Passive Jobsuche: 10 Tipps, wie man auf Sie aufmerksam wird

Viele kennen den Begriff passive Jobsuche überhaupt nicht, denn die Jobsuche muss doch nach bestimmten Vorgaben erfolgen, oder?

Schon im Kindesalter werden wir regelmäßig nach unseren späteren Berufswünschen gefragt, die man ausüben möchte, sobald man das Erwachsenenalter erreicht hat. Die beliebtesten Berufe bei Kindern sind oftmals Pilot, Feuerwehrmann oder Polizist. Viele Jahre später arbeiten dann nur die wenigsten in ihrem damals anvisierten Traumberuf. Dennoch hat man bereits in jungen Jahren eine grobe Wunschvorstellung von der späteren Berufswahl. Diese Wunschvorstellung ist es, die uns fast unser ganzes Berufsleben lang begleitet. Jeder wünscht sich einen Job, der einen erfüllt und herausfordert, der angemessen vergütet wird und bei dem gute Leistung entsprechend anerkannt wird.

In der Realität sind allerdings die wenigsten von uns 100%ig mit unserer Anstellung zufrieden und der geheime Wunsch nach einem besseren Job schlummert in uns. Die Mehrheit aller Mitarbeiter möchte sich im Laufe der Karriere beruflich stetig verbessern und an den Aufgaben wachsen. Dabei ertappen wir uns, dass wir uns trotz einer rein objektiv gesehen zufriedenstellenden Anstellung hin und wieder einen Blick in die Stellenanzeigen riskieren, um zu sehen, ob nicht doch eine berufliche Verbesserung oder Neuorientierung in greifbarer Nähe ist. Bei einer aktiven Jobsuche würde man sich dann gegebenenfalls auf eine der ausgeschriebenen Stellen bewerben und auf Antwort des Unternehmens hoffen.

Die passive Jobsuche: Modernes Modell der Jobsuche

Heute ist aktive Jobsuche zwar nach wie vor die am häufigsten genutzte Wahl für Bewerber, die Ihre Jobsuche selbst in die Hand nehmen möchten. Doch in den vergangenen Jahren hat sich dank der weltweiten Vernetzung mit Hilfe des Internets der Trend zur passiven Jobsuche ergeben. Dabei befindet sich der Arbeitnehmer in einem Angestelltenverhältnis, er ist neuen Karrierechancen gegenüber jedoch aufgeschlossen. Allerdings bewirbt er sich nicht aktiv auf ausgeschriebene Stellen, sondern wartet darauf vom potenziellen neuen Arbeitgebern kontaktiert zu werden. Selbst wenn Sie zur Zeit nicht mit den Gedanken spielen Ihre Kündigung bei Ihrem Arbeitgeber einzureichen, so ist es dennoch hilfreich stets darauf vorbereitet zu sein, den nächsten Schritt zu gehen, falls unternehmensbedingte Änderungen dies erfordern würden.

10 Tipps für die passive Jobsuche

1. Xing & LinkedIn

Soziale Netzwerke wie Xing und LinkedIn sind webbasiert und dienen der Pflege bereits bestehender Geschäftskontakte sowie der Knüpfung neuer geschäftlicher Kontakte. Während Xing eher im deutschsprachigen Raum verbreitet ist, agiert LinkedIn international. Bei der passiven Jobsuche sollte darauf geachtet werden, dass das eigene Profil stets aktuell und so detailliert wie möglich gehalten wird. So kann sich der potenzielle neue Arbeitgeber ein genaues Bild von Ihnen verschaffen und Ihnen eine passende vakante Stelle in seiner Organisation anbieten. Das Profil sollte sehr aussagekräftig und Ihre Ausbildung, Berufserfahrung, Fähigkeiten und Zertifikate in den Vordergrund stellen. Nachdem Sie Ihr Profil auf den neuesten Stand gebracht haben, ist es wichtig sich mit den Leuten zu vernetzen, die Sie kennen und die Ihnen in Ihrer Branche von Nutzen sein könnten.

2. Gruppen

Es ist immer hilfreich Gruppen von Berufsverbänden oder Gruppen zu bestimmten beruflichen Themen beizutreten. Zum einen halten Sie sich dadurch selbst auf dem neusten Stand über Trends in Ihrer Branche und zum anderen ist dies eine weitere Möglichkeit interessante Kontakte herzustellen. Außerdem sollten Sie relevanten Gruppen auf den sozialen Netzwerken beitreten, da diese gute Quellen für Netzwerkkontakte darstellen können.

3. Networking-Events

Für jede Branche werden diverse Events in Form von Kongressen, Konferenzen und Messen veranstaltet. Auf diesen Networking-Events können Sie sich selbst präsentieren und hilfreiche Kontakte in Ihrer Branche knüpfen, die vielleicht nicht unbedingt zur Zeit, aber eventuell zu einen späteren Zeitpunkt nützlich sein könnten. Netzwerke wie Xing und LinkedIn bieten viele Informationen über anstehende Events, die zu Ihrem Profil passen.

4. Verfassen von Fachliteratur oder Artikeln

Durch das Verfassen von Fachliteratur oder von Artikeln in Print- oder Onlinemedien können Unternehmen auf Sie aufmerksam werden und erhalten direkt einen guten Einblick in Ihre Fähigkeiten. Speziell auf branchenspezifischen Blogs, für die man einen Gastartikel verfasst, kann sich Ihr Beitrag rasant schnell verbreiten und dadurch auch eventuell das Interesse eines Unternehmens an Ihrem Berufsprofil wecken. Durch regelmäßige Artikel auf dem eigenen Blog oder externen Seiten kann man sich innerhalb kürzester Zeit eine Fangemeinde aufbauen. Mit steigender Bekanntheit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, von einem neuen potenziellen Arbeitgeber gefunden zu werden.

5. Persönlicher Webauftritt

Ein eigener Webauftritt in Form einer Webseite oder eines Blogs ist eine im Vergleich eher aufwändigere Methode, um sich zu präsentieren. Dafür ist dies aber auch eine sehr wirksame Methode, speziell für Berufssparten die Kreativität erfordern. Der passive Bewerber kann sich hier persönlich darstellen und das eigene Profil in das gewünschte Licht rücken. Die einzige Schwierigkeit besteht darin, den Webauftritt bei den Unternehmen oder Personalvermittlern bekannt zu machen. Auf jeden Fall sollten Sie Ihren Webauftritt auf all Ihren sozialen Netzwerkprofilen verlinken und auch in Ihren Lebenslauf vermerken.

6. Jobbörsen

Bei der passiven Jobsuche können Sie auch Jobbörsen für Sie suchen lassen. Bei den meisten Jobbörsen kann man ein Suchprofil nach bestimmten Suchbegriffen anlegen. Bei einem passenden Treffer werden Sie dann umgehend per E-Mail benachrichtigt, sobald eine vakante Stelle, die zu Ihrem Bewerberprofil passt, ausgeschrieben wurde.

7. Soziale Netzwerke

Die Zeiten, in denen soziale Netzwerke rein für private Zwecke genutzt worden sind, sind längst vorbei. Facebook, Twitter und Google+ sind hilfreiche Tools zur Erweiterung des eigenen Netzwerkes für berufliche Zwecke. Je stärker dabei Ihre soziale Präsenz in diesen Netzwerken ist, desto höher die Chance, dass passendes Unternehmen durch soziale Rekrutierung auf Sie aufmerksam wird.

8. Aktueller Lebenslauf in Webformularen

Über ein Webformular können die Daten Ihres Lebenslaufes in ein Suchprofil eingetragen werden. Dies hat den Vorteil, dass alle Lebensläufe ohne jegliche grafische Gestaltung beim Mitarbeitersuchenden Unternehmen eingehen. Wenn Sie Ihren Lebenslauf für ein Suchprofil im Internet nutzen, so achten Sie immer darauf, dass dieser auch aktuell ist. So vermeiden Sie, dass Personalvermittler auf Lebensläufe zugreifen, die nicht mehr dem neuesten Stand entsprechen.

9. Gemeinnützige Arbeiten

Unternehmen können auch auf Sie aufmerksam werden, indem sie einen sozialen Beitrag leisten. Je nach Branche sollten Sie sich nach den verfügbaren Möglichkeiten erkundigen. Damit tun Sie sich nicht nur selbst etwas Gutes, sondern sie leisten einen wertvollen Beitrag zur sozialen Gesellschaft.

10. Interne Stellenvergabe

Auch im eigenen Unternehmen können sich für Sie interessante Stellen ergeben. Lassen Sie dies Ihren Vorgesetzten oder Ihre Personalabteilung wissen, dass sie an einem beruflichen Vorankommen interessiert sind. Auch für Ihr Unternehmen hat es den Vorteil in den eigenen Reihen zu rekrutieren, da sich dadurch die Einarbeitungszeit erheblich verkürzt, da Ihnen die Unternehmensstruktur bereits bekannt ist. Außerdem bringt diese Art der Stellenvergabe die Wertschätzung Ihrer geleisteten Arbeit am besten zum Ausdruck.


Es ist unumstritten, dass Bewerber die passive Jobsuche bevorzugen und möchten, dass ein interessiertes Unternehmen sie kontaktiert, als sich selbst direkt auf eine ausgeschriebene Stelle aktiv zu bewerben. Zum einen streichelt es etwas das eigene Ego und zum anderen bietet es dem passiven Bewerber auch einen ganz anderen Verhandlungsspielraum. Haben Sie also die Hoffnung auf eine neue berufliche Herausforderung, obwohl Sie sich zurzeit in einer festen Anstellung befinden, so ist die passive Jobsuche für die ideale Möglichkeit, dies zu erzielen.