Auswanderung planen: 10 Fragen, die man sich stellen sollte, bevor man auswandert

Auswanderung planen Fragen
Eine Auswanderung sollte gründlich geplant werden. (Foto: Unsplash)
Bevor man seine Koffer packt und alles liegen lässt, sollte man sich über die Beweggründe und Ziele im Klaren sein, um seine Auswanderung richtig zu planen.

Auswanderer-TV-Shows wie Goodbye Deutschland zeigen allzu gerne gescheiterte Auswanderer, die es im Ausland nicht geschafft haben und zurück nach Deutschland gehen.

Auswandern aus Deutschland: richtig planen

Oftmals sind Sprachbarrieren, keine ausreichenden Informationen über das Zielland, falsche Erwartungen, sowie fehlende finanzielle Rücklagen für die ersten Monate und für unvorhersehbare Notlagen Gründe für eine Rückwanderung in die Heimat.

Auswandern ist nämlich mit viel Papierkram, Zeit und Geld verbunden und dies unterschätzen einige Auswanderer.

Mit einem bereits vorhandenen Job im Ausland ist die Angst vor einer bevorstehenden Arbeitslosigkeit bereits vor der Auswanderung gelindert.

Jobs im Ausland

Im nachfolgenden Text sind zehn Fragen aufgelistet, die man sich selbst stellen sollte, bevor es ans Koffer packen geht.

1Was sind deine Beweggründe fürs Auswandern?

Diese Frage wird von den meisten entweder sehr oberflächlich oder sehr komplex beantwortet. Leute, die zum Beispiel wegen der Liebe oder aufgrund eines Jobangebots auswandern möchten, haben meistens keine anderen Gründe.

Bei Leuten, die absolut keine Perspektive mehr in ihrem Heimatland sehen, häufen sich die Beweggründe zum Auswandern. Um sich über seine Motive im Klaren zu sein, sollte man sich zudem fragen, ob die Antworten auch noch in den nächsten fünf bis zehn Jahren aktuell sein werden.

2Hast du finanzielle Rücklagen für den Anfang und für Notfälle?

Diese Frage ist ganz besonders wichtig für diejenigen, die ohne Jobangebot in die Ferne ziehen. Du solltest genügend Geld für die ersten paar Monate zur Verfügung haben sowie Erspartes für Notfälle.

Um finanziell abgesichert zu sein, sollte man mit dem Schlimmsten rechnen. Ohne finanzielle Rücklagen wirst du dich nicht auf deine Auswanderung konzentrieren können. Empfohlen wird deshalb das Startkapital und die Kosten für die ersten Monate zu berechnen.

Der Cost of Living Rechner von Numbeo kann dir dabei helfen deine Lebenshaltungskosten im Auswanderungsland zu planen.

Falls du bereits ein Jobangebot hast, musst du natürlich auch mit anfänglichen Kosten rechnen, bevor du dein erstes Gehalt erhältst. Plane ebenfalls für den Notfall, falls der neue Job doch nicht alles hält, was er zunächst versprochen hat und du dir schnell einen neuen Job suchen musst.

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3Verfügst du über ausreichende Sprachkenntnisse?

Auch wenn du über ausreichende Englischkenntnisse verfügst und in deinem zukünftigen Job die Arbeitssprache Englisch sein wird, solltest du unbedingt versuchen, die Grundkenntnisse der Landessprache zu lernen, falls du diese noch nicht kannst.

Die Landessprache zu können wird alles vereinfachen und dir auch bei der Integration im Land helfen. Plane also genügend Zeit ein, um die Sprache zu lernen.

4Was sagt deine Familie zu den Plänen?

Viele Expats nehmen ihre Familie gleich mit. Ein Auslandseinsatz über mehrere Jahre muss daher gründlich geplant werden. Wenn dein Partner mitkommt, muss geklärt werden, ob diese/r auch eine Arbeitsgenehmigung mit deinem Visum erhält. Natürlich sollte auch geprüft werden, ob es geeignete Arbeitsmöglichkeiten im Zielland für den Partner gibt.

Kleinen Kinder macht das Auswandern nicht so viel aus wie Teenagern, die viel eher an ihre Freunde und gewohnte Umgebung gebunden sind. Wenn deine Kinder mitkommen, muss geklärt werden, wo diese zur Schule gehen können. Im Ausland legt man viel mehr Wert auf Privatschulen, um den Kindern eine gute Schulausbildung zu bieten. Privatschulen können allerdings sehr teuer sein. Diese Ausgaben solltest du vorab mit in dein Budget kalkulieren.

Auch wenn du noch keine eigene Familie hast, solltest du beim Auswandern an deine Familie Zuhause denken. Wenn du auswanderst, muss dir bewusst sein, dass du in Zukunft nur per Skype oder Telefon Kontakt haben wirst und dass Besuche sich vielleicht auf nur einmal im Jahr reduzieren werden.

5Hast du bereits ein Visum oder weißt du, für welches du dich qualifizierst?

Die Visumsfrage ist eine der wichtigsten Fragen, wenn es um die Organisation der Auswanderung geht. Ohne ein geeignetes Visum darfst du oftmals gar nicht erst ins Land oder benötigst eine zusätzliche Erlaubnis, um arbeiten zu können. Für längerfristige Visa musst du unbedingt genügend Zeit für die Bearbeitungsdauer einplanen.

6Bist du gesund und krankenversichert?

Eine Auswanderung kann dich an die Grenzen deiner Belastbarkeit stoßen lassen. Auch wenn du glaubst, alles bis ins kleinste Detail geplant zu haben, kann immer noch etwas schiefgehen. Sei dir bewusst, dass eine Auswanderung anstrengend sein kann und dass die Uhren im Ausland anders ticken.

Es ist zu empfehlen, sich gründlich untersuchen zu lassen, bevor es losgeht, denn im neuen Land musst du erst einmal Vertrauen zu einem neuen Arzt aufbauen. Falls du Medikamente nimmst, prüfe unbedingt, ob es diese auch in deinem Zielland gibt und wenn ja, wie du diese bekommen kannst.

Eine Krankenversicherung ist für jede Stufe deiner Auswanderung angebracht, denn an deiner Gesundheit solltest du auf keinen Fall sparen. Bedenke auch, dass du für einige Visa eine Gesundheitsuntersuchung machen und/oder eine Krankenversicherung vorzeigen musst.

7Wie stehen deine Job-Chancen im Zielland?

Auch wenn du dich für ein geeignetes Arbeitsvisum qualifizierst, ist dies noch keine Garantie, dass du deinen Traumjob bereits nach ein paar Tagen findest. Recherchiere den Jobmarkt in deinem Zielland und schaue nach offenen Stellen, auf die du dich eventuell bewerben kannst.

Vernetze dich auch mit anderen Auswanderern – im Internet gibt es zahlreiche Foren zum Thema Auswandern und vielleicht findest du jemanden über Xing oder LinkedIn, der bereits in dem Traumland in derselben Branche arbeitet. Schreibe ein paar Leute an und frage sie nach Tipps zum Zielland. Auch wenn einige Leute nicht antworten, sollte dich, dass nicht daran hindern, Kontakt zu anderen aufzunehmen.

In der Jobbörse von Auslandskarriere.de wartet vielleicht schon dein Traumjob in deinem Zielland auf dich. Schau also unbedingt vorbei.

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8Was geschieht mit deiner Wohnung oder deinem Haus, deinen Möbeln, Gegenständen und wo möchtest du in Zukunft wohnen?

Wenn du bereits eine Wohnung oder ein Haus hast und vorhast für immer auszuwandern, musst du dir überlegen, ob du verkaufen oder vielleicht vermieten solltest. Wenn du dir noch nicht zu 100 Prozent sicher bist, was du mit deinem Eigenheim machen möchtest oder der Immobilienmarkt gerade nicht gut aussieht, solltest du nichts überstürzen.

Denn eine zu schnelle Entscheidung wirst du später vielleicht bereuen. Wer seine Wohnung oder sein Haus vermieten oder als Ferienwohnung über Airbnb anbieten möchte, benötigt natürlich eine Vertrauensperson, die ab und an nach dem Rechten schauen kann. Von alten Ikea-Möbeln kannst du dich getrost trennen. Diese kannst du in der neuen Heimat einfach neu kaufen.

Falls du dennoch an deinen Möbeln hängst, solltest du dich über den Transport kümmern und vorab prüfen, ob sie in die neue Wohnung passen. Um eine Sache wirst und solltest du nicht herumkommen: ausmisten – jeder von uns hat unnötige Kleidung, Magazine, Bücher usw. rumstehen, die man sowieso nicht mehr braucht. Solange du nicht den Überblick über deine Gegenstände hast, bist du nicht Herr der Dinge.

9Bist du dir im Klaren darüber, was du zurücklassen und was du vermissen wirst?

Natürlich wirst du mit der neuen Erfahrung mehr gewinnen als verlieren. Allerdings solltest du dir bewusst sein, dass sich die anfängliche Neugierde und Begeisterung auch irgendwann mal abschwächt und du dann einen ganz neuen Alltag hast. Es sind oft die kleinen Dinge, die uns Freude machen und die du vermissen wirst.

10Hast du eine Exit-Strategie?

Jeder Businessplan sollte eine sogenannte Exit-Strategie haben, falls die Dinge nicht mehr so klappen, wie sie sollten. Als Auswanderer brauchst du ebenfalls eine Exit-Strategie. Auch wenn du ganz euphorisch in der Planung deiner Auswanderung steckst, solltest du nicht vergessen, auch für den Notfall zu planen.

Eine Rückkehr muss nicht bedeuten, dass du im Ausland „versagt“ hast. Niemand wird dich verurteilen, wenn du wieder zurück in deine Heimat kommst. Den Kontakt zu den Daheimgebliebenen solltest du nicht abbrechen und eine mögliche Rückwanderung niemals ausschließen.

Marlene Schimanski ist die Gründerin und Chefredakteurin von Auslandskarriere. Sie lebte bereits in fünf verschiedenen Ländern (Portugal, Island, Österreich, Irland und Australien) und ist 2013 nach Australien ausgewandert. Sie hat bei PwC und KPMG im Global Mobility gearbeitet, bevor sie sich als Englisch-Übersetzerin und Karrierecoach selbstständig machte. Sie hat einen Masterabschluss in International Business Administration.