Verliebte Expats: Liebe und Partnerschaft im Ausland

Verliebt im Ausland

Wer längere Zeit im Ausland verbringt, als Expat oder durch regelmäßige Auslandsentsendungen, der kommt sehr schnell in Kontakt mit Einheimischen oder Expats aus anderen Ländern. Eine Auslandsentsendung kann ohnehin eine Achterbahn der Gefühle bedeuten: Man trifft auf eine andere Kultur, ist von Heimweh geplagt und muss versuchen, sich mit den Sitten und Bräuchen des neuen Landes anzufreunden. Da man das neue Land erkunden möchte, kann es sein, dass man ein vielfältigeres Sozialleben hat als in der routinegeprägten Heimat. Der ein oder andere verliebt sich dann in einen Einheimischen oder in eine Einheimische und stellt sich die Frage, wie es mit dem Partner im Ausland weiter gehen soll.

Liebe mit Verfallsdatum

Ein Auslandsaufenthalt oder eine berufliche Auslandsentsendung hat irgendwann ein Ende. Sich in einem exotischen Land zu verlieben, mag romantisch klingen, doch wer sich während einer Auslandsentendung verliebt, sollte sich seiner Gefühle schnell bewusst werden, denn die Rückkehr in die Heimat kommt meistens viel zu früh.

Nicht selten erkennt man erst wieder zu Hause, dass man Gefühle entwickelt und sich Hals über Kopf verliebt hat. Wer sich außerhalb von Europa verliebt hat, muss teure Flüge einplanen, um den Liebsten wieder zu sehen. Für Europäer ist es einfach, an ein Visum zu kommen; viele andere Nationalitäten, besonders aus Entwicklungsländern, können oftmals nur mit einer Einladung nach Europa einreisen. Eine solche Einladung ist mit viel Papierkram, wie zum Beispiel einem Einkommensnachweis oder einer Verpflichtungserklärung durch den Einlader, verbunden.

Gefühlschaos beiseite, welche Optionen hat man?

Zusammenbleiben: Wer fest entschlossen ist, die Beziehung weiterzuführen, muss sich mit seinem Partner zusammensetzen und Pläne für die Zukunft schmieden, die fair für beide Seiten sind.

Trennen: Wer die Beziehung nur als Flirt ansieht, sollte dies dem Partner sagen, bevor es zu einem gebrochenen Herzen kommt.

Abwarten: Wer nicht gleich auswandern oder den Partner, nach nur ein paar Wochen Beziehung, zu sich ziehen lassen möchte, kann der Beziehung auch Zeit geben. Vielleicht haben Sie die Option, Ihren Auslandsaufenthalt zu verlängern oder Ihr Partner kann Sie erst mal in Ihrer Heimat besuchen.

Zu mir oder zu dir?

Wer sich dazu entschieden hat, die Beziehung weiterzuführen, kommt früher oder später an den Punkt, sich entscheiden zu müssen, wo man in Zukunft leben wird. Als Expat kennt man das Land, hat sich vermutlich schon eingelebt und ein soziales wie auch berufliches Standbein aufgebaut. Für Ihren Partner hingegen ist Ihre Heimat fremd. Jedoch sind die wenigsten Expats mit dem Hintergedanken, hier vielleicht für immer zu bleiben, hergekommen.

Die meisten binationalen Paare entscheiden sich, im wirtschaftlich stärkeren Land zu leben. Für Partnerschaften zwischen EU- und nicht Nicht-EU-Bürgern kommt die Visumsfrage auf, wenn Sie mit diesem in Deutschland leben oder zu Ihrem Partner ziehen möchten. Selbst wenn Sie während Ihrer Auslandsentsendung ein Visum hatten, müssen Sie prüfen, welche langfristigen Visumsoptionen für Sie in Frage kommen, sobald Ihr Arbeitsvisum abläuft. In vielen Ländern, wie auch Deutschland, muss man verheiratet sein, um seinen Nicht-EU Partner mit in sein Land nehmen zu können. Auf der Webpräsenz des Auswärtigen Amts gibt es eine ausführliche Liste, die aufzeigt, welche Staatsangehörigen ein Visum benötigen, um mit Ihrem deutschen Ehepartner in Deutschland leben zu können. Wenn Sie den Ehegattennachzug für Ihren Nicht-EU-Partner (oder aus den EWR-Staaten) beantragen, muss dieser zudem einen elementaren Deutschkurs bestehen.

Tipps für die Fernbeziehung

Auch wenn man sich nur ein paar Wochen nicht sieht, die Fernbeziehung ist für die meisten binationalen Paare, für einen kurzen Zeitraum, unumgänglich. Sie müssen noch einmal zurück nach Deutschland oder Ihr Partner kann erst später nachreisen, und schon hat sich das Ganze zu einer Fernbeziehung entwickelt. Es war jedoch noch nie so einfach wie heute, Kontakt mit Menschen aus anderen Ländern zu halten.

Was Sie bei einer Fernbeziehung beachten sollten:

1. Etwas haben, worauf man sich freuen kann.

Fernbeziehungen gehen in die Brüche, wenn diese von Unsicherheiten geprägt sind: Man weiß nicht, wann man den Partner das nächste Mal sehen wird oder ob man ein Visum erhält, um mit dem Partner zusammenleben zu können. Sie sollten also immer wissen, wann Sie sich das nächste Mal sehen werden.

2. Beziehungsalltag schaffen.

Selbst wenn Sie sich nicht täglich sehen können, ermöglicht die moderne Technologie, wie Skype, WhatsApp, Viber, Facetime usw., dass Sie kostenlos über das Internet Kontakt halten können. Kommunikation ist das A und O in jeder Fernbeziehung. Selbst wenn Ihr Partner in einer ganz anderen Zeitzone lebt, müssen Sie versuchen, sich zu arrangieren und vielleicht einen festen Zeitpunkt einzuplanen, an dem Sie skypen oder telefonieren.

3. Ein Ziel vor Augen zu haben, beziehungsweise das Ende der Fernbeziehung.

Eine Fernbeziehung sollte nur temporär sein. Deshalb sollten Sie ein langfristiges Ziel vor Augen haben und darauf hinarbeiten. Beide Paare müssen bemüht sein, zusammen an dem selben Ziel zu arbeiten. Entscheidungen, die die Beziehung beeinflussen, sollten Sie nur zusammen treffen, wie ein Jobangebot in einer anderen Stadt.

4. Positiv bleiben.

Fernbeziehungen können an den Nerven ziehen. Manchmal werden Sie sich einsam und traurig fühlen. Selbstmitleid wird weder Ihnen noch Ihrer Beziehung weiterhelfen. Jede Beziehung ist mit ein wenig Arbeit verbunden, auch Fernbeziehungen, deshalb sollten Sie versuchen konstant positive Energie zu versprühen und das Gute in Ihrer aktuellen Situation zu sehen.

5. Vergessen Sie Ihr Alltagsleben nicht.

So traurig und schwer eine Fernbeziehung auch sein kann, Ihr Alltag, Ihr Job, Ihre Familie und Freunde sollten deshalb nicht in Vergessenheit geraten. Gehen Sie Ihrem Alltag nach. Mit Freunden nach der Arbeit einen Trinken zu gehen ist völlig normal und schadet der Beziehung nicht.

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