Weiterbildung mit Online-Kursen: Udemy und Skillshare im Vergleich

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Wissen ist Macht, so lautet ein geflügeltes Wort. Damit einher geht die Annahme, dass besonders Gebildete den weniger Gescheiten gegenüber klar im Vorteil sind. Smarter werden und unsere Kenntnisse erweitern wollen wir daher alle. Und noch nie war dies so einfach wie heute. Wer sich früher im Wochentakt auf den Weg zur Volkshochschule machen musste, klappt heute das Laptop auf – egal wo und wann. Oder er schaltet bereits auf dem Weg nach Hause das Handy ein und erweitert seinen Horizont in den toten zehn Minuten in der U-Bahn. Online-Weiterbildung ist immer mehr im Kommen.

Möglich machen dies Online-Kursanbieter, die via Internet Tausende von Lerneinheiten zu einem günstigen Preis zur Verfügung stellen. Programmierkurse, Weinlehrgänge, Yogatrainings und unzählige Bildungsangebote mehr lassen sich in den Portfolios der Kursplattformen finden. Doch wie gut sind die Online-Learning-Portale wirklich und eignen sie sich ernsthaft zur beruflichen Weiterbildung oder eher zum Erlernen eines Hobbies? Auslandskarriere hat zwei der beliebtesten, Udemy und Skillshare, unter die Lupe genommen.

Udemy

Mit circa 30 Millionen Nutzern und über 100000 Kursen in mehr als 50 verschiedenen Sprachen ist Udemy die derzeit größte globale Online-Learning-Plattform. Das 2010 gegründete Unternehmen möchte Menschen jederorts die Möglichkeit geben, neue Wissensinhalte zu erlangen, die das Leben positiv beeinflussen können.

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Registrierung

Mehr als eine Email-Adresse und ein Passwort benötigt man nicht, um Zugang zu Udemy zu erhalten. Alternativ können sich Nutzer auch per Google- oder Facebook-Konto anmelden.

Auswahl

Frisch angemeldet haben Wissenshungrige nun die Qual der Wahl, aus einem Angebot von über 100000 Kursen den für sie richtigen zu finden. Über eine Suchmaske lassen sich Stichpunkte wie beispielsweise “Ebook-Marketing” eingeben. Das System spuckt dann eine Auswahl an passenden Kursen aus, und über verschiedene Filter lassen sich die Treffer weiter eingrenzen.

Anstatt der Stichwortsuche können Udemy-Studenten ihren perfekten Kurs auch per Kategorie finden. 13 Kategorien aus den Bereichen Technik, Wissenschaft, Lifestyle, Musik, Gesundheit und mehr lassen sich in Unterkategorien aufsplitten und bringen einen so ebenfalls ans Ziel.

Preise

Bei Udemy zahlt man per Kurs. Dazu muss eine Kreditkarte hinterlegt werden, die mit den jeweiligen Kursgebühren belastet wird. Im Durchschnitt kostet ein Seminar um die 10 Euro, spezielle Lehrgänge können jedoch bis 120 Euro kosten. Über 3000 englischsprachige Kurse werden ferner gratis angeboten, von Aromatherapie bis Kryptowährung ist alles an Themenbereichen dabei.

App

Die Udemy-App ist bei Google Play und im Apple App Store als Android- und iOS-Version erhältlich. Im Apple App Store hat die iOS-App derzeit eine Bewertung von 4,4 von 5 Sternen, bei Google Play gibt es von den Nutzern 4,5 von 5 Punkten.

Pluspunkte

  • Die Suchmaske macht Usern die Suche nach dem richtigen Kurs wirklich einfach. Sobald man sich einen Kurs im Detail ansieht, verrät einem ein Sterne-Bewertungssystem, wie zufrieden andere Absolventen mit den Lehrinhalten waren.
  • Udemy for Business bietet Firmen die Möglichkeit, Kurse für ihre Mitarbeiter zugänglich zu machen. Die Preise sind hier nach Unternehmensart und Mitarbeitergröße gestaffelt. Apple, PayPal, Adidas und VW haben diesen Dienst schon in Anspruch genommen.
  • Bei Udemy können engagierte Experten selber Dozent werden und Kurse anbieten. Umfangreiche Hilfsmaterialien und ein Support-Team stehen den angehenden Online-Lehrern unterstützend zur Verfügung.

Nachteile

  • Die Qualität der kostenlosen Kurse variiert sehr stark. Einige Seminare sind nichts mehr als spärliche PDF-Dokumente, die mit Sprachaufnahmen unterfüttert werden.
  • Udemy-Kurse werden nicht als offizielle Kurse anerkannt. Die Plattform ist nicht geeignet, wenn man ein Zertifikat als Nachweis der erlangten Qualifikation benötigt.

Skillshare

Skillshare sieht sich als Online-Lerngemeinschaft für Menschen, die aus Lernvideos lernen möchten. Das Unternehmen gibt es, genau wie Udemy, seit 2010. Mit um 2000 Gratiskursen und nur 30000 Kursen insgesamt ist Skillshares Palette deutlich kleiner als die von Udemy. Dafür kann sich Skillshare mit prominenten Ausbildern schmücken, wie unter anderem der Investorin Barbara Corcoran, die aus der TV-Serie “Shark Tank” bekannt ist.

Registrierung

Google- oder Facebook-Nutzer können sich auch hier ganz einfach mit ihrem Konto anmelden. Eine Registrierung per Email-Adresse und Passwort ist ebenfalls möglich. Bevor man loslegt, muss man 3 Interessensgebiete auswählen. Dies ist wohl dazu gedacht, damit das System später persönliche Kursempfehlungen generieren kann.

Auswahl

2000 Gratiskurse warten auf nicht-zahlende Mitglieder, ungefähr 30000 Kurse sind für Premium-Kunden zugänglich.

Preise

Das Preismodell von Skillshare ist gänzlich anders als das von Udemy. Statt per Kurs wird hier ein monatlicher oder jährlicher Mitgliedsbeitrag gezahlt. Die kostenlose Basis-Mitgliedschaft verschafft einem Zutritt zu den 2000 Gratiskursen. Die Premium-Mitgliedschaft eröffnet mehr Kurse und kostet USD 8,25 (ca. EUR 7,50) pro Monat, wenn man gleich für ein Jahr bezahlt. Oder USD 15 (um EUR 14,00), wenn man jeden Monat eine neue Abrechnung bekommen möchte.

App

Die Skillshare-App gibt es für Android und iOS. Im Apple App Store hat sie momentan eine Bewertung von 4,8 von 5 Sternen. Google Play-Nutzer denken, 4,6 von 5 Sternen wären hier angemessen.

Pluspunkte

  • Das Lernen bei Skillshare funktioniert so, dass Lernende zumeist Projekte absolvieren. Das ermöglicht ein tieferes Lernerlebnis als beispielsweise bei Udemy, wo man Kursinhalten auch einfach nur zuhören kann.
  • Die Bewertungen anderer User sind fundiert und helfen, den Kurs richtig einzuschätzen.
  • Schön ist, dass andere Nutzer ihre Arbeiten zu dem entsprechenden Projekt hochladen und Feedback von Mitstreitern erhalten können.

Nachteile

  • Das Mitgliedsbeitrags-Modell ist umständlich. Spontaner und einmaliger Kurskauf ist nicht möglich.
  • Eine Premium-Mitgliedschaft lohnt sich nur, wenn man weiß, dass man in einem Monat oder Jahr eine Reihe von Kursen belegen oder ein bestimmtes Gebiet besonders vertiefen möchte.
  • Wie bei Udemy sind Skillshare-Abschlüsse nicht anerkannt.

Fazit

Wer unabhängig von festen Zeiten und Orten mehr Wissen in bestimmten Feldern erlangen möchte, für den sind die beiden Kursportale ein Traum. Ob in den freien 20 Minuten zwischendurch, kurz vor dem Zubettgehen, am Wochenende oder in der Bahn: Udemy und Skillshare bieten die Gelegenheit, im eigenen Tempo Neues zu lernen.

Bei der enormen Auswahl an kostenlosen Kursen auf beiden Plattformen lohnt es sich, in verschiedene Kurse reinzuschnuppern und den eigenen Horizont aus reiner Freude daran zu erweitern. Beide Plattformen bieten Seminare zu Nischenthemen, die beispielsweise Volkshochschulen nicht anbieten: Ob man sich nun dafür interessiert, Hundefriseur zu werden oder ein Salzwasser-Aquarium anzulegen, zu allem sind Seminare vorhanden.

Doch wie bei allen Tätigkeiten, die Menschen alleine Zuhause oder wo auch immer vor dem Computer ausführen, lauert die Gefahr von Einsamkeitsgefühlen. Manch einer mag den direkten, persönlichen Austausch mit anderen Lernenden vermissen. Wer besser in der Gruppe lernt und einen gewissen sozialen Zwang benötigt, um in Schwung zu kommen, für den sind die Plattformen möglicherweise nichts.

Um ein neues Hobby zu beginnen, eine Fremdsprache zu lernen oder nützliches Wissen für den Job zu erlangen, Udemy und Skillshare sind für die persönliche Weiterbildung ideal. Da sie jedoch keine anerkannten Bildungsinstitutionen darstellen, eignen sie sich für die berufliche Fortbildung bedingt. Um zugelassene Abschlüsse, wie zum Beispiel SAP- oder TOEFL-Zertifikate zu bekommen, sind Volkshochschule und öffentliche Träger dann mitunter doch eine Alternative.

Nach Studium und Volontariat zog es Sabine Feske 2010 nach Südafrika. Dort arbeitete sie zunächst bei Amazon Kindle Direct Publishing und unterstützte Autoren und Verlage dabei, ihre Bücher digital zu veröffentlichen. Heute zeigt sie Südafrika-Besuchern als selbständige Reiseleiterin die schönsten Ecken Kapstadts und verfasst für verschiedene Auftraggeber Texte, die sich mit den Themen Reisen und Auswandern befassen. Seit 2017 schreibt sie für Auslandskarriere.