Auslandskrankenversicherung für Expats: Worauf Sie unbedingt achten sollten

Gastbeitrag:

Wer privat oder beruflich für längere Zeit in ein außereuropäisches Land geht, muss zwingend eine private Auslandskrankenversicherung abschließen. Für viele Länder (zum Beispiel Australien) ist eine Gesundheitsabsicherung Voraussetzung für die Einreise. Aber auch für Aufenthalte in Europa ist eine weltweit gültige Auslandskrankenversicherung sinnvoll, denn die Gesetzliche Krankenversicherung erstattet nicht alle im Ausland entstandenen Kosten und wird auch nicht überall akzeptiert.

Reisekrankenversicherung nur für den Urlaub sinnvoll

Wer beruflich ins Ausland geht, sollte auf keinen Fall eine private Reisekrankenversicherung abschließen, denn diese ist für den Urlaub gedacht und auch nur auf wenige Wochen im Jahr begrenzt. Sie ist zudem in der Regel nur für Notfälle gedacht, so dass beispielsweise Vorsorgeuntersuchungen, Zahnersatz oder Schwangerschaft und Entbindung oftmals nicht abgesichert sind.

Um Kosten zu sparen, wählen viele Expats gerne einen lokalen Versicherer im Aufenthaltsland. Dies kann jedoch zwei entscheidende Nachteile mit sich bringen. Insbesondere Anbieter nach dem angelsächsischen Modell limitieren ihre Versicherungssumme für Schäden („gedeckelte“ Versicherungen). Indem sie beispielsweise Leistungen auf ein Maximum von 100.000 Euro begrenzen, halten sie die Beiträge niedrig. Übersteigt ein Versicherungsschaden allerdings diese Summe (zum Beispiel Operation infolge eines Herzinfarkts in den USA mit 150.000 Euro), muss der Versicherte die Differenz selbst bezahlen. Der zweite Nachteil beim angelsächsischen Modell: Der Versicherungsschutz muss jedes Jahr erneuert werden. Das bedeutet, dass stets ein neuer Antrag für den Expat gestellt werden muss und die Versicherung prüft, ob der Kunde weiterhin „lukrativ“ ist oder nicht. Wer in der Zwischenzeit ein paar Mal krank gewesen ist, könnte unter Umständen nicht mehr so attraktiv sein und als Kunde abgelehnt werden.

Eine weitere Kostenfalle, in die Expats vor allem heutzutage schnell tappen können, ist das passive Kriegsrisiko –  angesichts der zahlreichen Krisenregionen weltweit mehr denn je ein aktuelles Thema. Selbst als relativ stabil geltende Länder können schnell zu einem Gefahrenherd werden. Was bedeutet das für den Versicherungsschutz von Expats? Es ist üblich, dass die Assekuranz grundsätzlich nicht für Gesundheitsschäden aufkommt, wenn Versicherte aktiv an einem Kriegsgeschehen oder beispielsweise an einer gewalttätigen Demonstration teilgenommen haben. Dabei handelt es sich um Risiken, die nicht kalkulierbar sind. Manche Versicherer zahlen aber auch dann nicht, wenn lediglich ein passives Risiko besteht. Es kann allerdings schnell passieren, dass Expats beispielsweise auf dem Weg zu einem Geschäftstermin unfreiwillig und unwissentlich in Ausschreitungen geraten und in der Folge verletzt werden.

Checkliste Auslandskrankenversicherung für Expats – Wichtige zu klärende Fragen

  1. Werden bestimmte Berufsgruppen vom Versicherungsschutz ausgenommen?
  2. Sind die Versicherungsbeiträge an das Alter gekoppelt (steigt der Beitrag mit zunehmendem Alter)?
  3. Gibt es eine Leistungsgrenze, bis zu welcher der Versicherer Schäden zahlt?
  4. Ist der Geltungsbereich der Versicherung weltweit oder auf bestimmte Länder begrenzt?
  5. Kann die Police auch noch abgeschlossen werden, wenn sich der Expat bereits im Ausland aufhält?
  6. Kann der Versicherungsschutz bei Bedarf problemlos verlängert werden?
  7. Sind Heimataufenthalte mitversichert?
  8. Leistet die Versicherung auch in Kriegs- und Krisengebieten?
  9. Wie lange darf sich der Expat maximal im Ausland aufhalten (gibt es eine Befristung)?
  10. Leistet die Versicherung auch in Ländern mit Seuchengefahr (z.B. aktuell bei Ebola)?
  11. Sind Vorerkrankungen und bestehender Behandlungsbedarf mitversichert?
  12. Zahlt der Anbieter auch bei Schwangerschaft und Entbindung?
  13. Gibt es für bestimmte Eingriffe (z.B. Zahnersatz) eine Wartezeit?
  14. Sind Assistance-Leistungen (zum Beispiel Rücktransport nach Hause, 24-h-Hotline) in den Versicherungsschutz integriert?
  15. Wie lange können Versicherte Arzt- und Arzneimittelrechnungen einreichen?
  16. Hat der Versicherer eine eigene Abteilung für die Schadenregulierung, so dass Expats ihre Belege direkt dort einreichen können oder wird die Kostenerstattung über die Personalabteilung geregelt (Stichwort Datenschutz)?

Die auf weltweite Auslandsaufenthalte spezialisierte BDAE GRUPPE bietet verschiedene Auslandskrankenversicherungen für Expats, Weltreisende und Auswanderer an. Mehr unter www.versichert-im-ausland.com