuholen. Zum einen kannst du deine Kollegen bitten deine Kenntnisse auf LinkedIn zu bestätigen und zum anderen kannst du nach direkten Referenzen fragen. Referenzen sind im Ausland besonders wichtig, da man deinen Ausbildungsstandard nicht kennt und gerne sichergehen möchte, ob du auch die richtige Person für den Job bist.

Ein Jobwechsel zwischen zwei Länder kann ganz schön stressig sein. Mit einem Bein steht man noch im alten Leben und Job und mit dem anderen schon im Traumland – ohne Job – und dies kann viele überfordern. Auf der einen Seite braucht man das Einkommen, um seine Auswanderung zu finanzieren, auf der anderen Seite braucht man mehr Zeit, um sich ausgiebig um diese und die Bewerbung im Ausland zu kümmern. Eine gut geplante Auswanderung minimiert die Risiken und Probleme im Zielland.

Vor Ort hat man die besseren Chancen

Im Zielland selbst ist die Jobsuche um einiges leichter. Die direkte Kommunikation mit den Unternehmen fällt leichter und man kann besser netzwerken. Eine ausländische Adresse auf den Bewerbungsunterlagen kann in einigen Fällen dazu führen, dass du sofort aussortiert wirst, da man befürchten kann, dass man deinen Umzug finanzieren und sich um deine Visumsangelegenheiten kümmern muss, falls man dich einstellt. Sobald du also eine feste Adresse in deiner neuen Heimat hast, solltest du auch diese Adresse auf deinem Bewerbungsunterlagen verwenden.

Richtig positionieren

Das Bewerben im Ausland läuft in den meisten Fällen genauso ab wie in Deutschland, jedoch muss man wissen, wie man sich richtig positioniert. Bewerbungen werden meistens von Computerprogrammen ausgefiltert. Der nächste Schritt ist das sogenannte „Scanning“. Ein Personaler überfliegt die Bewerbung auf die Anforderungen und die damit verbundenen Buzz-Wörter und Firmennamen. Findet der Personaler in den ersten 10-15 Sekunden beim Überfliegen nicht nach dem was gesucht ist, geht er meistens zur nächsten Bewerbung über. Daher ist es äußerst wichtig zu wissen, wie man sich richtig positioniert. Falsche Übersetzungen oder zu allgemein gehaltenen Bewerbungsunterlagen können hier fatal sein.

Veraltete Berufsbezeichnungen wie „Mitarbeiter“ oder „Sachbearbeiterin“ sagen im Grunde nichts aus und können alles oder nichts bedeuten. Ein Personaler, der nach einem Projekt Assistenten sucht, wird niemanden einstellen, der seinen letzte Position mit „Employee“ betitelt, auch wenn man langjährige Erfahrung im Projekt Management hat.

Bei der Erstellung deiner englischen Bewerbung musst du klar machen, dass der Personaler dich und deine Umstände nicht kennt. Dies ist natürlich selbstverständlich, aber viele Bewerber haben diesen Aspekt nicht im Hintergrund, wenn du dich bewirbstn . So kommt es vor, dass Bewerber zum Beispiel unzählige Abkürzungen verwenden, die nur im alten Unternehmen verwendet wurden, aber für die Außenwelt absolut unbrauchbar sind.

Ein Netzwerk aufbauen

Wer neu in einem Land ist kennt entweder niemanden oder nur eine handvoll von Leuten, dabei ist ein weitreichendes Netzwerk meistens der Schlüssel zu einem Jobangebot. Wer sich nur auf Stellenanzeigen beschränkt hat keine guten Chancen schnell einen Job zu finden. Besonders wenn man in den allgemeinen Jobbörsen sucht, die jeder kennt und dadurch nur schnell in der Masse untergehen. Hinzukommt, dass ca. 70-80% der Stellen nicht inseriert werden, sondern durch bestehende Kontakte von Mitarbeitern oder durch eingehende Initiativbewerbungen vermittelt werden. Wenn du dich also nur auf Stellenanzeigen beschränken, entgehen dir viele Jobs, die sich im sogenannten „Hidden Job Market“ befinden.

Im Ausland Networking zu betreiben, verlangt manchmal ganz schön viel Mut. Sei aber offen und kommuniziere, dass du gerade neu im Land angekommen bist und jetzt auf Jobsuche bist. Dies sollte natürlich nicht bedeuten, dass du Leute anbetteln solltest, denn dies wirkt nur verzweifelt. Freundliche Menschen bieten meistens von sich aus ihre Hilfe an oder kommen zu einem späteren Zeitpunkt auf dich zurück. Wer sich eine bestimmte Firma ausgesucht hat bei der er arbeiten möchte, kann die Initiative ergreifen und versuchen Mitarbeiter kennenzulernen. Mitarbeiter einer bestimmten Firma kann man einfach über LinkedIn kontaktieren und auf einen Kaffee einladen.

Alle Möglichkeiten ausschöpfen

Wer nur auf die richtige Stellenanzeige wartet, ist selbst schuld. Warte nicht, sondern schöpfe alle Möglichkeiten der Jobsuche aus. Recherchiere, ob es eine Messe zu deiner Branche im Zielland gibt und knüpfe dort direkt Kontakt mit Firmenvertretern. Initiativbewerbungen können zudem auch eine gute Idee sein, wenn ein Unternehmen momentan keine offenen Stellen hat. Klappt es auch nach monatelanger Suche nicht mit den Bewerbungen und der Jobsuche, dann kann es sich lohnen einen Career Coach zu engagieren, der deine individuelle Situation betrachtet und bei deiner Bewerbungen zur Seite steht.

Marlene Schimanski ist die Gründerin und Chefredakteurin von Auslandskarriere. Sie lebte bereits in fünf verschiedenen Ländern (Portugal, Island, Österreich, Irland und Australien) und ist 2013 nach Australien ausgewandert. Sie hat bei PwC und KPMG im Global Mobility gearbeitet, bevor sie sich als Englisch-Übersetzerin und Karrierecoach selbstständig machte. Sie hat einen Masterabschluss in International Business Administration.