Vorstellungsgespräch: Auf persönlicher und fachlicher Ebene überzeugen

Die Bewerbung um eine neue Arbeitsstelle ist immer aufregend und mit neuen Herausforderungen verbunden. Umso wichtiger ist eine gute Vorbereitung, und zwar von Anfang an. Auch in der Bewerbungsphase vom Anschreiben bis hin zum Vorstellungsgespräch, zählt Qualität vor Quantität. Doch was sind die bedeutendsten Elemente des Vorstellungsgesprächs? Da du die Bewerbung und somit die grundlegenden Daten wahrscheinlich bereits vorgelegt hast, geht es nun darum, den potenziellen Arbeitgeber auf persönlicher und fachlicher Ebene von dir zu überzeugen. Hier sind die wichtigsten Tipps zusammengefasst, welche deine Chancen, den Traumjob zu erhalten, erhöhen.

Dos – Das Wichtigste zusammengefasst:

Relevante Unternehmensinformationen und Unterlagen zu jeder Bewerbung sammeln

Die Vorbereitung ist das A und O und dazu gehören schließlich auch Hintergrundinformationen zum Unternehmen selbst und der Position auf die du dich bewirbst.

Prüfe deine Social Media Accounts wie Facebook, Twitter, Instagram und LinkedIn

Partyfotos, schlechte Bewertungen von Restaurants oder vielleicht ein vernachlässigtes LinkedIn Profil kann dich schlecht dastehen lassen. Wer sich nicht sicher ist, der sollte lieber alle öffentlichen Profile auf unsichtbar stellen.
Halte alle Unterlagen sowie die Bekleidung griffbereit: Am Tag vorher alles sauber hinzulegen und gebügelt zu haben, kann dir viel Stress und Zeit sparen.

Nehme dir deine Unterlagen inklusive Bewerbungsschreiben und Lebenslauf in einer schönen und neuwertigen Mappe mit zum Gespräch

Auch, wenn du dich online bewirbst, solltest du alle Unterlagen mit zum Vorstellungsgespräch mitnehmen, da ein Personaler eventuell darauf zurückkommt.

Bleibe stets ruhig und freundlich

Vielen ist die Nervosität buchstäblich ins Gesicht geschrieben, wenn du zu einem Vorstellungsgespräch gehst. Ein Vorstellungsgespräch signalisiert, dass man Interesse an dir hat und selbst wenn es nicht klappt, sollte man das Gespräch als Lernerfahrung ruhig mitnehmen. Wer weiß, dass er in solchen Situationen zu Panik neigt, der sollte vorher keinen Kaffee trinken und versuchen zu meditieren.

Achte auf deine Körperhaltung

Man spricht nicht nur mit dem Mund, sondern mit dem ganzen Körper. Üben das Vorstellungsgespräch vor dem Spiegel und überprüfe wie du dich gibst. Eine nach vorne lehnende Haltung signalisiert Interesse, wobei eine nach hinten lehnende Haltung eher Desinteresse bedeutet.

Trete selbstbewusst, aber nicht dominant auf

Niemand mag Angeber, aber Selbstbewusstsein gehört in vielen Berufen dazu und du solltest wissen, was du kannst. Wer nicht auf Fragen antworten kann oder sich keine Erfolge eingesteht, der wirkt absolut unsicher.

Zeige Interesse, indem du Fragen zum Unternehmen stellst

Das Vorstellungsgespräch ist natürlich dazu da, damit sich beide Seiten kennenlernen. Wer nur von sich redet, kann schnell unsympathisch wirken. Stelle am besten Fragen, die nicht auf der Webseite oder Stellenanzeige beantwortet werden können.

Bereite dich auf kritische Fragen vor

Für jede Situation solltest du gewappnet sein. Wer gar nicht auf situationsbedingte Fragen antworten kann, kommt nicht gut rüber. Bereite dich deshalb auf einige Beispiele aus deinen vergangenen Arbeitserfahrungen vor.

Don’ts – Bloß nicht:

Zu spät zum vereinbarten Termin erscheinen

Zu spät kommen sollte um jeden Preis vermieden werden. Wer weiß, dass es eventuell zu viel Verkehr kommen sollte, der muss dies unbedingt vorher einplanen. Um sicher zu gehen, dass man nicht zu spät kommt, kann man eine Stunde zu früh ankommen und sich dann in ein Café setzen und dort die Bewerbungsfragen noch einmal durchlesen.

Augenkontakt vermeiden

Augenkontakt suggeriert Ehrlichkeit und Vertrauen. Bei fehlendem Augenkontakt kann man meinen, du hättest etwas zu verbergen.

Laschen oder keinen Händedruck zur Begrüßung

Der erste Eindruck zählt und dazu gehört auch der Händedruck. Achte zudem darauf, dass du keine schwitzigen Hände hast, denn dies kann für dein Gegenüber sehr unangenehm werden.

Dick auftragen

Angeberei, aufdringliches Parfum, zu viel Haargel oder Make-up wirken aufgesetzt und nicht authentisch. Sei dir selbst treu und verstecke dich nicht hinter einer Maske.

Nach Zigarettenrauch riechen oder Kaugummi kauen

Starker Zigarettenrauch oder Kaugummi kauen wie eine Kuh wirken alles andere als elegant. Denk immer daran: Wie du dich beim Vorstellungsgespräch gibst, so wirst du womöglich auch beim Kunden vorstellen und dies kann unter Umständen ein Problem für den Arbeitgeber darstellen, wenn du hierauf nur wenig Wert legst.

Klingendes oder vibrierendes Handy

Beim Vorstellungsgespräch muss das Handy ausgestellt werden. Nichts sollte innerhalb dieser Stunde wichtiger sein.

Arme verschränken

Verschränkte Arme wirken auf dein Gegenüber misstrauisch und sauer und wer möchte schon mit einem Stinkbären arbeiten?

Von persönlichen Problemen erzählen

Probleme, die nicht im direkten Zusammenhang mit der Bewerbung stehen und aus denen du etwas lernen kannst, sollten erst gar nicht erwähnt werden.

Sich in einer Opferrolle von irgendwas oder irgendwem zu präsentieren

Auch, wenn der letzte Arbeitgeber dir ganz übel mitgespielt hat, solltest u niemals negativ von diesem reden, denn dies kann mehr über dich aussagen als über den üblen Chef. Bleibe sachlich.

Sich als Erstes über Verdienst, Urlaubstage und Versicherungsleistungen zu informieren

Ja, es geht bei einem Job auch ums Geld, allerdings geht es bei einem Vorstellungsgespräch in erster Linie um das erste Kennenlernen. Feinheiten werden in der Regel erst später abgeklärt.

Keine Fragen

Wer gar keine Fragen zum Unternehmen und weiteren Details der Arbeitsstelle stellt ist entweder nicht gut vorbereitet oder interessiert sich nicht wirklich.

Keine Stärken und Schwächen im Gespräch nennen zu können

Es gibt manchmal die Sorte Bewerber, die sich nicht trauen sich selbst zu loben beziehungsweise denen eine gesunde Selbsteinschätzung einfach fehlt. Andere wiederum nennen nur Schwächen, wie Schokolade oder Ungeduld. Die Personaler haben dies alles schon gehört. Sei deshalb ehrlich und überlege dir im Vorfeld, was du eventuell verbessern kannst.

Keine beruflichen Ziele für die Zukunft haben

Im Idealfall bekommst du einej unbefristeten Vertrag angeboten und kannst in dem Unternehmen die Karriereleiter hinaufklimmen. Wer sich jedoch keine Zukunftspläne macht, der hat auch schlichteinfach keine Motivation.

Marlene Schimanski ist die Gründerin und Chefredakteurin von Auslandskarriere. Sie lebte bereits in fünf verschiedenen Ländern (Portugal, Island, Österreich, Irland und Australien) und ist 2013 nach Australien ausgewandert. Sie hat bei PwC und KPMG im Global Mobility gearbeitet, bevor sie sich als Englisch-Übersetzerin und Karrierecoach selbstständig machte. Sie hat einen Masterabschluss in International Business Administration.