Tipps gegen Heimweh im Ausland

Wenn zum ersten Mal der ganze Mut zusammengenommen wurde und alle Reisevorbereitungen für einen längeren Aufenthalt im Ausland abgeschlossen sind, kann es endlich mit dem Abenteuer für einen neuen Lebensabschnitt losgehen. Zu Beginn überwiegen die Aufregung und die Neugier über das neue Land, dass es kennenzulernen gilt, die neuen Eindrücke die gesammelt werden und die Menschen, denen man begegnen wird. Die ersten Tage fernab der Heimat vergehen meist wie im Flug und man ist viel zu sehr damit beschäftigt, alles was um sich herum geschieht aufzusaugen.

Bei vielen Auswanderern lässt aber auch nach einer Weile die anfängliche Euphorie über das Neue nach. Dann beginnt man zwangsweise an die in der Heimat zurückgebliebenen Familienmitglieder und Freunde zu denken und Heimweh schleicht sich ein. Auch wenn es sich dabei um eine ganz natürliche Reaktion handelt, speziell bei jungen Auswanderern, die zum ersten Mal auf eigenen Beinen stehen, kann dieses Gefühl für einige Menschen erdrückend sein. Jeder geht unterschiedlich mit diesen Empfindungen um und hat seine eigene Art damit fertig zu werden. Nur bei den wenigsten Auswanderern ist das Heimweh so groß, dass sie vorzeitig die Heimreise antreten. Das Auf und Ab der Gefühle während einem Auslandsaufenthalt wird auch als „W-Kurve“ beschrieben und bezeichnet das Gefühlschaos in einem fremden Land

Doch es gibt einige Tipps, mit denen man sich mit dem Heimweh arrangieren kann. Denn diese vielleicht einmalige Zeit im Ausland sollte man in vollen Zügen genießen und nicht damit verbringen über Heimweh zu klagen.

Regelmäßiger Kontakt zu den Daheimgebliebenen

Dank der heutigen Technik ist es auch ohne großen finanziellen Aufwand möglich weltweit mit Menschen in Kontakt zu bleiben. Per Telefonat, Video-Chat oder Kurznachrichten können Neuigkeiten in Echtzeit geteilt werden. Online Telefondienste wie beispielsweise Skype, Viber oder WhatsApp werden meist sowieso von Smartphone oder Tablet-Nutzern verwendet und erleichtern die Kommunikation über viele tausende Kilometer hinweg ungemein. Wenn also im gewählten Ausland eine stabile Internetverbindung zur Verfügung steht, können diese Anbieter genutzt werden, um regelmäßig mit Familie und Freunden zu sprechen. Gerade bei Video-Chats sieht man seine Gesprächspartner, was ein gewisses Gefühl von Nähe vermittelt. Hier kann der Auswanderer seine Eindrücke und Empfindungen mit den Liebsten teilen und fühlt sich dann nicht mehr so allein. Auch bei einem Blick auf die Facebook Timeline kann man sehen, was die Daheimgebliebenen alles tun. Hierfür sollte jeder für sich das richtige Maß finden, denn bei einigen kann der Anblick von Familie und Freunden das Heimweh noch verschlimmern. Je nach Lage auf dem Breitengrad sollten etwaige Zeitverschiebungen in Betracht gezogen werden, was die Live-Unterhaltung erschweren könnte.

Auf andere Gedanken kommen

Nichts hilft besser gegen Heimweh als sich davon abzulenken. Dies kann man auf vielfältige Weise und je nach verfügbarer Zeit tun. Entweder stürzt man sich voller Elan und Tatendrang in seine neue Aufgabe, falls die Auswanderung mit einer beruflichen neuen Herausforderung zusammenhängt, oder man erkundet Land und Leute. Auf diese Weise macht man sich  besser mit der neuen Umgebung und den Gebräuchen vertraut und hat kaum Zeit daran zu denken, wie sehr man seine gewohnte Umgebung vermisst.

Neue Kontakte knüpfen

Das Schließen neuer Freundschaften ist ideal, um das Heimweh zu vergessen und die Zeit im Ausland richtig zu genießen. Neue Freunde oder Bekannte bringen einen auf andere Gedanken und bei der gemeinsamen Freizeitgestaltung bleibt wenig Raum für Traurigkeit. Speziell Hobbys oder sportliche Aktivitäten eigenen sich bestens dafür mit neuen Leuten in Kontakt zu treten. Außerdem hat man direkt ein gemeinsames Thema, über das man sich austauschen kann. Natürlich benötigt es etwas Zeit, bis echte Freundschaften entstehen. Sind diese unsichtbaren Bänder aber einmal geknüpft, kann man sich dieser Person auch anvertrauen und ihr mitteilen, dass man seine Heimat schrecklich vermisst. Oftmals hilft es auch einfach mit einer Person darüber zu sprechen.

Der therapeutische Ansatz

Seit geraumer Zeit nutzen Menschen Tagebücher, um ihre persönlichen Gedanken und Empfindungen niederzuschreiben und zu Wort zu bringen. Dies kann sehr beruhigend sein und bei einem Reisetagebuch hat man ebenfalls den Vorteil, dass man später eine lebhafte Erinnerung an die Zeit im Ausland hat. Ob dies in Papierform oder digital geschieht, bleibt jedem selbst überlassen.

Vertraute Gegenstände

Im Reisegepäck sollte ein kleines Erinnerungsstück an die Heimat verstaut werden. Entweder haben Freunde oder Familie etwas zum Abschied gebastelt, was Platz im Koffer finden sollte oder man sucht sich selbst einen Gegenstand aus, den man mit dem zu Hause in Verbindung bringt und bei Heimweh herausholen kann.

Die erste Zeit durchstehen

Bei den meisten Auswanderern taucht das Heimweh speziell in der ersten Zeit auf, in der sich auch Zweifel bemerkbar machen können, ob man den mit der Reise ins Ausland die richtige Entscheidung getroffen hat. Hier sollte man versuchen stark zu sein und sich durchzukämpfen. Ist erst einmal ein gewisser Alltag und eine Routine eingekehrt, lässt auch das Heimweh Stück für Stück nach.

Festtage positiv gestalten

Gerade zu feierlichen Anlässen wie Weihnachten, Silvester, Ostern oder Geburtstagen ist die Gefahr von aufflammendem Heimweh besonders groß. Besonders dann, wenn diese Feiertage im gewählten Land nicht gefeiert werden. In diesem Fall bietet es sich an, selbst die Organisation einer kleinen Festlichkeit in die Hand zu nehmen und das neue Umfeld auf diese Weise mit den Gepflogenheiten von daheim vertraut zu machen. Für die Einheimischen wäre dies auch eine neue und besondere Erfahrung und die Möglichkeit etwas über die Traditionen in anderen Ländern zu erfahren. Sind andere Auswanderer in der näheren Umgebung, kann man sich gemeinsam für die Feiertage ein kleines Programm ausdenken, mit welchem die Entfernung zur Familie erträglicher wird.