Auswanderungsländer: Die 5 besten Länder 2016 zum Auswandern

Die meisten Listen der beliebtesten Auswanderungsländer basieren auf Statistiken, wodurch kleinere Länder übersehen werden. Auslandskarriere nimmt diese Juwelen unter die Lupe. Australien, die USA, Spanien und die Schweiz sind typische Auswanderungsländer. Doch wem der Massentourismus zu viel wird und wer echte Kulturen kennenlernen möchte, der sollte sich die folgende Liste der besten Länder zum Auswandern anschauen. Mehr Länder: Top 5 Länder zum Auswandern für 2017 und 2018.

1. Uruguay

Uruguay wird oftmals als die „Schweiz Südamerikas“ bezeichnet und wer sich näher mit dem Land beschäftigt, wird feststellen, dass die Lebensqualität in Uruguay um einiges höher ist als in anderen südamerikanischen Ländern. Dem kleinen Land mit nur 3,5 Millionen Einwohnern, gelegen zwischen Argentinien und Brasilien, wird aufgrund seiner starken Nachbarn, leider nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt. Uruguays Banken sind für südamerikanische Verhältnisse stabil und die niedrige Kriminalitätsrate, sowie die unberührten Strände machen dieses sonnige Land so attraktiv.

Die Uruguayer lieben ihre Freiheit und die Politik toleriert dies: Gleichgeschlechtliche Ehen sind genauso legal wie Marihuana und Abtreibungen. Der ehemalige Präsident von Uruguay, José Mujica, spendete 90 Prozent seines Gehalts an die arme Bevölkerung und wurde deshalb von seinen Landsleuten geliebt. Zurzeit ist Tabaré Vázquez Präsident von Uruguay und er versucht die Armut im Land zu reduzieren und die Wirtschaft zu stärken. Dies ist ihm bereits in seiner ersten Amtszeit von 2005 bis 2010 gelungen.
Uruguays europäischer Hauch kommt daher, dass die Bevölkerung zu 88% aus europäischen Nachkommen besteht. Zudem leben in Uruguay ungefähr 10.000 deutsche Einwanderer.

Uruguay Auswandern 1Beliebte Orte: Es ist zu empfehlen entweder direkt nach Montevideo oder in einen Vorort, wie etwa Canelones, das feine Paso de Carrasco oder in die schöne Hafenstadt Punta del Este zu ziehen.

Einreisebestimmungen: Einreisen kann man mit einem 90-tägigen Touristenvisum, welches man auch verlängern kann, wenn man ausreist (zum Beispiel in ein Nachbarland). Ein Daueraufenthaltsrecht, auch „Residencia Permanente“ genannt, kann man relativ problemlos beantragen. Die Anforderungen beinhalten, dass man ein Konto in Uruguay mit einem festen Einkommen (ca. 650 USD pro Monat) und ein reines polizeiliches Führungszeugnis nachweisen kann. Außerdem benötigt man für den Antrag eine beglaubigte Geburtsurkunde, gegebenenfalls eine Heirats- oder Scheidungsurkunde, ein polizeiliches Führungszeugnis, den Nachweis über genügend finanzielle Rücklagen und muss sich einer gesundheitlichen Untersuchung unterziehen.

Jobchancen: Mit der Residencia Permanente kann man überall arbeiten, wobei Spanischkenntnisse unverzichtbar sind. Bei internationalen Firmen kommt man jedoch auch mit Englisch aus. Jobs gibt es vor allem in der IT-Branche, in der Landwirtschaft und im Tourismus. Wer sich traut, in Uruguay eine Firma zu gründen, kann dies problemlos machen. Uruguay ist außerdem perfekt, um Geoarbitrage Vorteile zu nutzen. Dies bedeutet, dass man in einer stärkeren Währung Geld verdient (zum Beispiel in Euro oder Schweizer Franken) und in einem Land mit niedrigeren Lebenshaltungskosten lebt. Wer also in Uruguay lebt und sein Geld im Ausland „online“ verdient, muss dieses Einkommen nicht versteuern.

Wetter: Uruguay ist auf der Südhalbkugel gelegen – was bedeutet, dass Weihnachten im Warmen gefeiert wird. Sommer geht von Dezember bis März und es herrschenTemperaturen von 21 bis 28 Grad Celsius. Der uruguayische Winter geht von Juni bis September und ist mit 10 bis 16 Grad Celsius nicht wirklich kalt, allerdings kann es vor allem abends ganz schön abkühlen. Uruguay hat anders als die Schweiz keine Berge und ist somit starken Winden ausgesetzt.

Bedenken: Die Uhren ticken etwas langsamer und man braucht eine gehörige Portion Geduld, um sich durchs Uruguays Bürokratie-Dschjungel zu kämpfen. Zudem ist Uruguay zwar nicht so teuer wie Chile, jedoch sollte man bedenken, dass wer seinen gewohnten europäischen Lebensstandard beibehalten oder seine Kinder in Privatschulen schicken möchte, sich über die Kosten in Uruguay informieren sollte. Besonders teuer sind  importierte Sachen, wie zum Beispiel Mobiltelefone, Laptops, Autos, usw. – es kann sich also gegebenenfalls lohnen einen Umzugscontainer nach Uruguay zu schicken.

 

2. Bali, Indonesien

Bali ist die Insel der Götter und Dämonen, sowie Yogis und Digitaler Nomaden. Der Tourismus wächst stetig an und seit Eat Pray Love ist Bali sowieso „die Insel“, um sich selbst zu finden.

Frisches Essen und tropisches Obst gehören genauso wie Yogakurse, Massagen und Spas, die sich an jeder Ecke tummeln, zum gesunden Lifestyle der Insel.

Beliebte Orte: Ubud wird von den Yogis genauso geliebt wie von den Expats und den Digitalen Nomaden. Surfer erfreuen sich an dem schönen Uluwat und Langzeit-Expats siedeln sich gerne in dem etwas günstigeren Singaraja an.

Einreisebestimmungen: Das Touristen-Visum ist für 30 Tage gültig und kostet ca. 35 USD. Dieses Visum kann man entweder selbst oder durch einen Visums-Agenten um weitere 30 Tage verlängern lassen.


Jobchancen
: Eins vorweg, ein Arbeitsvisum für ein Jahr bekommt man nur, wenn sich für diesen Job kein Einheimischer (Indonesier) findet, da die Arbeitslosenzahl in Indonesien sehr hoch ist. Jobchancen gibt es also nur für Deutschlehrer oder deutschsprachige Touristenführer. Bali ist allerding ein bekannter Hub für Selbstständige, Kreative und Entrepreneure.  Wer vorhat, in Bali selbstständig und digital zu arbeiten, muss sich jedoch mit dem langsamen Internet anfreunden können. Die sogenannten Digitalen Nomaden reisen meistens mit einem Touristenvisum ein und verlängern dieses dann gegebenenfalls. Ein Existenzgründer Visum wird in den meisten Fällen problemlos erteilt, wenn das neue Unternehmen Arbeitsplätze für die Balinesen schafft.

Wetter: Bali ist 8 Grad südlich vom Äquator gelegen und hat dadurch zwei Jahreszeiten: Trockenzeit und Regenzeit. Die Trockenzeit geht von April bis September und lockt die meisten Besucher an. Oktober bis März beherrscht die Regenzeit die Insel. Während der Regenzeit wird es auf der Insel ruhiger, weil die Touristenschwärme ausbleiben. Man kann in der Regenzeit zwar tolle Tage erwischen, allerdings braucht man hierfür eine Portion Glück und wenn man zwei Wochen Urlaub bucht, dann sollte man dies lieber in der Trockenzeit machen, damit man kein falsches Bild von Bali bekommt.

Bedenken: Die Orte Kuta, Legian und Seminyak gelten als Ballermann-Gegend für viele betrunkene Australier. Auch die Preise sind an diesen Orten dem Touristen-Standard angepasst und somit ist es dort um einiges teurer als woanders auf der Insel. Wer nur hier seine Zeit verbringt, ist selbst schuld. Um das richtige Bali zu erkunden, muss man sich allerdings etwas trauen, denn Bali ist für seinen verrückten Verkehr bekannt. Viele Einheimische und Expats fahren mit einem Moped durch die Gegend, allerdings sollte man immer vorsichtig fahren. Ein weiteres Problem sind die vielen Moskitos. Moskitos lieben das tropische Wetter in Bali und Moskitobisse können einen nicht nur vor jucken verrückt machen, sondern auch das gefährliche Denguefieber übertragen.

 

3. Katar

Katar ist laut dem Global Finance Magazine das reichste Land der Welt, gerechnet nach dem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf. Das Expat-Leben in Katar kann man auch kaum mit dem bodenständigen Leben in Indonesien vergleichen, denn hier wird Luxus groß geschrieben. Die meisten Expats bekommen eine geräumige Wohnung gestellt und auch sonst wird sich um alles Nötige gekümmert, wenn man eine Firma gefunden hat, die einen sponsern will.

Dubai hat zwar mit dem Burj Khalifa das größte Gebäude der Welt, allerdings hat Doha in Sachen Kultur eine Nase vorn, etwa durch das Museum für Islamische Kunst, welches von dem Star-Architekten I. M. Pei entworfen wurde und als Meisterwerk gefeiert wird.

Doha ist eine ruhige Stadt und hat mit Dubais verrückter Partyszene (für arabische Verhältnisse) nichts zu tun. Wer jetzt denkt, dass am Entertainment in Katar gespart wird, der irrt sich: Vom Schlittschuhlaufen, über Gondelfahrten im Einkaufszentrum bis hin zu dem Vergnügungspark „The Kingdom of Aladdin“ und ganz zu schweigen von der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft in 2022, hat Katar so einiges zu bieten.

Das Hauptquartier von Al Jazeera befindet sich in der Hauptstadt Doha und auch sonst sind die Katarer sehr offen, wenn es um politische Themen geht.

Beliebte Orte: Außer Doha hat Katar wenig für Expats zu bieten. Die Städte Lusail und Mesaieed sind zwar wirtschaftlich nicht so stark wie Doha und haben deshalb nicht so viel für Expats zu bieten, allerdings lohnt sich ein Besuch dennoch. Wer sich Dubai anschauen möchte, kann dies problemlos tun, denn die Flugzeit zwischen Doha und Dubai beträgt nur 45 Minuten.

Einreisebestimmungen: Wer in Katar arbeiten will, muss von einer Firma aus Katar gesponsert werden. In der Regel kümmert sich die Firma dann um den ganzen Papierkram und man selbst muss sich nur um den Gesundheitscheck kümmern.

Jobchancen: Expat Jobs gibt es in den Bereichen Gesundheitswesen, Bildung, IT, Bankwesen, Energie, und Tourismus.

Wetter: Wer sich Katar erstmals auf einer Orientierungsreise anschauen möchte, der sollte dies nicht während der schrecklich heißen Sommermonate (besonders von Juni bis August) tun, denn die Temperaturen können auf bis zu 50 Grad Celsius steigen. Während dieser Zeit vereisen die Einheimischen, wie auch die Expats gerne, um der Hitze zu entkommen. Im Gegenzug zu den unerträglich heißen Sommermonaten, hat Katar allerdings sehr angenehm warme Wintermonate, in denen man die Zeit im Freien genießen kann.

Bedenken: Bevor es nach Katar geht, sollte man sich über die arabische Kultur sehr gut informieren. So sollte man niemandem die linke Hand zum Händeschütteln reichen, denn diese ist für die Verwendung von Toilettenpapier gedacht. Wenn man seine Beine überschlägt, sollte man darauf achten, dass die Fußsohle nicht zu seinem Gegenüber zeigt, da dies in der arabischen Kultur der Beleidigung eines Fußabtreters gleichkommt.

 

4. Fidschi

Fidschi gilt als das Paradies überhaupt. Allerdings wissen die wenigsten Europäer davon, dass Fidschi ein beliebtes Auswanderungsland für Australier und Neuseeländer ist und dass es gar nicht so schwer für Europäer ist, sich hier niederzulassen.

Beliebte Orte: Die Städte Suava und Nadi sind bekannte Angelpunkte zum Arbeiten, allerdings sind die Mieten in den beiden Städten recht teuer, da es nicht viele Wohnungen gibt, die vermietet werden. Wer sich auf der Insel selbstständig machen möchte, sollte sich vorab die ganze Insel anschauen.

Einreisebestimmungen: Personen aus Schengen-Staaten erhalten bei der Ankunft auf Fidschi automatisch ein Touristenvisum, welches bis zu vier Monate gültig ist und um weitere zwei Monate verlängert werden kann. Diese sechs Monate erlauben es einem, Fidschi kennenzulernen. Digitale Nomaden, die online arbeiten und auf Fidschi leben möchten, müssen nach Ablauf des Tourismusvisums ausreisen, erhalten allerdings ein neues Touristenvisum, wenn sie wieder einreisen. Eine Arbeitserlaubnis für Fidschi erhält man nur, wenn sich für diesen Job kein Einheimischer finden lässt.

Ein Arbeitsvisum wird nur außerhalb von Fidschi genehmigt; dass bedeutet, dass man keinen Antrag für eine Arbeitserlaubnis stellen kann, wenn man zurzeit ein Touristenvisum hat. Wer ein Unternehmen auf Fidschi gründen möchte und somit in die einheimische Wirtschaft investiert, hat sehr gute Chancen, hierfür ein Visum zu erhalten.fiji-293826_1280

Jobchancen: Auswanderer finden Jobs in Führungspositionen, im Tourismus oder im Bildungssektor.

Wetter: Die Temperaturen auf der Insel betragen im Schnitt zwischen 26 und 31 Grad Celsius. Die Regenzeit herrscht von November bis April und ist fester Bestandteil eines jeden tropischen Gebiets.

Bedenken: Wie auf jeder Insel kann man mal den Inselkoller bekommen, aber Flüge nach Australien oder Neuseeland gehen mehrmals täglich von Fidschi ab.

 

5. Island

Die Insel aus Eis und Feuer ist in den vergangenen Jahren eher negativ in der internationalen Presse aufgefallen: erst die Finanzkrise in den Jahren 2008–2011, die Island fast vor den Staatsbankrott stellte, und dann der Vulkanausbruch des Eyjafjallajökull in 2010, der ganz Europa wahnsinnig gemacht hat. Island hat in der Wirtschaftskrise die Zähne zusammengebissen und heute geht es dem Land wieder gut; so gut, dass Island sogar seine Kandidatur für eine EU-Mitgliedschaft zurückgezogen hat. Island begeistert nicht nur durch seine einzigartige Natur, sondern auch durch seine Gastfreundschaft und sein kulturelles Angebot.

In den Genuss von Islands Quellen kommt man bereits, wenn man den Hahn aufmacht. Manch einer könnte eine Hass-Liebe zu Islands Wasser entwickeln. Das kalte Leitungswasser schmeckt vorzüglich und das warme Wasser stinkt nach faulen Eiern, da dieses aus den schwefelhaltigen heißen Quellen kommt. Wer also von warmem zu kaltem Wasser wechselt, sollte das kalte Wasser eine Weile laufen lassen, bevor man es trinkt oder zum Kochen verwendet.

DSCF0701Beliebte Orte: Reykjavik ist mit ungefähr 122.000 Einwohnern relativ klein und daher trifft man nur selten Expats außerhalb der Region Reykjaviks.

Einreisebestimmungen: Island gehört seit 2001 zum Schengener Abkommen. Wer sich jedoch länger als drei Monate in Island aufhalten möchte, muss sich lediglich beim Iceland Directorate of Immigration registrieren lassen und erhält eine Personen-Kennziffer (Kennitala-ist), die auch für die Kontoeröffnung notwendig ist. Diese Registrierung beziehungsweise Arbeitserlaubnis muss alle zwei Jahre erneuert werden.

Jobchancen: Für Ausländer, die kein Isländisch sprechen, gibt es vor allem Jobs im handwerklichen Bereich, im Tourismus, im Gesundheitswesen, in der IT-Branche, in der Landwirtschaft oder in der Energie- und Aluminiumbranche.


Wetter
: Die Katze ist aus dem Sack – Island ist nichts für Sonnenanbeter. Islands Wetter wird als mild bezeichnet: Im Sommer wird es nie wirklich warm und im Winter wird es mit Temperaturen um die 2 bis -3 Grad Celsius nie erschreckend kalt. Es kann durchaus zu wärmeren Tagen (um die 20-25 Grad Celsius), sowie kälteren Tagen (ca. -10 Grad Celsius), die die Sichtung von Nordlichtern erleichtern, auf der Insel kommen. Island befindet sich auf dem arktischen Zirkel und hat deshalb von Mai bis August fast 24-Stunden Sonnenlicht. Diese sogenannte Mitternachtssonne lässt so manch einen nicht schlafen und viele dunkeln ihre Schlafzimmer in dieser Zeit ab. Im Gegensatz dazu, hat Island im Winter nur 4 bis 5 Stunden Tageslicht zu bieten.

Bedenken: Man zahlt zwar keine Kosten für Eergie, weil diese von Islands Erdwärme kommt, allerdings ist Island teurer als Zentraleuropa. In Island mangelt es oft an qualitativ hochwertigem Obst und Gemüse. Islands Obst kommt entweder aus den Gewächshäusern oder wird aus den USA oder Europa importiert, dafür hat Island tollen Fisch zu bieten.