Sprache im Ausland lernen: Sprachschule, Tandem, Privatunterricht oder auf eigene Faust?

Viele Wege können ins fremdsprachige Ausland führen. Studium, Praktikum, Arbeit sind einige davon. Je nachdem wo man hingeht, kommt man mit seinen Sprachkenntnissen nicht unbedingt sehr weit. Dies kann zu Problemen bei der Bewerkstelligung des Alltages führen. Außerdem bleiben einem ohne Kenntnisse der Landessprache oft viele Aspekte der neuen Heimat, wie der Kontakt zu Einheimischen und das lokale Leben verschlossen.

Warum also nicht den Aufenthalt nutzen, um die eigenen Sprachkenntnisse zu verbessern oder sogar eine ganz neue Sprache zu lernen? Hier findest du einige Anregungen, wie du dieses Vorhaben umsetzen kannst.

Eine Sprachschule im Ausland besuchen

Der Besuch einer Sprachschule ist besonders für diejenigen geeignet, die schnell Erfolge erzielen möchten und ein hohes Sprachniveau erreichen wollen.

Wenn man im Ausland ist, findet man in der Regel in allen größeren Städten Sprachschulen, in der man die Landessprache lernen kann. Bevor man sich für eine Sprachschule entscheidet und sich anmeldet, sollte man sich ausreichend über das Angebot informieren. Sprachschulen können sehr unterschiedlich sein. Wichtig dabei ist sich vorab Gedanken über die eigenen Lernziele zu machen und diese mit der Schule zu besprechen.

Sprachschulen bieten in der Regel eine umfassende Sprachausbildung an. Von Grammatik über Vokabeln, Lese- und Hörverständnis, sowie Sprechen ist alles dabei. Durchschnittlich hat man an täglich 4 Stunden Unterricht. Dieser kann vor- oder nachmittags stattfinden. Zusätzlich muss Zeit für Hausaufgaben und Selbststudium eingeplant werden. Auch mit regelmäßigen Leistungskontrollen sollte man rechnen.

Neben dem Unterricht bieten Sprachschulen oft zusätzlich kulturelle Veranstaltungen an. Diese können Stadtführungen, der Besuche beliebter Attraktionen in der Umgebung, lokale Spezialitäten kosten, landestypische Aktivitäten ausprobieren und vieles mehr sein.

Neben der intensiven Auseinandersetzung mit der Sprache hat eine Sprachschule den Vorteil, dass man gemeinsam mit anderen lernt. So kann man gleich neue Freunde finden, sich gegenseitig beim Lernen motivieren und unterstützen sowie die neue Stadt kennenlernen und entdecken.

Für diejenigen, die Vollzeit im Ausland arbeiten und die Landessprache noch nicht zu ihrer Zufriedenheit beherrschen, ist der Besuch einer Sprachschule oft schwer mit der Arbeit zu vereinbaren. Daher haben viele Sprachschulen spezielle Angebote. Abend- und Wochenendklassen richten sich genau an diejenigen, die unter der Woche keine Zeit haben. Man wird zwar deutlich langsamer Fortschritte machen aber sich zumindest regelmäßig mit der Sprache auseinandersetzten.

Sprachtandem

Eine weitere Möglichkeit, und dazu noch eine kostenlose, ist es sich einen Tandempartner zu suchen. Die Idee dabei ist, dass sich in der Regel zwei Sprecher verschiedener Sprachen treffen, die jeweils die Muttersprache des Anderen lernen. Somit profitieren beide! Man lernt mit der Unterhaltung, die zu einer Hälfte in der eigenen Muttersprache stattfindet und zur anderen in der Sprache, die man lernen möchte. Beim Tandem ist man somit sowohl Lehrer als auch Lernender.

Am besten sucht man sich einen Tandempartner mit ähnlichen Interessen damit einem nie die Themen beim Gespräch ausgehen. Die Treffen sollen Spaß machen und dazu motivieren die Sprache weiter zu lernen. Außerdem kann man nicht nur einen interessanten Gesprächspartner finden, sondern vielleicht auch einen neuen Freund.

Es macht außerdem Sinn, wenn beide Tandempartner in etwa das gleiche Niveau in ihrer Fremdsprache haben. Ansonsten kann der Reiz groß sein, um die Unterhaltung zu vereinfachen, in der Sprache zu sprechen, die gemeinsam besser beherrscht wird.

Das Beste ist, man einigt sich gemeinsam auf regelmäßige Treffen, zu Zeiten die beiden passen, um Kontinuität in den Lernprozess zu bringen. Den perfekten Tandempartner zu finden ist nicht einfach. Für die Suche gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Manche Sprachschulen und Sprachinstitute bieten Tandembörsen oder Schwarze Bretter, mit Informationen zu lokalen Tandempartnern an. Auch in den Sprachabteilungen von einigen Universitäten kann man Informationen von Tandemsuchenden finden. Außerdem gibt es zahlreiche Online-Plattformen und auch Facebook-Gruppen, in denen sich Tandempartner suchen und finden können.

Intensives Lernen im Privatunterricht

Eine Mischung aus Sprachschule und Sprachtandem ist Privatunterricht. Hierbei hat man einen Lehrer, der sich komplett auf einen konzentrieren kann. Der Unterricht kann individueller, nach den eigenen Bedürfnissen und Wünschen gestaltet werden und die Zeiten können natürlich auch flexibel gewählt werden.

Privatlehrer lassen sich ebenfalls über Sprachschulen, Sprachinstitute und diverse Online-Plattformen sowie Facebook-Gruppen finden.

Learning by Doing

Der Alltag im fremdsprachigen Ausland ist eine tägliche Herausforderung. Dinge wie Einkaufen, Essen gehen, zum Arzt gehen, Verkehrsmittel benutzen, Behördengänge und vieles mehr sind ohne ausreichend Sprachkenntnisse schwierig. Allerdings bieten diese Situationen auch hervorragende Lernmöglichkeiten.

Um den Alltag zu meistern, gilt es zu recherchieren, sich vorzubereiten und letztendlich auszuprobieren. Dabei geht es darum Vokabeln rauszusuchen, Sätze vorzubereiten, mancherorts eine fremde Schrift zu entziffern und sich mit den lokalen Gebräuchen und Prozessen vertraut zu machen. Ob klassisch mit dem Wörterbuch, einem Notizzettel oder modern mit dem Smartphone und den richtigen Apps, an Informationen kann man über viele Wege gelangen.

Nicht alles wird beim ersten Anlauf klappen aber wenn es dann klappt, fühlt man sich großartig und bekommt automatisch einen großen Motivationsschub! Die kleinen täglichen Herausforderungen sind eigentlich das, was den Aufenthalt im Ausland gerade erst spannend machen.

Der eigene Weg

Abschließend bleibt zu sagen, dass es viele Möglichkeiten gibt, eine Sprache im Ausland zu lernen. Welche Möglichkeit die beste und effektivste für einen ist, hängt von der Lebenssituation und der Persönlichkeit ab. Nur durch Probieren findet man letztendlich die perfekte Methode für einen selbst, denn jede hat ihre Vor- und Nachteile.

Je länger und intensiver man sich mit der Sprache der neuen Heimat beschäftigt wird man feststellen, dass vieles mit der Zeit deutlich einfach wird, bis zu dem Punkt an dem man sich problemlos und (fast) wie ein Einheimischer im Land bewegen kann.