Nacktscanner am Flughafen: Warum Sie nicht durch den Körperscanner laufen sollten

Ein bekanntes Szenario: Eine lange Schlange hat sich am Sicherheitscheck am Flughafen gebildet und alle Leute laufen, ohne sich groß darüber Gedanken zu machen, durch den sogenannten Körperscanner. Einige Fluggäste werden, obwohl sie gerade durchgeröngt wurden, nochmals abgetastet. Doch dann lehnt eine Frau den Sicherheitscheck mit dem Nacktscanner ab. Es werden keine Fragen gestellt und die Frau wird manuell von einer Sicherheitsdame abgetastet und darf dann weiter zum Gate.

Darf man die Sicherheitskontrolle mit dem Nacktscanner verweigern?

Ja, dies wissen die meisten Flughafengäste allerdings nicht. Laut der aktuellen Durchführungsverordnung (EU) Nr. 2015/1998 der Kommission vom 5. November 2015 ist die Nutzung des Körperscanners freiwillig. Dies bedeutet, dass niemand gezwungen werden darf, durch den Körperscanner zu gehen. Unter Punkt 4.1.1.10 ist dies ganz klar wie folgt definiert:

Fluggäste haben das Recht, die Kontrolle mit einem Sicherheitsscanner zu verweigern. In diesem Fall ist der Fluggast durch eine alternative Methode zu kontrollieren, die mindestens eine Durchsuchung von Hand gemäß Anlage 4-A des Durchführungsbeschlusses C(2015) 8005 der Kommission umfasst. Wird am Sicherheitsscanner ein Alarm ausgelöst, ist die Ursache des Alarms zu klären. Vor der Kontrolle mit einem Sicherheitsscanner ist der Fluggast über die eingesetzte Technologie, die mit ihrem Einsatz verbundenen Bedingungen und die Möglichkeit der Verweigerung einer Kontrolle mit dem Sicherheitsscanner zu unterrichten.

Verletzung der Intimsphäre

Seit der Einführung der Körperscanner an europäischen Flughäfen im Jahr 2010, hagelt es Kritik an den Scannern. Zunächst wurde die Verletzung der Intimsphäre kritisiert, weswegen die Scanner auch als „Nacktscanner“ bezeichnet wurden. Die durch den Körperscanner entstandenen Bilder seien so scharf, dass man nicht nur die Genitalien, aber auch Prothesen, Piercings und sogar künstliche Darmausgänge erkennen kann. Wohin mit den entstandenen Bilder fragt sich manch einer. In den USA wurde bekannt, dass die Bilder an einigen Standorten gespeichert und archiviert werden. Was mit den Bildern an anderen Standorten passiert, ist nicht bekannt.

Gesundheitliche Risiken des Körperscanners

Langzeitstudien, die die regelmäßige Benutzung der Körperscanner untersucht, gibt es noch nicht, denn diese wurden erst nach dem 11. September 2001 erfunden. Die Behauptung, dass die Röntgenstrahlung der Körperscanner so minimal sei, dass diese nicht schädlicher als das Fliegen selbst seien, hält sich hartnäckig, wurde allerdings mittlerweile widerlegt. Die direkte Bestrahlung durch den Körperscanner wirkt auf die Haut viel intensiver als die umliegende Strahlung während dem Fliegen. Der Leiter des Zentrums für Strahlenforschung an der Universität Columbia, Dr. David Brenner, stellte in einem Report fest, dass die Strahlung durch den Körperscanner 20-fach so hoch sei wie die offizielle Schätzung, die ursprünglich verwendet wurde, um die Körperscanner zu genehmigen. Weiterhin stellte er fest, dass das Risiko an Basalzellenkrebs, einer Form von Hautkrebs im Kopf- und Nackenbereich, zu erkranken, durch die Nutzung der Körperscanner, erhöht sei. Kinder seien besonders anfällig für Strahlenschäden, da diese mehr Zellen haben, die sich teilen und dadurch erhöht sich das Risiko, dass eine Zelle zu Krebs mutiert.