Auslandspraktikum während der Corona-Krise

Zwei junge Frauen in Macau, China versuchen sich mit Gesichtsmasken gegen COVID-19 zu schützen. (Foto: Unsplash)

STAND: 16.03.2020

Wer einen internationalen Studiengang belegt, hat sich vielleicht schon auf das Auslandspraktikum gefreut. Viele Studiengänge im Bereich International Business oder Tourismus schreiben gar ein Pflichtpraktikum im Ausland vor.

Die WHO hat jedoch mittlerweile den Coronavirus COVID-19 zur Pandemie erklärt. Die USA haben ein 30-tägiges Einreiseverbot für Europa verhängt. Angela Merkel ruft zu Solidarität in der Corona-Krise auf und schockt gleichzeitig mit der Aussage, dass wahrscheinlich 60 bis 70 Prozent der Deutschen sich mit Corona infizieren werden.

Die Welt spielt verrückt. Die Meinung über Corona scheint sich aber immer noch zu spalten: Die einen machen sich über die Panikmache lustig und die anderen wappnen sich mit Hamsterkäufen. Fest steht jedoch, dass die Wirtschaft bereits jetzt sehr stark unter Corona leidet. Die Welt muss jedoch weiter gehen.

Studenten, die jetzt ein Auslandspraktikum planen, stehen vor ähnlichen Schwierigkeiten wie damals zur Weltwirtschaftskrise.

Auslandspraktikum während der Corona-Krise: Was tun?

Praktikanten sollten sich wie alle anderen Reisenden beim Auswärtigen Amt bezüglich der aktuellen Reisewarnung und Cornona-News im jeweiligen Gebiet informieren.

Der DAAD (Deutscher Akademischer Austausch Dienst) hat eine Pressemeldung bezüglich Eramus+ und des Coronaviruses herausgegeben. Hier heißt es, dass Teilnehmer an den  Erasmus+ Programmen, die sich aktuell in betroffenen Gebieten aufhalten, sich auf die „force majeure“ Klausel beruhen können. Demnach sind anfallende und bereits angefallene Kosten in diesem Zusammenhang voll erstattungsfähig. Weiter heißt es in der Stellungnahme:

„Es bleibt den teilnehmenden Hochschulen und Einzelpersonen überlassen, über das weitere Vorgehen im Rahmen der Reisehinweise und eventuellen Rückführungsprogrammen des Auswärtigen Amtes oder lokaler Institutionen zu entscheiden.“ DAAD

Welche Auswirkungen hat Corona auf Studenten, die ein Pflichtpraktikum im Ausland machen müssen?

Niemand hat mit Corona und den damit verbundenen Auswirkungen gerechnet. Wer jetzt als eingeschriebener Student ein Auslandspraktikum plant, steht vor so ziemlich vielen Hürden. Kein Praktikum im Studium bedeutet nämlich keine ECTS-Creditpoints, die man an sein Studium anrechnen kann. Besonders Fachhochschulen, die oftmals nach einem festgefahreneren Studiumsplan vorgehen, kann es jetzt heikel werden.

Riskieren Studenten durch das Nicht-Antreten des schon geplanten Auslandspraktikums ihr ganzes Studium zu verzögern? Dies müssen jetzt die einzelnen Universitäten für sich abklären.

Studenten, die jetzt ein Pflichtpraktikum machen oder in naher Zukunft machen möchten, kann die Situation sehr belasten. Die ganze berufliche Zukunft scheint mit dem Pflichtpraktikum in die Warteschleife geraten zu sein. Die Situation ist weltweit so sehr angespannt, dass die International Offices von Hochschulen gar nicht wissen, was sie den Studenten jetzt raten sollten.

Wer trotz Corona ein Auslandspraktikum gefunden hat, muss selbst entscheiden, ob er dieses antreten möchte beziehungsweise, ob er aktuell in das jeweilige Land einreisen darf.

Auslandspraktikum geplatzt: Das virtuelle Praktikum als Lösung

Multinationale Unternehmen wie Google empfehlen ihren Mitarbeitern derzeit im Home Office zu arbeiten. Bei Studenten, die in Naher Zukunft ein Pflichtpraktikum absolvieren müssen, steht diese Option allerdings fast überhaupt nicht zur Verfügung.

Auslandskarriere.de fordert deshalb weltweite Unternehmen auf Studenten, die Möglichkeit zu bieten ein Remote Praktikum zu absolvieren.

Wir brauchen das virtuelle Praktikum, um Studenten die berufliche Zukunft nicht zu verbauen. Irgendwann wird auch COVID-19 in Vergessenheit geraten und alles wird seinen ursprünglichen Lauf nehmen. Ein Remote Praktikum hilft Unternehmen den Draht zu Studenten aufrecht zu erhalten.

FÜR UNTERNEHMEN: Auslandskarriere bietet ab sofort den ganzen März kostenlose Stellenanzeigen für Remote Praktika an.

Marlene Schimanski ist die Gründerin und Chefredakteurin von Auslandskarriere. Sie lebte bereits in fünf verschiedenen Ländern (Portugal, Island, Österreich, Irland und Australien) und ist 2013 nach Australien ausgewandert. Sie hat bei PwC und KPMG im Global Mobility gearbeitet, bevor sie sich als Englisch-Übersetzerin und Karrierecoach selbstständig machte. Sie hat einen Masterabschluss in International Business Administration.