Auslandspraktikum Bewerbung: Beispiel & Muster auf Englisch

Die erste Hürde, um an ein Auslandspraktikum zu kommen, ist natürlich die Bewerbung. Bei einem Praktikum im Ausland sollte die Bewerbung demzufolge auf Englisch sein. Für viele Studenten und Schüler wirft sich hier die Frage auf, wie man dies am besten angeht. Schließlich möchte man nichts vermasseln und sich von seiner besten Seite zeigen, denn ein Auslandspraktikum im CV kann ein echter Pluspunkt sein.

Eine englische Bewerbung unterscheidet sich in vielen Punkten zu der klassischen deutschen Bewerbung. Hierzu haben wir bereits einen ausführlichen Leitfaden verfasst. In diesem Artikel soll es aber ausschließlich um die Bewerbung für ein Auslandspraktikum gehen.

Bei einer Praktikumsbewerbung wird niemand von dir erwarten, dass du ein absoluter Experter bist. Schließlich ist ein Praktikum ja auch da, um etwas zu lernen. Un dies ist im Ausland ja nicht anders. Dieser Leitfaden soll dir helfen, den ersten Schritt im Bewerbungsprozess zu bewältigen: Zum Vorstellungsgespräch beziehungsweise Telefon- oder Skype-Interview eingeladen zu werden.

Was du für deine englische Bewerbung für ein Auslandspraktikum wissen solltest:

Braucht man bereits Arbeitserfahrung für ein Auslandspraktikum?

Sinn und Zweck von einem Praktikum ist in erster Linie, dass man Arbeitserfahrung sammelt. Notwendig ist also keine vorherige Arbeitserfahrung, um ein Auslandspraktikum zu ergattern.

Versetze dich aber in den Arbeitgeber hinein. Dieser möchte natürlich lieber einen Praktikanten haben, der was drauf hat als einen, dem man alles fünf Mal erklären muss. Und damit der Arbeitgeber nicht die Katze im Sack kauft, muss in der Bewerbung deutlich werden, was du kannst.

Stellenanzeige richtig lesen – ist das Auslandspraktikum das richtige für mich

Es bringt nichts, sich auf hunderte Stellenanzeigen zu bewerben, um Mal zu schauen, was man angeboten bekommt. Diese Strategie geht meist nach hinten los. Arbeitgeber merken ganz schnell, wenn ein Bewerber einfach nur einen belanglosen Bewerbungstext an zig andere Arbeitgeber schickt. Zu allererst solltest du dir die Stellenanzeige richtig durchlesen, um zu verstehen, was im Auslandspraktikum auf dich zukommt. Denn wer zuerst zuhört, was gefordert wird, schreibt eine viel bessere Bewerbung.

Wird in der Stellenanzeige zum Beispiel gefordert, dass der Praktikant unbedingt Französisch können muss, du aber nicht mehr als „Bonjour, ça va“ drauf hast, dann ist dieses Praktikum einfach nichts für dich.

Die Anforderungen sind meistens nach Wichtigkeit geordnet. Aus arbeitsrechtlichen Gründen kann es sein, dass ein Unternehmen fordert, dass der Praktikant aktuell in einer Universität oder Hochschule eingeschrieben ist. Bist du dies nicht, dann wird dieses Auslandspraktikum wohl nichts für dich sein. Diese Anforderung wird aber natürlich nur von einigen Unternehmen gestellt.

Oftmals liest man auch, dass spezielle Anforderungen „von Vorteil“ sind. Wenn du über diese Anforderung nicht verfügst, dann kann sich eine Bewerbung trotzdem lohnen. Das Unternehmen möchte mit dieser Anmerkung nur, dass sich Bewerber, die über ein seltene Begabung oder Erfahrung angesprochen fühlen – jedoch sollen andere Bewerber nicht daran gehindert sein, sich nicht zu bewerben. Bewerbe dich auf jeden Fall, wenn du allen anderen Anforderungen entsprichst.

Die Dauer des Auslandspraktikums ist ebenso ein Kriterium, was einige ignorieren. Viele Unternehmen heutzutage wissen, dass Studenten meist nicht viel Zeit haben, um ein längeres Praktikum zu machen und sind deshalb flexibel. Wird die Dauer mit „mindestens 3 Monaten“ angegeben, so sollte man dies akzeptieren und das Unternehmen nicht anbetteln, ob auch 4 Wochen möglich wären.

Wie lang muss die Bewerbung für ein Auslandspraktikum sein?

Das Stigma ein CV darf nicht länger als eine Seite sein, hält sich hartnäckig. Viel wichtiger als die Seitenanzahl deines CVs ist allerdings, was drinsteht. Der Tipps, dass dein CV so kurz und knackig, wie nur möglich sein sollte, bedeutet nur, dass der Personaler alle wichtigen Informationen sofort erkennen muss. Wenn du jetzt anfängst deinen CV so radikal zu kürzen, dass man sich gar kein entsprechendes Bild mehr von dir machen kann, dann schadest du im Endeffekt nur dir selbst.

Bei Studenten und Schüler ist der CV meistens sowieso nicht länger als zwei Seiten. Verfügst du aber bereits über diverse Praktika und hast auch an mehreren Projekten mitgewirkt, so ist dies natürlich von Vorteil. Diese Erfahrung solltest du betonen und nicht untermauern oder sogar verstecken.

Wie ist der CV für ein Auslandspraktikum aufgebaut?

In diesem Video geht es um den Aufbau und den Inhalt eines englischen CVs:

 

Bei Praktika-Bewerbungen ist dein Studium das Wichtigste. Stelle also den Teil mit „Educational Background“ oder „Academic Background“ vor deine Arbeitserfahrung, denn als Student bist du natürlich vorwiegend mit deinem Studium beschäftigt.

Die Fragen nach was, wo, wann sollten bezüglich deines Studiums zweifelsfrei beantwortet werden. Spezialisierung, der Name deiner Thesis, diverse Projekte und womöglich dein voraussichtliches Studiumsende („expected Graduation“) machen dein Studium interessanter und geben dem Personaler wichtige Hintergrundinformation.

Praktische Fähigkeiten sind bei einem Auslandspraktikum natürlich das A und O. Schließlich sollst du in einem Unternehmen auch selbstständig Aufgaben erfüllen können. Angaben zu deinen Sprach- und Computerkenntnissen, wie auch deine Soft-Skills, sind wichtig für den Personaler, damit dieser weiß, ob das Praktikum das richtige für dich ist.

Ein Career Goal oder Personal Profile ist eine Eigenheit bei englischen CVs. Dieses musst du nicht einbinden, kann allerdings, wenn richtig formuliert, super sein. Ein gutes Career Goal sorgt nämlich dafür, dass der Personaler sofort sieht, was du gerade machst und wohin es beruflich für dich gehen soll. Hier ist ein Beispiel für ein gut gelungenes Career Goal im CV:

Pursuing a Master’s Degree in Business Administration with a specialization in Controlling & Finance, I aspire to join Company XY as an Intern in Controlling and gain hand-on work experience in Revenue Controlling & Pricing, where I see myself working in the future.

Was schreibe ich eigentlich im Anschreiben?

Das Anschreiben wird heutzutage nicht immer gefordert. Einige Unternehmen im Ausland bevorzugen einen Fragenkatalog. Das klassische Anschreiben beziehungsweise der Cover Letter kann aber dem Entscheidungsträger mehr Informationen zu dir und zu deinen Zielen geben.

Ein Anschreiben, in dem du nur davon schwafelst, wie cool und hilfreich das Auslandspraktikum für deine Karriere ist, interessiert niemanden. Das Unternehmen weiß natürlich, dass ein Praktikum ein erster Schritt in deine berufliche Zukunft ist. Was das Unternehmen wirklich interessiert, ist was du mit in die Position bringst. Es geht um deinen Mehrwert für das Unternehmen. Was hat das Unternehmen davon, dich einzustellen? Wenn du das nicht auf den Punkt bringen kannst, dann wird sich kaum ein Unternehmen für dich interessieren.

Wenn du in dem Anschreiben nur von DEINEM Mehrwert des Auslandspraktikums schreibst, landet deine Bewerbung vielleicht gleich im digitalen Papierkorb. Das gleiche gilt für jegliche Form von Betteln oder Anschleimen.

So schwierig ist dies allerdings natürlich nicht. Berichte von deinem Studium, was du bereits gelernt hast, welche Spezialisierungen du gewählt hast und wo es beruflich für dich hingehen soll.

Vorherige Arbeitserfahrung, Projekte und/oder ehrenamtliche Tätigkeiten zeigen dem Unternehmer, dass du anpacken kannst und somit etwas im Unternehmen bewegen wirst. Berichte aber nicht nur davon, was du bereits gemacht hast, sonder ebenso was du daraus gelernt hast und wie du diese Erfahrung vielleicht auch in das Auslandpraktikum einbinden kannst.

Was gehört nicht in meine Bewerbung?

Aufgrund strenger Anti-Diskriminierungs-Gesetze solltest du ein Foto für Bewerbungen in die USA, Kanada und Großbritannien weglassen. Im europäischen Raum sind Fotos erlaubt, aber nicht notwendig. In Asien und im arabischen Raum werden Fotos gewünscht, da dies die Bewerbung persönlicher macht. Australien und Neuseeland sind sehr multikulturell, auf Grund der kulturellen Nähe zu Großbritannien, lässt man Fotos meist weg. Es kommt aber öfter vor als gedacht, dass man ebenso ein Foto auf dem CV sieht und das ist dann auch völlig in Ordnung so. In diesem Forbes-Artikel wird ebenso die Debatte bezüglich eines Fotos auf dem CV angeregt. In Zeiten von „Personal Branding“ und einer medialen Gesellschaft wird die Wichtigkeit zur Person selbst beschrieben. Es geht bei einem Foto nämlich nicht darum, ob man gut aussieht sondern um eine persönliche Bindung zu den sonst sehr anonymen Bewerbungen zu machen. Ist nämlich ein Foto auf dem CV kann es dem Personaler schwer fallen „nein“ zu sagen, da ein persönliches nein schwer fällt als ein anonymes.

Dein Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit, Religion und Berufe der Eltern sollten weggelassen werden. Diese Informationen werden auch nicht mehr von deutschen Lebensläufen gefordert.

Viel Erfolg!

Marlene Schimanski ist die Gründerin und Chefredakteurin von Auslandskarriere. Sie lebte bereits in fünf verschiedenen Ländern (Portugal, Island, Österreich, Irland und Australien) und ist 2013 nach Australien ausgewandert. Sie hat bei PwC und KPMG im Global Mobility gearbeitet, bevor sie sich als Englisch-Übersetzerin und Karrierecoach selbstständig machte. Sie hat einen Masterabschluss in International Business Administration.