Dezentralisierte Firmenstruktur & internationale Mitarbeiter: So wird die Zusammenarbeit zum Klacks

Es ist spannend, für eine internationale Firma mit globalen Teams und Büros in der ganzen Welt tätig zu sein. Wer jedoch mit Kollegen kooperieren muss, die in einem anderen Land sitzen, weiß, dass die Zusammenarbeit nicht immer einfach ist. Es kann eine Herausforderung sein, wenn Abteilungen sich untereinander abstimmen müssen, die tausende von Kilometern voneinander entfernt sind.

Der ein oder andere fühlt sich schlecht, wenn er die Überstunde nach 17 Uhr ablehnt, die Kollegen in anderen Ländern aus ökonomischen Gründen aber jeden Zusatzverdienst annehmen. Trotzdem kann man es schaffen, eine Verbindung zu den Arbeitsgefährten anderswo herzustellen. Und ein Gemeinschaftsempfinden wirkt sich erwiesenermaßen positiv auf die Effektivität und die Moral aus. Wie man Berührungspunkte findet und ein Wir-Gefühl aufkommen lässt, ohne dass man sich schnell auf einen Kaffee in der Caféteria treffen kann, dabei helfen folgende Anregungen.

Dank moderner Kommunikationsprogramme wie Skype oder Slack können Teampartner in verschiedenen Ländern zwar miteinander sprechen. Ob sie sich verstehen, das ist eine andere Sache. Das Englisch von Kollegen einiger Länder ist so akzentversehen, dass es schwer sein mag, den Ausführungen des jeweils anderen zu folgen. Dazu kommen kulturelle Unterschiede. Nein zu sagen ist in manchen Nationen tabu, und man sagt aus Höflichkeit zu vielem oft “ja”, obwohl man die Aufgabe nicht termingerecht ausführen kann oder nicht weiß, was gemeint ist. Unterschiede in Arbeitsweise, Lebenshintergrund und Verdienst erschweren ein Gemeinschaftsgefühl oft zusätzlich.

1Zeig Empathie

Bevor Du in einem Skype-Meeting Geschäftsangelegenheiten besprichst, halte kurz Small Talk. Erkundige Dich nach dem Befinden und behalte dabei auch den Unterschied der Zeitzonen im Hinterkopf. Wenn es für Dich früher Morgen ist, steht der andere möglicherweise kurz vor dem Feierabend. Der World Time Buddy ist eine wunderbare Webseite, die zeigt, wie spät genau es in verschiedenen Städten der Welt ist.

Überlege vor dem Gespräch, was Dich selber besser inkludiert fühlen lässt. Versuch Dich dabei in die Situation des anderen zu versetzen. In was für einem ökonomischen Klima arbeitet er, gibt es gerade (politische, wetterbedingte oder gesellschaftliche) Ereignisse in dem Land, die man als Gesprächsaufhänger nutzen kann.

Solltest Du vorher wissen, dass Dein Teamkollege schlecht zu verstehen ist, bitte ihn, von Vornherein langsam zu sprechen. Er hat dann womöglich mehr Verständnis für Dich und gibt sich Mühe, deutlich zu reden. Auch die Qualität der Kommunikation ist dann eine andere.

2Nutze technische Möglichkeiten

Den Partner in einem anderen Land über Lautsprecher zu hören, gibt einem nur einen kleinen Eindruck von der Person, mit der man es zu tun hat. Wann immer es möglich ist, nutze bei einem Konferenzgespräch daher die Video-Option. Es ist sehr hilfreich, das Gesicht und die Reaktionen des jeweils anderen zu sehen.

Wenn Du komfortabel damit bist und die Unternehmenskultur es erlaubt: Verbinde Dich mit den Kollegen auf Facebook oder Twitter. Das mag nicht für jeden etwas sein, denn manch einer hält seinen persönlichen Lebensbereich lieber privat. Dennoch, so erfährst du, was Deine Kollegen in der Freizeit machen und hast beim nächsten Anruf etwas, worüber beide begeistert reden können, bevor es ums Business geht. Das schafft Sympathie und verbindet.

3Initiiere einen virtuellen Kaffeeklatsch

Selbst wenn es nichts Geschäftliches zu besprechen gibt, plane einen kurzen Video-Chat mit den Kollegen. Gerade in der Anfangsphase, wenn sich die Teampartner noch nicht kennen, kann es erfrischend sein, wenn alle Beteiligten sich zumindest schon einmal gesehen und kurz miteinander gesprochen haben. Es ist außerdem eine nette Geste und zeigt Wertschätzung.

4Achte auf deine Ausdrucksweise

Überprüfe vor einem virtuellen Meeting Deine Gesprächspunkte daraufhin, dass diese von Kollegen aus verschiedenen Kulturen verstanden werden können. Nicht jeder kennt die lokalen Phrasen und Slangs Deines Arbeitslandes. Sei ferner vorsichtig mit Sprachweisen, die von anderen als harsch angesehen werden können. Ein direktes “Nein” und Kritik wirken auf manche sehr ablehnend. Erkläre stattdessen lieber, warum Du einen Vorschlag als nicht vorteilhaft siehst und schlage Alternativen vor. Mache Dir auch klar, dass die Lebensumstände von Land zu Land unterschiedlich sind. Während Du erzählst, wo Du überall im Urlaub warst, hat der Andere sein Land womöglich noch nie verlassen. Ein Gespräch kann so eher trennend als verbindend enden. Der Business-Knigge auf auslandskarriere.de fasst Geschäftspraktiken verschiedener Länder zusammen und zeigt, wie man Fettnäpfen vermeiden kann.

Zuletzt gilt, wer neugierig ist und die Zusammenarbeit mit Kollegen im Ausland als Bereicherung ansieht, der profitiert davon. In einer globalen Welt sind interkulturelle Kompetenzen immer mehr gefragt, und wenn man in der Vergangenheit bereits erfolgreich Projekte mit internationalen Teams abgeschlossen hat, dann macht sich das auch für die Zukunft gut im Lebenslauf.

Nach Studium und Volontariat zog es Sabine Feske 2010 nach Südafrika. Dort arbeitete sie zunächst bei Amazon Kindle Direct Publishing und unterstützte Autoren und Verlage dabei, ihre Bücher digital zu veröffentlichen. Heute zeigt sie Südafrika-Besuchern als selbständige Reiseleiterin die schönsten Ecken Kapstadts und verfasst für verschiedene Auftraggeber Texte, die sich mit den Themen Reisen und Auswandern befassen. Seit 2017 schreibt sie für Auslandskarriere.