Jobs für Deutsche im Ausland: Wie suche ich am besten nach Firmen im Ausland?

Deutsches Fachwissen und die deutsche Sprache sind im Ausland sehr gefragt. Ein Job im Ausland kann sehr reizvoll sein: Andere Kulturen kennenlernen, den eigenen Horizont erweitern, neue Sprachen lernen oder perfektionieren und nebenbei den Lebenslauf aufpolieren. Oftmals ist sogar eine satte Gehaltserhöhung drin, wenn man das nötige Fachwissen mitbringt. Für manch anderen kann ein Job im Ausland auch der Weg aus der Arbeitslosigkeit bedeuten. Hierzu gehören Leute ohne Ausbildung, aber auch besonders junge Akademiker können einen guten Einstiegsjob nach dem Studium im Ausland finden.

Die erste Anlaufstelle für viel Deutsche, die nach Jobs im Ausland suchen, ist in den meisten Fällen Google. Allerdings stecken hinter vielen Webseiten Vermittlungsagenturen oder Organisationen, die wenig Informationen bereitstellen und nur auf eine schnelle Kommission aus sind.

Wie findet man also die passenden Firmen, bei denen man sich im Ausland bewerben kann?

Die erste Idee wäre, sich bei deutschen Firmen im Ausland zu bewerben:

Jobs bei deutschen Firmen im Ausland

Viele Außenhandelskammern (AHK) haben ein breitgefächertes Netzwerk an Kontakten und Adressen zu deutschen Firmen im Ausland. Suchen Sie nach der AHK in Ihrem Zielland und schauen Sie sich das Mitgliederverzeichnis an. Hier finden Sie deutsche, aber auch internationale Firmen, die mit der jeweiligen AHK verbunden sind. Zusätzlich geben einige Außenhandelskammern Verzeichnisse mit deutschen Zweigstellen im jeweiligen Land heraus. Diese Verzeichnisse sind jedoch nicht umsonst und kosten im Schnitt 100 Euro.

Man kann sich natürlich auch selbstständig auf die Suche machen. Wikipedia hat bereits eine Liste mit deutschen Firmen zusammengestellt. Man muss also nur schauen, ob es die Firma auch im Wunschland gibt. Klick

Wenn man im Ausland nach einer geeigneten Stelle sucht, sollte man sich keinesfalls auf Stellenanzeigen in Online-Jobbörsen oder Zeitungen beschränken. Auch wenn die Firma zur Zeit keine ausgeschriebenen Stellen hat, bedeutet dies nicht, dass es aktuell keine Vakanzen gibt. Viele Unternehmen inserieren nicht selbst, lassen Headhunter suchen oder befördern in der Regel ihre eigenen Mitarbeiter. Eine Bewerbung kann sich also auch ohne offizielle Stellenausschreibung lohnen. Initiativbewerbungen sind im Ausland zudem üblicher als in Deutschland.

Praktika bei deutschen Firmen im Ausland

Wer bei Google nach einem Praktikum im Ausland sucht, wird fast wahnsinnig – zahlreiche Organisationen werben mit Traumpraktika unter der Sonne, jedoch verlangen die meisten Organisationen Geld für die Vermittlung und für das Praktikum selbst wird man nur sehr selten oder sehr geringfügig bezahlt.

Auslandspraktika bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer oder dem Goethe-Institut werden in der Regel ebenfalls nicht oder nur sehr geringfügig bezahlt. Außerdem muss man sich rechtzeitig bewerben, da viele der Praktikumsplätze bereits ein Jahr im Voraus vergeben werden. Viele bekannte deutsche Firmen im Ausland werden regelrecht mit Praktikumsbewerbungen überschwemmt, daher sollte man sich nicht allzu sehr an deutsche Firmen im Ausland klammern.

Deutschsprachige Jobs im Ausland

Am einfachsten ist es natürlich nach deutschsprachigen Jobs im Ausland zu suchen, denn deutsche Muttersprachler muss man natürlich aus Deutschland importieren und die Konkurrenz im Zielland ist nicht allzu groß. Bei den großen IT-Firmen in Dublin, Barcelona und Prag werden immer deutschsprachige Mitarbeiter gesucht. In Irland gibt es vermehrt deutschsprachige Jobs, da dort viele globale Unternehmen ihr europäisches Headquarter haben. Von dort werden also die deutschen Kunden betreut und deshalb benötigt man Muttersprachler. Ein weiterer Pluspunkt für Irland ist, dass sich ein Job bei einem Tech-Giganten wie Google, IBM, PayPal, LinkedIn, Twitter usw. äußerst gut auf dem Lebenslauf macht und sehr hilfreich für die weitere Karriere ist.

Habe ich als Deutscher bessere Chancen bei deutschen Firmen im Ausland?

Leider nicht. Viele deutsche Firmen im Ausland bekommen zahlreiche Bewerbungen aus der Heimat. Glück kann man aber dennoch haben, wenn man sich klar abgrenzen kann, wie zum Beispiel als Fachkraft in einem Spezialgebiet, mit langer Berufserfahrung oder vorheriger Einstellung bei der Firma im Heimatland. Man sollte sich aber auf keinen Fall auf deutsche Firmen im Ausland versteifen.

Bei welchen Firmen hat man mehr Chancen?

Große internationale Firmen haben einen größeren Bezug zu Diversity und stellen daher eher Ausländer ein als kleine Firmen. Außerdem haben große Firmen mehr Erfahrung mit Visumsanträgen (falls man einen Sponsor sucht).

Die Firma Great Place To Work gibt es in den meisten Industrieländern und hat es sich zur Aufgabe gemacht, jedes Jahr die 100 besten Länder eines Landes zu wählen. Diese Liste wird jedes Jahr neu erstellt und kann kostenlos heruntergeladen werden.

DiversityInc gibt ebenfalls eine Liste mit Arbeitgebern heraus. Es gibt sogar eine Liste für Firmen mit der meisten Global Diversity. Die Firmen beziehen sich zwar auf die USA, allerdings haben die meisten dieser Firmen auch Tochtergesellschaften in anderen Ländern.

Suche nach Firmen in einer bestimmten Branche

Yellow Pages – die berühmten Gelben Seiten. Da ein Eintrag in den Yellow Pages Geld kostet, kann man davon ausgehen, dass nicht alle Firmen einer bestimmten Branche in den Gelben Seiten vertreten sind, aber es kann sich trotzdem lohnen hier nach Firmen zu suchen.

Webseiten zu Messen einer bestimmten Branche oder Industrie (z.b. Tourismusmesse). Auch wenn Sie nicht zu einer Messe im Wunschland gehen können, lohnt es sich auf die Webseite zu schauen, da dort alle Messeaussteller aufgelistet werden. Dies gilt natürlich auch für Webseiten von Career Fairs für Absolventen oder Spezialisten in einer bestimmten Branche.

LinkedIn bietet die Möglichkeit nach bestimmten Branchen zu suchen. Verwenden Sie im Dropdown-Menü die Suchfunktion “Unternehmen” und suchen Sie zum Beispiel nach “Tourismus”. Die Suche kann auch weiter eingegrenzt werden (Standorte, Branche, Unternehmensgröße, usw.). Das Tolle an LinkedIn ist außerdem, dass auf dem LinkedIn Firmenprofil meist schon ein Kontakt angegeben ist, mit dem Sie sich in Verbindung setzen können.

Stellenanzeigen – rückwärts suchen

Suchen Sie in den bekannten Online-Jobbörsen nach offenen Stellen. Wenn Sie also zum Beispiel ein Produktmanager sind und eine Firma gerade nur eine offene Stelle für einen Junior Produktmanager bewirbt, kann diese Stellenanzeige dennoch interessant für Sie sein, wenn der Job der Firma in einer für Sie interessanten Branche ist. Googeln Sie also die Firma und schauen Sie auch bei LinkedIn, wer aktuell der Produktmanager dieser Firma ist. Dessen Profil und Portfolio könnten ebenfalls für Sie interessant sein, da Sie wissen, welche Qualifikationen und Erfahrungen nötig sind, um diese Stelle zu erhalten. Werfen Sie auch einen Blick auf die vorherigen Jobs dieser Person – vielleicht finden Sie so zu anderen Firmen in dieser Industrie.