Krank fliegen: Wenn Erkältungen und andere Krankheiten einen fluguntauglich machen

Internationale Geschäftsleute fliegen regelmäßig rund um die Welt. Doch was macht man, wenn man plötzlich krank wird? Wer denkt, dass man eine Erkältung im Flieger einfach auskurieren kann, indem man den ganzen Flug über schläft, kann sich ganz schön irren. Der geringe Platz, die kalte Flugzeugluft und vor allem der Druckausgleich im Flieger können einem ganz schön zu schaffen machen. Auch wenn es in Richtung Süden gehen soll – der Flug dahin kann ganz schnell zum Horrorerlebnis werden, wenn du tatsächlich zu krank bist, um zu fliegen.

Eine schnelle Entscheidung ist notwendig: Ist man flugtauglich?

Ein wenig Schnupfen ist nicht schlimm, eine Grippe oder sogar Ohrenschmerzen dagegen schon. Ist man sich nicht sicher, ob man den Flug gut überstehen wird, dann muss man dies vorher mit einem Arzt abklären. Viele Leute sind hin und hergerissen von der Frage: Verpass ich den Flug oder ist mir meine Gesundheit wichtiger? In der Regel kann man einen Flug bis zu 24 Stunden vor dem Abflug umbuchen und muss dann nur die Umbuchungsgebühr und eventuell die Differenz zu einer anderen Buchungsklasse bezahlen. Diesbezüglich hat jedoch jede Fluglinie ihre eigenen Regelungen. Wenn du glaubst, dass sich deine Erkältung nicht bessert, dann solltest du dich bezüglich der Umbuchungsregelungen deiner Fluglinie schon vorab informieren, bevor es zu spät ist und der Flieger ohne dich abfliegt.

Verletzungen und gebrochene Knochen

Ein gebrochener Knochen kann eine längere Flugreise schon ganz schön anstrengend machen. Ist der Arm gebrochen, kann der enge Raum im Flieger zur Belastungsprobe werden. Das gleiche gilt für Verstauchungen jeglicher Art. Hat man sich den Fuß oder sogar das Bein gebrochen wird es schwer werden von einem Gate zum anderen zu kommen. Hinzukommt natürlich noch die Sicherheitskontrolle am Flughafen.

Wenn dir ein Rollstuhl helfen kann, dann musst du diesen mindestens 36 Stunden vor Abflug anmelden. Die Kosten für den Rollstuhl werden von dem jeweiligen Flughafen auf alle Fluggesellschaften abgerechnet. Ein Rollstuhl ist nicht nur für Menschen mit Behinderung vorgesehen. Jeder Fluggast, der mit einer eingeschränkten Mobilität zu kämpfen hat, kann ebenso einen Rollstuhl anfordern. Mehr Informationen hierzu findest du hier.

Verschnupft oder Grippe?

Wenn du nur ein wenig verschnupft bist und kein Fieber hast oder sogar an einer Nasennebenhöhlenentzündung leidest, dann könntest du selbst einen Langstreckenflug mit etwas Nasenspray überstehen. Kaufe dir am Besten ein abschwellendes Nasenspray (nicht mit Meersalz), damit du durchatmen und während des Fluges den Druckausgleich überstehen kannst. Ein abschwellendes Nasenspray hat gefäßverengende Eigenschaften und sollte nur über einen kurzen Zeitraum (nicht mehr als eine Woche) verwendet werden, da ein dauerhafter Gebrauch die Schleimhäute austrocknen kann.

Das Spray sollte ungefähr eine halbe Stunde vor Abflug und Landung benutzt werden und gegebenenfalls während des Fluges, falls es zu Druckabfall kommen sollte. Wer Fieber und alle anderen Erkältungsbeschwerden aufweist, sollte nicht fliegen. Denn sonst läufst du Gefahr, dass sich die zunächst harmlose Grippe zu einer Lungenentzündung entwickelt oder dass der Druck schlimme Kopfschmerzen oder sogar Risse im Trommelfell verursacht.

Ohrenschmerzen

Bei Ohrenschmerzen solltest du auf keinen Fall fliegen. Der Druckausgleich im Flieger kann zu einer akuten Mittelohrentzündung führen und Schäden am Trommelfell anrichten. Wer im Flug plötzlich mit Ohrenschmerzen zu kämpfen hat, muss selbst für den Druckausgleich sorgen. Nase zuhalten und pusten, während der Mund ebenso verschlossen ist, führt dazu, dass die Eustachische Röhre sich wieder öffnet.

Magen-Darm Beschwerden

Wer unter dem Reizdarm-Syndrom oder Blähungen leidet, kann sich mit Pfefferminztropfen in Wasser Abhilfe schaffen. Mit einer Magen-Darm-Grippe gehört man jedoch ins Bett und sollten auf keinen Fall in den Flieger steigen. Bei einem Magen-Darm-Infekt hat man ohnehin Probleme genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Durch die trockene Luft im Flugzeug riskierst du deshalb zu dehydrieren. Zudem besteht akute Ansteckungsgefahr für die anderen Passagiere an Board.

Menstruationsbeschwerden

Mit deiner Periode kannst du problemlos fliegen. Der Druck im Flieger kann die Periode sogar auslösen, da die Blutgefäße sich im Flug weiten. Krämpfe können mit Schmerzmitteln oder Magnesiumpräparaten gelindert werden. Die meisten Fluggesellschaften haben in ihren Flugzeugtoiletten Binden, falls jemand diese benötigt.

Krankheiten an Board vermeiden

Um überhaupt an Bord nicht krank zu werden, solltest du stets darauf achten genug zu trinken und warm gekleidet zu sein, da die kalte Flugzeugluft überhaupt erst zu einer Erkältung führen kann. Um Völlegefühl zu vermeiden, solltest du auf ballaststoffreiche Kost achten.

Trockene Brötchen sättigen zwar, aber durch den Bewegungsmangel im Flieger können diese zu Verstopfungen führen. Solltest du zu krank aussehen, dann hat die Fluglinie das Recht, dich nicht an Bord zu lassen, da gegebenenfalls Ansteckungsgefahr für die anderen Passagiere und die Flugbegleiter besteht. Auch wenn du einen wichtigen Termin verpassen oder den Urlaub erst später antreten kannst, solltest du deine Gesundheit an erste Stelle setzen.

Tipps, wie du eine natürliche Reiseapotheke zusammenstellen kannst, findest du hier.

Disclaimer: Auslandskarriere ist kein Gesundheitsportal. Die hier aufgelisteten Tipps ersetzen keinen Arztbesuch im Krankheitsfall. Die Tipps wurden nach bestem Wissen und Gewissen aufgelistet. Für die Verwendung dieser Tipps ist jeder eigenverantwortlich.