Die Packliste für das Auslandsjahr oder Auslandssemester

Die Aufregung im Hinblick auf die lange Zeit im Ausland wächst stetig und damit auch die Gedanken darüber, was Sie alles mitnehmen sollen und wie sich das am geschicktesten bewerkstelligen lässt. Es ist tatsächlich sinnvoll, früh genug zu planen um nicht unnötig hohe Gebühren am Flughafen für Übergepäck bezahlen zu müssen oder zu wenig Vorkehrungen für Ungeplantes getroffen zu haben. In der Eile der letzten Tage, in denen meist noch letzte Besorgungen nötig sind und Verwandte wie auch Freunde noch getroffen werden, fehlt die nötige Entspannung meist.

Um Ihnen die Organisation zu erleichtern und mehr Entspannung in den letzten Tagen vor der Abreise zu ermöglichen, haben wir die wichtigsten Tipps für das bevorstehende Auslandsjahr oder Auslandssemester in einer Packliste zusammengefasst.

Organisation der Koffer

Um nicht in letzter Minute alles in die Koffer zu schmeißen zu müssen und um Geld wie auch Nerven zu sparen, lohnt sich die längerfristige Planung und auch der Platzmangel durch herumstehende und halb befüllte Koffer. Besonders jedoch im Hinblick auf die Einreise, Flugtickets und Unterlagen. Damit alles zur richtigen Zeit griffbereit zur Verfügung steht, hier die wichtigsten Tipps:

Handgepäck: Achten Sie auf das maximal zugelassene Volumen und die Maße sowie und das höchst zugelassene Gewicht des Handgepäcks, damit Sie dieses nicht einchecken müssen. Ihr Handgepäck sollte alles Wichtige von Ihnen beinhalten wie Dokumente, Handy, Notfallnummern und zur Sicherheit etwas Bekleidung und wichtige Medikamente für den Fall, dass Ihr eingechecktes Gepäck verspätet oder gar nicht ankommt.

Bauchgurte sind nicht Jedermanns Sache, aber enorm hilfreich am Flughafen und im Flugzeug. Hier sollten Ihre Kreditkarten, etwas Bargeld, Ausweise, Handy und Buchungsbestätigungen aufbewahrt werden. Auch wichtige Dokumente für die Einreise wie Visum die darin Platz finden, ersparen Ihnen bei der Kontrolle langes Herumsuchen im Handgepäck.

Koffer: Ein großer Koffer, der viel Platz bietet und auch noch wenig wiegt muss her. Auch wenn Sie planen möglichst viel im Ausland zu kaufen, muss daran gedacht werden, dass man viel am Ende des Auslandjahres wieder mitnimmt. Der Koffer sollte möglichst die Größe XL haben. Wer in die USA fliegt, der kann je nach Airline auch einen Zusatzkoffer mitnehmen. Melden Sie Ihren Zusatzkoffer früh genug bei der Airline an, falls diese nur einen erlaubt. Für den Fall, dass einer der großen Koffer auf dem Weg verloren geht, sollte die Bekleidung auf die zwei Koffer verteilt werden.

Platz sparen: Teilen Sie Ihren Freunden und Bekannten mit, dass sie keine Abschiedsgeschenke möchten oder dies mit Ihnen abgesprochen werden sollte und weisen Sie auch darauf hin, dass Sie wahrscheinlich keine Lebensmittel mitnehmen dürfen. Ansonsten plagen Sie sich schlimmstenfalls mit der Frage kurz vor Abflug, wo Sie all die Bücher, Teddybären, Salami oder das Fondue-Set verstauen sollen.

Unterlagen lassen sich hervorragend in Plastikmappen mit Reißverschluss verpacken und zusätzlich auch zwischen Zeitungen oder Magazinen schützen. Mit Vakuumbeuteln, die es mittlerweile günstig auf z. B. auf Amazon zu kaufen gibt, reduzieren Sie das Volumen von Jacken, Pullovern und auch anderen Bekleidungsstücken enorm.

Packen Sie am besten für die ersten zwei bis drei Wochen. Gerade in den ersten Tagen im Ausland ist meist viel zu erledigen und alles neu, sodass die Zeit zum Wäsche waschen fehlt. Bei Pflegeprodukten hingegen lohnt sich Sparsamkeit beim Packen. Haarwaschmittel, Lotion und dergleichen sind schwer und brauchen unnötig viel Platz. Diese erhalten Sie je nach Destination im Ausland schnell und einfach. Die Pflegemittel die mitgenommen werden, sollten doppelt vor möglichem Auslaufen geschützt, in die großen Koffer.

12-3 Wochen vor Abreise

Visum und weitere Bewilligungen: Stimmen alle Unterlagen mit den Angaben des Visums überein? Wurde die Frist eingehalten? Ist der Zweck der Einreise korrekt? Achten Sie unbedingt auf die gültige Dauer des Visums. Sollten Sie ein unbezahltes Praktikum machen, kann die Einreise in bestimmte Ländern wie beispielsweise in die USA schwierig sein, da die unbezahlte Arbeit glaubhaft vermittelt und bewiesen werden muss. Sprechen Sie am besten mit der zuständigen Botschaft, damit Sie nicht unverrichteter Dinge am Zielflughafen wieder heimreisen müssen. Unter Umständen sind auch Arbeitsverträge, Rückflugticket oder andere Bescheinigungen vorzulegen.

Zollbestimmungen: Erkundigen Sie sich bei den Zollbehörden des Landes in welches Sie einreisen besonders, wenn Sie Pflanzen, Pflanzensamen, Käse oder Fleisch einführen möchten. Insbesondere Australien und Neuseeland sind sehr streng, wenn es um die Einfuhr von Holz, Lebensmitteln oder tierischen und pflanzlichen Produkten geht, die die neuseeländische oder australische Umwelt beeinflussen können. Zudem muss Bargeld ab einer gewissen Höhe angegeben und verzollt werden. Ein Blick auf die aktuellen Bestimmungen lohnt sich meist.

Beachten Sie auch das Ablaufdatum Ihres Reisepasses oder ID, welches in den meisten Ländern noch über eine gewisse Zeit nach Ihrer Rückkehr gültig sein muss.

Unterlagen: Erstellen Sie auch eine Liste der zusätzlichen Unterlagen, die Sie mitnehmen müssen oder wollen, damit Sie sich frühzeitig um die Vollständigkeit kümmern können. Nebst den notwendigen Unterlagen wie eventuell Visum, Arbeits- oder Aufenthaltsbewilligung und Arbeitsvertrag kann es nicht schaden, einen Zivilstandregisterauszug, Betreibungsauskunft und Strafregisterauszug mitzunehmen. Sie könnten es für spätere Planungen oder Verträge eventuell benötigen.

Vermieter: Ist der etwaige Mieter informiert, die Wohnung gekündigt und eventuell ein Nachmieter gefunden worden? Sollten Sie sich dazu entscheiden, Ihre Wohnung zwischenzeitlich zur Untermiete freizugeben, sollte ein etwaiger Vermieter informiert werden um nachträglich keine Probleme zu bekommen. In solchen Fällen sollte auch eine Vertrauensperson beauftragt werden, die sich um Kontrollen und etwaige, nötige Abwicklungen kümmert.

Haustiere: Wohin mit dem geliebten Haustier während des längeren Auslandsaufenthaltes, falls es nicht mit ins Ausland darf? Die beste Lösung sind Familienmitglieder oder Freunde, welche sich in der Zwischenzeit um das Haustier kümmern können. Sollte dies nicht möglich sein, sind auch Nachbarn oft nicht abgeneigt. Manchmal weiß auch der Tierarzt gute Adressen. Auf diversen Plattformen können Verkaufsanzeigen aufgegeben werden. Es empfiehlt sich jedoch nicht, die Tiere kostenlos anzubieten. Eine Schutzgebühr sollte Schlangenbesitzer und ähnliche Interessenten abhalten. Das Tierheim sollte die allerletzte Lösung sein. Wenn es nicht anders geht, nehmen Sie sich die Zeit, die Unterbringung genau unter die Lupe zu nehmen. Die Unterschiede sind enorm. Eventuell können Sie vereinbaren, das Tier nach der Rückkehr wieder zu sich holen.

Versicherungen: Kümmern Sie sich früh genug um ausreichenden Versicherungsschutz während Ihres Auslandsaufenthaltes und erkundigen Sie sich explizit nach der Abdeckung in dem Land, in welchem Sie sich aufhalten werden. Eventuell sind Zusatzversicherungen nötig.

Self Storage: Für liebgewonnene Möbel, wichtige Bücher und weitere Habseligkeiten gibt es günstige und gute Self Storage Lager, in denen alles trocken und gesichert aufbewahrt wird. Eine gute Alternative zu Keller oder Dachboden mit etwaigem Modergeruch oder ungewollter Feuchtigkeit. Reservieren Sie sich den Lagerplatz früh genug.

2-3 Wochen vor Abreise

Postweiterleitungen: Beantragen Sie beim Postamt die Postweiterleitung an Ihre vorübergehende Adresse im Ausland. Idealerweise übertragen Sie zusätzlich eine Postvollmacht an ein Familienmitglied, welches eingeschriebene Post für Sie abholen darf.

Unterlagen kopieren: Kopieren Sie alle wichtigen Unterlagen inkl. Kreditkarte, Pass oder ID und bewahren Sie diese an einem gesonderten Ort auf, damit Sie im Falle eines Verlustes wenigstens eine Kopie vorliegen haben.

Wichtige Adressen: Notieren Sie wichtige Adressen wie Botschaft, Notfallnummern und Rufnummern wichtiger Freunde und Familienmitglieder schriftlich für den Fall, dass es Probleme mit dem Handy geben könnte.

Medikamente & ärztliche Rezepte: Kümmern Sie sich auch frühzeitig um dringend benötigte Medikamente und auch darum, ein ärztliches Rezept bei Zollkontrollen vorlegen zu können. Wer es natürlicher mag, der kann sich auch eine natürliche Reiseapotheke zusammenstellen.

Extras: Benötigen Sie noch Extras wie Adapter, Moskitonetz, einen neuen Bikini oder gesicherten Nachschub Ihrer Lieblingscreme? Dann haben Sie jetzt die Chance, noch gemütlich die letzten Einkäufe für Ihren Auslandsaufenthalt zu erledigen.

Zusatzgepäck? Sind die Koffer doch schwerer geworden wie geplant, sollte spätestens jetzt Zusatzgepäck oder Zusatzgewicht bei der Airline gemeldet, bzw. gekauft werden. Von nun an wird es ansonsten immer teurer.

2-1 Woche vor Abreise

Unerwartetes: Das Wichtigste wurde bereits erledigt, jedoch gibt es wahrscheinlich noch wenige Sachen, die noch weiterer Abklärungen bedürfen oder besorgt werden müssen.

Orientierung: Es gibt hilfreiche Apps wie z. B. Google Maps oder Maps.me, die Ihnen die anfängliche Orientierung am neuen Aufenthaltsort erleichtern.

Sicherheitsbuddy: Insbesondere wenn Sie alleine ins Ausland reisen ist es sinnvoll, sich mit jemandem in der Heimat zu verabreden, dass Sie sich zu bestimmten Zeiten melden, um sicherzustellen, dass es Ihnen gut geht. Hinterlassen Sie Familien und Freunden auch Ihre neue Adresse.

Letzte Woche

Der Countdown beginnt und die Aufregung steigt weiter. Dank Ihrer Vorbereitung können Sie sich in aller Ruhe noch mit Freunden und Ihrer Familie zusammensetzen, eine Party schmeißen und die letzten Tage vor Ihrer Abreise unbesorgt genießen.