Verliebt im Ausland: Liebe und Partnerschaft im Ausland

Verliebt im Ausland
Und es hat ZOOM gemacht: Verliebt im Ausland zu sein hat so einige Tücken. Wer längere Zeit im Ausland verbringt, als Expat oder durch regelmäßige Auslandsentsendungen, der kommt sehr schnell in Kontakt mit Einheimischen oder Expats aus anderen Ländern.

Eine Auslandsentsendung kann ohnehin eine Achterbahn der Gefühle bedeuten: Man trifft auf eine andere Kultur, ist von Heimweh geplagt und muss versuchen, sich mit den Sitten und Bräuchen des neuen Landes anzufreunden.

Da man das neue Land erkunden möchte, kann es sein, dass man ein vielfältigeres Sozialleben hat als in der routinegeprägten Heimat. Der ein oder andere verliebt sich dann in einen Einheimischen oder in eine Einheimische und stellt sich die Frage, wie es mit dem Partner im Ausland weiter gehen soll.

1Liebe mit Verfallsdatum

Ein Auslandsaufenthalt oder eine berufliche Auslandsentsendung hat irgendwann ein Ende. Sich in einem exotischen Land zu verlieben, mag romantisch klingen, doch wer sich während einer Auslandsentendung verliebt, sollte sich seiner Gefühle schnell bewusst werden, denn die Rückkehr in die Heimat kommt meistens viel zu früh.

Nicht selten erkennt man erst wieder zu Hause, dass man Gefühle entwickelt und sich Hals über Kopf verliebt hat. Wer sich außerhalb von Europa verliebt hat, muss teure Flüge einplanen, um den Liebsten wieder zu sehen.

Für Europäer ist es einfach, an ein Visum zu kommen, viele andere Nationalitäten, besonders aus Entwicklungsländern, können oftmals nur mit einer Einladung nach Europa einreisen. Eine solche Einladung ist mit viel Papierkram, wie zum Beispiel einem Einkommensnachweis oder einer Verpflichtungserklärung durch den Einlader verbunden.

2Gefühlschaos beiseite, welche Optionen hat man?

Zusammenbleiben: Wer fest entschlossen ist, die Beziehung weiterzuführen, muss sich mit seinem Partner zusammensetzen und Pläne für die Zukunft schmieden, die fair für beide Seiten sind.

Trennen: Wer die Beziehung nur als Flirt ansieht, sollte dies dem Partner sagen, bevor es zu einem gebrochenen Herzen kommt.

Abwarten: Wer nicht gleich auswandern oder den Partner, nach nur ein paar Wochen Beziehung, zu sich ziehen lassen möchte, kann der Beziehung auch Zeit geben. Vielleicht hast du die Option, deinenAuslandsaufenthalt zu verlängern oder dein Partner kann dir erst einmal in deiner Heimat besuchen.

3Zu mir oder zu dir?

Wer sich dazu entschieden hat, die Beziehung weiterzuführen, kommt früher oder später an den Punkt, sich entscheiden zu müssen: Wo man in Zukunft leben wird.

Als Expat kennt man das Land, hat sich vermutlich schon eingelebt und ein soziales wie auch berufliches Standbein aufgebaut. Für deinen Partner hingegen ist deine Heimat fremd. Jedoch sind die wenigsten Expats mit dem Hintergedanken, hier vielleicht für immer zu bleiben, hergekommen.

Die meisten binationalen Paare entscheiden sich, im wirtschaftlich stärkeren Land zu leben. Für Partnerschaften zwischen EU- und nicht Nicht-EU-Bürgern kommt die Visumsfrage auf, wenn du mit diesem in Deutschland leben oder zu deinem Partner ziehen möchtest. Selbst wenn du während deiner Auslandsentsendung ein Visum hattest, musst du prüfen, welche langfristigen Visumsoptionen für dich in Frage kommen, sobald dein Arbeitsvisum abläuft.

In vielen Ländern, wie auch Deutschland, muss man verheiratet sein, um seinen Nicht-EU Partner mit in sein Land nehmen zu können. Auf der Webpräsenz des Auswärtigen Amts gibt es eine ausführliche Liste, die aufzeigt, welche Staatsangehörigen ein Visum benötigen, um mit ihrem deutschen Ehepartner in Deutschland leben zu können.

Wenn du den Ehegattennachzug für deinen Nicht-EU-Partner (oder aus den EWR-Staaten) beantragst, muss dieser zudem einen elementaren Deutschkurs bestehen.

4Tipps für die Fernbeziehung

Auch wenn man sich nur ein paar Wochen nicht sieht, die Fernbeziehung ist für die meisten binationalen Paare, für einen kurzen Zeitraum, unumgänglich. Sie müssen noch einmal zurück nach Deutschland oder ihr Partner kann erst später nachreisen, und schon hat sich das Ganze zu einer Fernbeziehung entwickelt.

Es war jedoch noch nie so einfach wie heute, Kontakt mit Menschen aus anderen Ländern zu halten.

 Was du bei einer Fernbeziehung beachten solltest: 

1. Etwas haben, worauf man sich freuen kann.

Fernbeziehungen gehen in die Brüche, wenn diese von Unsicherheiten geprägt sind: Man weiß nicht, wann man den Partner das nächste Mal sehen wird oder ob man ein Visum erhält, um mit dem Partner zusammenleben zu können.

Du solltest also immer wissen, wann ihr euch das nächste Mal sehen werdet.

2. Beziehungsalltag schaffen.

Selbst wenn du ihr euch nicht täglich sehen könnt, ermöglicht die moderne Technologie, dass ihr kostenlos Kontakt über das Internet halten könnt. Hierzu gehört Skype, WhatsApp, Viber, Facetime, Telegram oder Zoom.

Kommunikation ist das A und O in jeder Fernbeziehung. Selbst wenn dein Partner in einer ganz anderen Zeitzone lebt, müsst ihr versuchen, sich zu arrangieren. Vielleicht hilft es euch einen festen Zeitpunkt einzuplanen, an dem ihr skypt oder telefoniert.

3. Ein Ziel vor Augen zu haben, beziehungsweise das Ende der Fernbeziehung.

Eine Fernbeziehung sollte nur temporär sein. Deshalb solltest du ein langfristiges Ziel vor Augen haben und darauf hinarbeiten. Beide Paare müssen bemüht sein, zusammen an dem selben Ziel zu arbeiten.

Entscheidungen, die die Beziehung beeinflussen, sollten sie nur zusammen treffen, wie ein Jobangebot in einer anderen Stadt.

4. Positiv bleiben.

Fernbeziehungen können an den Nerven ziehen. Manchmal wirst du dich einsam und traurig fühlen. Selbstmitleid wird weder dir noch deiner Beziehung weiterhelfen.

Jede Beziehung ist mit ein wenig Arbeit verbunden, auch Fernbeziehungen, deshalb solltest du versuchen konstant positive Energie zu versprühen und das Gute in deiner aktuellen Situation zu sehen.

5. Vergesse dein Alltagsleben nicht.

So traurig und schwer eine Fernbeziehung auch sein kann, dein Alltag, dein Job, deine Familie und Freunde sollten deshalb nicht in Vergessenheit geraten.

Gehen deinem Alltag normal nach. Mit Freunden nach der Arbeit einen Trinken zu gehen ist völlig normal und schadet der Beziehung nicht.

Marlene Schimanski ist die Gründerin und Chefredakteurin von Auslandskarriere. Sie lebte bereits in fünf verschiedenen Ländern (Portugal, Island, Österreich, Irland und Australien) und ist 2013 nach Australien ausgewandert. Sie hat bei PwC und KPMG im Global Mobility gearbeitet, bevor sie sich als Englisch-Übersetzerin und Karrierecoach selbstständig machte. Sie hat einen Masterabschluss in International Business Administration.