Schlechter Numerus Clausus: Tipps zum Studium im Ausland ohne NC

Im letzten Drittel der schulischen Laufbahn sind Abiturienten, die im Anschluss ein Studium anstreben oft dem Druck der Zulassungsbeschränkungen für Hochschulen und Universitäten ausgesetzt, dem sogenannten Numerus Clausus (NC). Bei vielen Studiengängen liegen kapazitätsbedingte Begrenzungen der Zulassungen für Studenten vor, die darüber entscheiden, ob und nach welcher Wartezeit der Abiturient zum gewünschten Studiengang zugelassen wird. Diese Beschränkung kommt dann zum Tragen, wenn die Nachfrage nach Studienplätzen dieser Fächer die verfügbaren Kapazitäten an freien Plätzen übersteigt. In Deutschland trifft dies fast auf die Hälfte der Studiengänge zu.

Abiturienten, die bereits eine genaue Vorstellung ihres zukünftigen Studienfachs haben, sind daher bemüht bei Vorgabe eines bestimmten NC-Wertes eine gute Abiturdurchschnittsnote zu erreichen, um direkt im Anschluss an die Hochschulreife mit dem Studium beginnen zu können. Doch ein guter NC ist heutzutage nicht immer die direkte Eintrittskarte zum Studium.

Die gute Nachricht ist, dass auch Schüler mit eher schlechterem Numerus Clausus keine Bedenken haben müssen, keinen geeigneten Studienplatz zu bekommen. Im Ausland bieten sich diverse Studienmöglichkeiten, auch ohne glanzvollen NC. Zum einen fällt durch diese Möglichkeit der Leistungsdruck etwas von den Schülern ab und zum anderen haben sie die perfekte Gelegenheit direkt im Anschluss an das Abitur die ersten wertvollen Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Dies ist nicht nur eine wichtige Lebenserfahrung, sondern heutzutage auch ein echter Pluspunkt im Lebenslauf. Ganz nebenbei kann der oder die Studierende seine Fremdsprachenkenntnisse aufpolieren.

Für ein Studium im Ausland müssen jedoch einige Punkte beachtet werden. Mit der Einhaltung folgender Tipps steht einem erfolgreichen Studium im Ausland, auch bei eher mittelmäßigem Numerus Clausus, nichts mehr im Weg.

Langfristig Planen

Ein Studium im Ausland ist nicht eine Entscheidung, die man kurzfristig und ohne reichliche Überlegung fällen sollte. Sobald man sich für eine Studienrichtung entschieden und herausgefunden hat, dass die eigenen Chancen mit dem zu erwartenden NC nicht gut für einen freien Studienplatz in Deutschland in absehbarer Zukunft stehen, bietet es sich an nach Alternativen im Ausland zu recherchieren. Der dabei wichtigste Punkt, der vorab geklärt werden sollte, ist die Anerkennung des Studiums im Ausland. Der erworbene Studienabschluss sollte auch in Deutschland anerkannt sein. Speziell im Hinblick auf private Hochschulen sollte dies sorgfältig geprüft werden.

Durch die langfristige Planung können später herbe Rückschläge und bittere Enttäuschungen vermieden werden, wenn im Endeffekt festgestellt wird, dass die über Jahre investierte Zeit und das Geld sowie die Bemühungen nicht offiziell im Heimatland anerkannt werden. Daran kann langfristig auch die erstrebte Anstellung im Traumberuf scheitern.

Schon mit einem Blick auf ­­die Webseite von anabin, kann man mit nur wenigen Klicks feststellen, wie der ausländische Hochschulabschluss in Deutschland bewertet und ob er letzten Endes anerkannt wird.

Der Abschluss ist oftmals ebenfalls die Eintrittskarte in eine bestimmte Berufsbranche und deshalb ist es empfehlenswert auch zu prüfen, welche Reputation das Studium im Ausland im gewünschten Berufsfeld hat.

Optionen im Ausland seinen Bachelor zu machen

Es gibt viele Optionen seinen Bachelorabschluss im Ausland zu machen. Einige Länder wie Österreich, Niederlande, England, Irland, Schottland, USA, Kanada, Australien und Neuseeland sind besonders beliebt bei Studenten – und das oftmals zu Recht. Allerdings bilden die Studiengebühren hier einen gravierenden Unterschied. Folgende Länder sind für ihre hohen Studiengebühren bekannt und es sollten daher ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen:

  • Neuseeland
  • Australien
  • USA
  • Kanada

Gute Bedingungen für ein Studium im Ausland sowie vergleichsweise geringe Studiengebühren bieten nachstehende Länder:

  • Österreich
  • England
  • Irland
  • Schottland
  • Niederlande

Während in deutschsprachigen Ländern wie Österreich und der Schweiz überwiegend deutschsprachige Studiengänge angeboten werden, bieten die meisten der zuvor genannten Länder Studiengänge in englischer Sprache oder der jeweiligen Landessprache. Vor der Auswahl des Landes sollte man sich somit über die Sprache des jeweiligen Studienganges informieren und sicherstellen, dass wenn es sich um einen fremdsprachigen Studiengang handelt, die eigenen Sprachkenntnisse diesen Anforderungen gerecht werden. Andernfalls kann das Studium neben den neuen fachlichen Kenntnissen auch sprachliche Hürden aufweisen.

Natürlich spielt neben der Sprache auch für viele Studierende die Entfernung eine große Rolle. Bei einem Studium in einem Nachbarland wie Österreich oder der Niederlande ist man der Heimat geographisch immer noch nahe und in derselben Zeitzone wie Familie und Freunde gelegen. Entscheidet man sich für ein Studium auf einem anderen Kontinent, sollte man sich zuvor darüber im klaren sein, was die große Distanz für einen persönlich bedeutet. Man lässt sich auf ein komplett neues Umfeld ein und hat in dieser Zeit wenig persönlichen Kontakt zur eigenen Heimat.

Im Ausland studieren – Zuhause leben: Open University

Ein Studium an einer sogenannten Open University ist ein noch relativ unbekanntes Modell des Studiums, das ein Studium im Ausland mit einem festen Standort zu Hause kombiniert. Auch bei dieser Art des Fernstudiums ist kein NC erforderlich. Bei „The Open Univeristy“ handelt es sich um eine britische akademische Institution, die zur Zeit mehr als zwei Millionen Studenten weltweit verzeichnet. Das Studium findet online statt und kann somit flexibel auf den eigenen Alltag angepasst werden. Die Open University stellt insgesamt über 600 Studienfächer in Bachelor und Masterstudiengängen zu Auswahl. Auf der Webseite von Open University kann man sich kostenlos Informationsbroschüren herunterladen und sich im Detail darüber informieren, ob diese Studienart für einen selbst in Frage kommt.

Egal für welche der aufgezeigten Möglichkeiten man sich entscheidet – ein schlechter Numerus Clausus ist heutzutage kein Grund mehr, sich vom gewünschten Studiengang abhalten lassen zu müssen. Es gibt  sehr gute Alternativen, die auch Abiturienten mit eher weniger gutem NC einen erfolgreichen Start ins Studientenleben ermöglichen.