Praktikum in England

Das eigene Englisch vertiefen und das in einer aufregenden Metropole wie beispielsweise London: Für viele Berufsanfänger ist dies wie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Und in der Tat ist Großbritannien ein ideales Land, um Sprachkenntnisse zu verbessern und gleichzeitig Erfahrung auf dem englischsprachigen Arbeitsmarkt zu sammeln. Günstige Flüge und eine minimale Zeitumstellung machen das Königreich ebenfalls attraktiv. London ist ein wichtiges Finanz- und Handelszentrum, und wer Referenzen aus UK vorweisen kann, erhöht seine zukünftigen Chancen auf dem englischsprachigen Arbeitsmarkt weltweit.

Obwohl Englands Ausstieg aus der EU, der Brexit, große Verunsicherung verursacht, sollte es zumindest bis 2021 ohne Probleme möglich sein, dort zu bisherigen Konditionen Praktika zu absolvieren. Denn bis 2021 ist vorgesehen, dass Großbritannien wie jeher alle EU-Regeln einhält. Danach wird es wahrscheinlich weiterhin ein dreimonatiges, kostenloses Touristenvisum geben. Wie die Regelung bei längeren Aufenthalten lauten wird, ist noch unklar. Im ärgsten Fall muss man mit einer Gebühr für ein kostenpflichtiges Visum rechnen und organisatorischen Aufwand einkalkulieren. Der Zeitpunkt für einen Praktikumsaufenthalt in England ist also gerade jetzt noch günstig. Wer dies vorhat, den erwarten besonders in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Tourismus gute Chancen.

Wie und wo finde ich ein Praktikum in England?

Lokale Onlinebörsen wie beispielsweise StudentJob sind eine ideale Fundgrube für jeden, der das Projekt “Praktikum in England” selber in die Hand nehmen möchte. Diese listen aktuelle Praktikumsangebote auf, bewerben muss man sich entweder bei den Firmen direkt oder über die entsprechende Webseite. In Zukunft findest Du auch auf Auslandskarriere.de entsprechende Stellen. Der Vorteil ist, dass du gezielt nach Jobs suchen kannst, die dich in deiner Karriere weiterbringen. Hat man es geschafft, sich selber ein Praktikum in England zu besorgen, stärkt dies nicht nur das Selbstbewusstsein, sondern es macht sich auch exzellent im Lebenslauf. Non-Profit-Organisationen bieten ebenfalls interessante Praktika in den Bereichen soziale Arbeit, Umwelt oder Naturschutz an. Diese sind in der Regel unbezahlt, die persönliche Bereicherung kann jedoch enorm sein. Wer es ganz einfach haben möchte und dazu bereit ist, dafür einiges hinzublättern, der kann eine Vermittlungsagentur beauftragen. Diese Agenturen nehmen oft 500 bis 1000 Euro dafür, dass sie dir ein Praktikum vermitteln. Kosten für Flüge und Unterkunft müssen meist noch zusätzlich entrichtet werden.

Wie finde ich ein bezahltes Praktikum in England?

Du musst ganz schön rechnen und für dich kommt nur ein bezahltes Praktikum in Frage? Dann heißt es Ärmel hochkrempeln, offene Stellen recherchieren und bewerben was das Zeug hält. Probieren kann man es zum Beispiel auf englischen Jobportalen oder bei deutschen Firmen mit Tochterunternehmen in England. Bei Praktika in den Bereichen Hotellerie oder Tourismus muss man unter Umständen etwas forschen. Frage dich, für welche Unternehmen deine deutschen Sprachkenntnisse eventuell von Vorteil sein könnten und suche im Internet dementsprechend. Je nach Branche, Job und Ort fällt der Verdienst zwischen 400 und 1400 Euro pro Monat aus.

Voraussetzungen für ein Auslandspraktikum in England & was sollte man beachten?

Praktikums-Vermittlungsagenturen setzen erfahrungsgemäß ein Mindestalter zwischen 17 und 18 Jahren voraus. Gute Sprachkenntnisse werden ebenfalls erwartet. Berufliche Vorkenntnisse sind nicht unbedingt nötig, jedoch kann es nicht schaden, wenn man bereits erste Erfahrungen im entsprechenden Berufsfeld gemacht hat. Du solltest dich zwei bis drei Monate vor dem geplanten Praktikumsstart bei einer Agentur bewerben, damit du zum gewünschten Zeitpunkt beginnen kannst.
Auch für selbst organisierte oder gar bezahlte Praktika versteht es sich natürlich, dass gute Englischkenntnisse vorhanden sein müssen. Einige Unternehmen oder Bereiche setzen Vorerfahrungen voraus. Das können eine abgeschlossene Ausbildung, ein abgeschlossenes Studium oder auch frühere Praktika sein.

In England herrschen in vielen Firmen strikte Kleidungsregeln. Erkundige dich vor dem Praktikum, wie diese bei deinem Unternehmen lauten und packe den Koffer entsprechend.

Praktikum in England: Kosten

Bei einem Auslandspraktikum geht es weniger darum, Geld zu verdienen als wertvolle Erfahrungen für die berufliche Zukunft zu sammeln. Umso wichtiger ist es zu wissen, mit welchen Ausgaben dies verbunden ist. Zumal Großbritannien ein teures Pflaster ist. Im populären London sind die Lebenshaltungskosten astronomisch hoch. Günstigere Städte sind Brighton, Oxford oder Manchester. Auch in den ländlichen Gebieten lassen sich Praktikumsplätze finden.

Wenn man Glück hat, ist das Gehalt bei vergüteten Praktika den Lebenshaltungskosten angepasst. Trotzdem lohnt es sich, die Kosten für folgendes im Hinterkopf zu halten:

  • Flüge: ab 20 Euro eine Strecke zum Schnäppchenpreis
  • Miete für ein Zimmer: beispielsweise um 170 Euro pro Woche für ein WG-Zimmer in Manchester
  • Öffentliche Verkehrsmittel pro Monat: Eine Monats-Busfahrkarte für Studenten kostet in Manchester um 50 Euro. Im teuren London bietet sich die Oyster-Card Mit dieser aufladbaren Karte zahlt man nur die Fahrten, die man tatsächlich unternimmt.

Bewerbung in England: Formelle Unterschiede

Achtung, die englische Bewerbung unterscheidet sich von der Weise, wie sie in Deutschland üblich ist. Wer sich in England bewirbt, benötigt nur einen Lebenslauf und ein Anschreiben. Arbeitsproben, Zeugnisse oder ein Foto reicht man nicht ein – diese können im Zweifelsfalle nachgereicht werden. Ferner wird der Lebenslauf so aufgebaut, dass der aktuellste Job ganz oben steht und ältere Berufserfahrungen unten. Am besten schaust du unter folgendem Link, wie genau du die beiden Dokumente aufsetzen musst. Auslandskarriere bietet hier eine detaillierte Beschreibung.

Wo wohne ich während meines Praktikums in England?

Gastfamilien, Privathaushalte und Wohngemeinschaften sind beliebte Unterkunftsarten bei Praktikanten. Positiver Nebeneffekt ist, dass du deine Sprachkenntnisse im Austausch mit Mitbewohnern oder Gasteltern auch neben der Arbeit noch stärken kannst. WG-Börsen vermitteln Mitbewohner und Wohnungen. Eine von ihnen ist zum Beispiel Flatmate Rooms. Eine Alternative dazu stellt AirBnB dar, wo Privatanbieter manchmal auch wochenweise ein Zimmer vermieten. Im teuren London sollte man frühzeitig nach bezahlbaren Unterkünften schauen. Außerhalb der Städte ist es meist günstiger als im Stadtkern. Wenn eine gute Verkehrsanbindung zum Praktikumsort besteht, sind die Vororte erwägenswert.

Leben in England während des Praktikums

Praktikanten in englischen Unternehmen arbeiten bis 40 Stunden pro Woche. Die Pausen dauern dabei manchmal länger als in deutschen Firmen. Doch neben den Einblicken in das englische Berufsleben möchtest du während deiner Praktikumszeit bestimmt auch das Land mit seiner Kultur kennenlernen. In London warten Buckingham Palace, Tower, die Oxford Street und der Camden Market darauf erkundet zu werden. Generell darf der Besuch eines typische englischen Pubs nicht fehlen, und Fish&Chips sollte man während seines Aufenthalts auch gegessen haben.
Die Briten sind sehr höfliche Menschen, auf Pünktlichkeit und Etikette wird großer Wert gelegt. “Bitte” und “danke” zu sagen ist immer angebracht, in der Schlange stellt man sich stets hinten an. Man hält stets einen gesunden Abstand voneinander, die berühmte Armlänge. Zu enger Körperkontakt wird als unangenehm empfunden. Bei einem Bier mit Freunden im Pub ist es üblich, auch einmal die Rechnung für alle zu übernehmen. Im Gegenzug zahlt beim nächsten Mal dann jemand anderes.

Wie finde ich Freunde in England?

In Wohngemeinschaften oder durch den Kontakt mit der Gastfamilie findet man schnell Anschluss. Möglicherweise kannst du auch Kollegen fragen, ob sie dir die Stadt zeigen oder etwas mit dir unternehmen. Vielleicht gibt es in der Firma ja auch andere Praktikanten, zu denen du dich gesellen kannst. Schließ dich sonst auch einer Expat-Community wie beispielsweise Internations an, um mit anderen im Ausland Lebenden in Kontakt zu kommen.