Master ja oder nein: 5 Alternativen, die sich mehr lohnen als ein Masterstudium

Ein Master soll für die Studenten vorenthalten sein, die einen guten Bachelorabschluss nachweisen können, doch lohnt sich ein Masterabschluss überhaupt finanziell und beruflich?

Nach dem Bachelorabschluss bereits voll in den Beruf einzusteigen, kommt für viele erst gar nicht in Frage. Mit einem Master soll man sich in seinem Fach spezialisieren, um bessere Einstiegschancen zu bekommen und dies möchten die meisten nicht missen. Für naturwissenschaftliche Studiengänge, Mathematik und akademische Karrieren benötigt man zweifelsfrei einen Masterabschluss. Bei einigen Masterstudiengängen handelt es sich allerdings zum größten Teil um eine Wiederholung des bereits im Bachelor erlernten als um eine Vertiefung.

Nüchtern betrachtet wird ein Masterstudium angestrebt, um seine Karrierechancen voranzutreiben. Da allerdings viele so denken ist man heutzutage mit einem guten Masterabschluss nichts Besonderes mehr.

Es geht vielmehr um den Titel und das damit verbundene Ansehen. Um ein Experte auf seinem Gebiet zu werden, muss man aber nicht zwangsläufig einen Master vorweisen können. Die Wahrscheinlichkeit, dass du nach den zwei Jahren mit deinen Ex-Kommilitonen, die sich für den Master entschieden haben, um denselben Job bemühst, ist doch sehr gering. In dieser Zeit haben die anderen zwar neues Wissen erlangt, du bist dann aber auch nicht stehen geblieben.

Ohne Master entwickelt man sich ebenso weiter und kann im besten Fall viel mehr als nur einen weiteren Titel vorweisen. Auslandskarriere zählt fünf Alternativen auf bei denen du den versprochenen Karriereboost bekommst ohne zwei Jahre auf einen Titel zu ackern und in vielen Fällen sogar noch was dazuverdienen kannst.

1Arbeitserfahrung im Ausland

Direkt nach dem Bachelor im Ausland arbeiten? Geht das überhaupt? Natürlich! In vielen Ländern ist der Master nicht so weit verbreitet wie im deutschsprachigen Raum. Zugegeben hierzu gehört schon ein wenig Mut, aber dieser Mut wird auch mit erweiterten Sprach-, Kultur- und Berufskenntnissen belohnt. Ein absoluter Geheimtipp hierfür ist Irland. Dublin ist bekannt dafür ein IT-Hub für ganz Europa zu sein. Hier findet man Größen wie Google, Facebook, PayPal, eBay, IBM, HP und viele mehr. Absolventen haben hier besonders gute Einstiegschancen und viele Stellenausschreibungen sind auf Bachelorabsolventen ausgerichtet. Wenn man dennoch den Master nachmachen möchte, hat man in Irland ebenso oftmals die Chance diesen über die Firma nebenberuflich und gesponsert nachzumachen.

2Bloggen

Bloggen ist ein langfristiges Investment, welches dir dabei helfen kann sich einen Namen in deiner Branche zu machen. Hinzukommt, dass du am Ball bleibst und immer über die neuesten Themen Bescheid weißt. Über Plattformen wie Twitter oder LinkedIn kann man seine Blogartikel teilen und kommt so in Kontakt zu einflussreichen Leuten aus der Branche. Und wer weiß: vielleicht interviews du jemanden, der rein zufällig bei dem Unternehmen arbeitetet bei dem du schon immer arbeiten wolltest.

3Buch schreiben

Wer nach dem Verfassen seiner Bachelorarbeit die Lust am Schreiben nicht verloren hat, sollte darüber nachdenken ein Buch zu schreiben. Worüber sollest du schreiben? Das ist ganz dir überlassen. Vielleicht kannst du ein Thema aufgreifen, welches dich bereits im Studium brennend interessiert hat oder du schreibst über ein Artverwandtes Thema oder sogar einen Roman. Ist der Roman fertig, muss man heutzutage keine Angst mehr haben, dass niemand das Buch verlegen wird, denn mittlerweile kann man dies ganz einfach selbst machen mit Self-Publishing. Ein Buch auf deinem CV sieht um einiges beeindruckender aus als ein Mastertitel.

4Freiberufliche Tätigkeit und Selbstständig machen

Du möchtest gerne in einem bestimmten Bereich arbeiten, aber bekommst einfach kein Jobangebot? Niemand hindert dich daran dich selbstständig zu machen oder kleinere Aufträge auf freiberuflicher Basis anzunehmen. Jeder fängt klein an. Bei einer selbstständigen Tätigkeit nach dem Bachelor gewinnt man aber nicht nur viele Kunden über die Jahre und kann somit sein Gehalt selbst bestimmen, sondern erhöht seine Chancen ein Jobangebot zu bekommen, wenn man irgendwann keine Lust mehr hat für alles selbst verantwortlich zu sein.

5Networking

Wer nur Zuhause oder auf der Uni rumsitzt und büffelt, knüpft nur in den seltensten Fällen wertvolle Kontakte. Die Zeit nach dem Bachelor sollte zum Networking genutzt werden, wenn man sich für den Beruf und gegen einen Master entschieden hat. Networking wird viel zu oft missverstanden. Beim Networking geht es nicht darum, dass irgendwer jemandem irgendwann einen Gefallen tun kann, sondern darum sich auszutauschen und neues Wissen zu erlangen. Das zu diesem Wissen auch Tipps und Tricks für die Berufswelt enthalten sind, ist klar. Im Vertrieb oder im Personalwesen ist ein großes Netzwerk berufsbedingt absolut notwendig. Wer mehr Leute kennt, der zieht automatisch mehr Kunden ans Land und macht somit mehr Geld. Wer sich aber immer nur in den selben Kreisen bewegt und immer nur zu denselben Orten geht, läuft zwangsläufig immer nur denselben Leuten über den weg. Dies ist zwar gut, um langfristige Beziehungen aufzubauen, allerdings lernt man so schwer neue Leute kennen. Um gezielt in seiner Branche zu Netzwerken, muss man nur die Augen aufmachen. Messen, Veranstaltungen oder Vorträge gibt es für jede Branche in regelmäßigen Abständen in den meisten größeren Städten, man muss nur nach diesen Möglichkeiten suchen – und sich natürlich trauen hinzugehen.

Marlene Schimanski ist die Gründerin und Chefredakteurin von Auslandskarriere. Sie lebte bereits in fünf verschiedenen Ländern (Portugal, Island, Österreich, Irland und Australien) und ist 2013 nach Australien ausgewandert. Sie hat bei PwC und KPMG im Global Mobility gearbeitet, bevor sie sich als Englisch-Übersetzerin und Karrierecoach selbstständig machte. Sie hat einen Masterabschluss in International Business Administration.