Auswandern und Familie und Freunde zurücklassen: So hält man den Kontakt

Familie und Freunde vermissen
Gerade jetzt vermissen viele Auswanderer ihre Familien. (Foto: unsplash)
Auch wenn die Freude über die bevorstehende Auswanderung am Anfang groß ist, kommt auch irgendwann der Punkt, an dem man realisiert, dass dies mit einer längeren Trennung von den Lieben daheim verbunden ist. Speziell für familienverbundene Menschen mag dies zu Beginn schwierig sein.

In seinem sozialen Umfeld und im Kreis der Familie fühlt man sich geborgen und gut aufgehoben. In einem fremden Land ist man zunächst auf sich alleine gestellt und man muss Hürden und Herausforderungen alleine bewältigen.

Auswandern und Familie und Freunde zurücklassen

Für viele Auswanderer ist das anfängliche Heimweh schwer zu bewerkstelligen. Daher ist es umso wichtiger, im Traumland so schnell wie möglich Anschluss zu neuen Leuten und Freunden zu finden.

Eine Auswanderung an sich ist noch lange kein Garant für Glück. Menschen an seiner Seite zu haben, mit denen ein regelmäßiger kommunikativer Austausch stattfindet, ist im Leben unerlässlich.

Dank der heutigen Technologie ist es von fast überall auf der Welt aus möglich, sich über diverse Internetprogramme auszutauschen. Per Video-Chat können Freunde und Familie die Auswanderung mit verfolgen und bei Bedarf den nötigen Rückhalt und die gewohnte Vertrautheit geben.

1Ein spannender Anfang

Gerade zu Beginn der Auswanderung kommen viele neue Eindrücke, kulturelle Gepflogenheiten und eventuelle Sprachbarrieren auf die Auswanderer zu. Diese neuen Eindrücke müssen verarbeitet werden und am besten geschieht dies, wenn man diese Erlebnisse mit anderen Menschen teilen kann.

Kaum jemand eignet sich dafür besser als die eigene Verwandtschaft und der eigene Freundeskreis. Auf der anderen Seite sind Verwandte und Freunde des Auswanderers ebenso gespannt auf das neue Leben im Ausland und können es oftmals kaum erwarten, Neuigkeiten zu erhalten. Speziell Bilder und Videos sind ideal um einen authentischen Eindruck der neuen Heimat zu vermitteln. Eine gewisse Besorgnis schwingt speziell bei den Eltern des Auswanderers mit und ein stetiger Kontakt trägt ungemein zur Beruhigung bei.

2Wie hält man am besten den Kontakt aufrecht?

Es gibt unzählige Möglichkeiten, den Kontakt aufrecht und lebhaft zu halten. Soziale Netzwerke, Apps und andere internetbasierte Programme machen dies einfach. Zu Beginn der Auswanderung sollte man sich also so schnell wie möglich um einen Internetzugang bemühen.

Je nach Auswanderungsland kann sich dies einfacher oder schwieriger gestalten, speziell in ländlicheren Gebieten außereuropäischer Länder ist eine stabile Internetverbindung nicht vorausgesetzt. In den größeren Städten gibt es meist neben Internet-Cafés viele Bars und Restaurants, die mittlerweile WLAN für ihre Gäste und Kunden anbieten. Bei einem erfrischenden Getränk oder einer leckeren Mahlzeit kann man bequem seine Kontakte pflegen.

Flexibler gestaltet sich der Zugang zum Internet per SIM-Karte direkt über das Smartphone oder Tablet. Dadurch ist man rund um die Uhr online und kann Erfahrungen austauschen.

Speziell Apps wie WhatsApp sind bei Auswanderern beliebt, da Nachrichten, Bilder, Videos, Sprachnachrichten und vieles mehr umgehend ausgetauscht werden kann. Es gibt vergleichbare Apps wie Skype oder Viber, mit denen kostenlose Internettelefonie mit Video möglich ist.

3Virtuelles Tagebuch in Form eines Blogs

Viele Auswanderer kreieren Blogs, in denen sie Bilder und Videos des Ziellandes posten und ihre Erfahrungen und Gedanken niederschreiben. Das tolle hierbei ist, dass der Link zu dem Blog den gewünschten Empfängern zur Verfügung gestellt werden kann und man somit nicht in diversen Gesprächen mit Verwandten und Freunden mehrmals die aktuellen Geschehnisse wiederholen muss.

Außerdem dient diese Form als ideales Tagebuch oder Andenken, welches man viele Jahre später mit großem Interesse erneut lesen kann.  Außerdem kann dieser Blog auch Tipps und Erfahrungsberichte beinhalten, die für andere Auswanderer von Nutzen sein können.

4Auch an eine mögliche Rückkehr denken

Auch wenn die anfängliche Zeit der Auswanderung aufregend sein wird und man wenig Zeit hat um die Daheimgebliebenen regelmäßig zu kontaktieren, so sollte immer ein kleines Zeitfenster dafür eingeplant werden. Wie bereits erwähnt, kann sich die Verwandtschaft Sorgen machen, wenn sie über längere Zeit nichts von dem Auswanderer hört.

Auch wenn im neuen Land schnell neue Kontakte geknüpft und Freundschaften geschlossen werden, sollten die Freunde zu Hause regelmäßig mit in das Leben einbezogen werden. Viele Auswanderer lassen den Kontakt zu Freunden schleifen oder gar ganz abbrechen und wenn sie eines Tages nach Hause zurückkehren, kann es schwierig werden, den Kontakt wieder aufleben zu lassen.

Ein gepflegter Kontakt mit der Familie ist zugleich für den Auswanderer vertraut und vermittelt ein Gefühl von Heimat und ist für die Familie und Freunde beruhigend, um zu wissen, dass es dem Auswanderer gut geht, und um ein Stück der Erfahrung des Auswanderns mitzuerleben.

Melanie Holland-Nell hat BWL mit Fachrichtung Tourismus studiert und arbeitete nach ihrem Studium für knapp 10 Jahre in namenhaften Luxushotels am Roten Meer in Ägypten. Seit 2016 schreibt sie für Auslandskarriere.