Jobs in den Niederlanden

Aufgrund von seiner Nähe zu Deutschland sind die Niederlande ein attraktiver Urlaubs- aber auch Arbeitsort. Es gibt sogar viele sogenannte Grenzgänger, die tagsüber in die Niederlande zum Arbeiten pendeln, aber in Deutschland leben. Die Freizügigkeit der Europäischen Union bei der Wahl von Arbeitgeber und Wohnort macht es möglich.

Demnach brauchst du auch kein Visum oder Arbeitserlaubnis, um in unserem Nachbarland zu arbeiten und zu leben. Trotz der Nähe gibt es vieles Neues zu entdecken, was in den Niederlanden anders ist als in Deutschland. Da wären zum Beispiel die wunderbar ausgebauten Fahrradwege, die für ein ganz anderes Lebensgefühl sorgen und den Alltag vieler Niederländer bereichern.

Da die Niederlande wirtschaftlich stark aufgestellt sind und über eine geringe Arbeitslosenquote verfügen, gibt es hier zahlreiche Job-Angebote, die von Technical Service Representative bis zur/zum Hafenmitarbeiter*in reichen. Wenn du einige Zeit in den Niederlanden arbeitest, wirst du schnell feststellen, dass das Land mehr zu bieten hat als Coffee-Shops und Käse.

Key Infos

✔ 17,28 Mio. Einwohner
✔ 821 Tsd. in Amsterdam
✔ ca. 1,5 Flugstunden

Lebenshaltungskosten

✔ 1-Zimmer Wohnung: € 1.258
✔ 1-Personen Haushalt: € 926
✔ Cappuccino € 3,36

Gehalt

✔ Durchschnittsgehalt: € 2.899 (netto)
✔ Deutschsprachiger Kundenberater: ca. € 1.800 (netto)

Welche Job-Möglichkeiten gibt es in den Niederlanden?

Die drei größten Städte Amsterdam, Rotterdam und Den Haag sind internationale Hotspots für zahlreiche Unternehmen aus aller Welt. Firmengiganten wie Philips, Heineken und die ING Group haben hier ihren Sitz und bieten unzählige Arbeitsplätze an.

Aktuelle Arbeitssituation in den Niederlanden

Die Niederlande verfügen über eine geringe Arbeitslosenquote, die unter dem europäischen Durchschnitt liegt. Während sie im Jahr 2019 bei stolzen 3,4% lag, ist nach der Corona-Krise mit 5% im Jahr 2021 zu rechnen (vgl. Statista).

Als historische Seemacht sind auch heute noch die wirtschaftlich stärksten Sektoren der Handel und die Distribution. Die meisten Produkte durchlaufen dabei Europas größten Hafen in Rotterdam.

Doch im Ballungsraum der Großstädte Amsterdam, Rotterdam und Den Haag finden sich viele weitere Industrien mit interessanten Beschäftigungsangeboten. Aber die Niederlande bestehen nicht nur aus diesen drei berühmten Metropolen. Auch einige Inseln sind Teil des Niederländischen Königreichs. Davon befinden sich einige im Atlantik, wie Terschelling und Ameland. Andere hingegen befinden sich in der Karibik, wie Aruba, Curaçao und Sint Maarten. Allen Inseln ist gemein, dass hier der Tourismus boomt und Jobs in der Hotelwirtschaft und in der Gastronomie zu finden sind.

Welche Berufe sind in den Niederlanden gefragt

    • Technical Service Representative: Als Technical Service Representative bist du in einem Unternehmen beschäftigt, dass technisch basierte Produkte oder Dienste anbietet. Zu deinen Aufgaben gehören die Bearbeitung eingehender Anfragen per E-Mail oder Telefon auf B2B-Level. Du unterstützt deine Kunden in Bezug auf Diagnosesysteme und andere Prozesse. Eine technische Versiertheit ist für diesen Job definitiv von Vorteil. Selbstverständlich erhältst du allerdings auch in den ersten Wochen eine Grundschulung.
    • Erntehelfer*in: Die Niederlande ist als das Land der Tulpen bekannt. Jedes Jahr besuchen Touristen die Tulpenfelder, um die farbenreiche Blütenpracht zu bestaunen. Für die Ernte der Tulpen, aber auch für zahlreiche Gewächshäuser und Baumschulen, werden jedes Jahr saisonale Erntehelfer gesucht. Ein Job dieser Art lässt sich besonders gut in den Rahmen von Work & Travel integrieren.
    • Hotelmitarbeiter*in: Da die Niederlande unter anderem sehr gerne von deutschsprachigen Touristen bereist wird, freuen sich Hotels über Mitarbeiter*innen mit Deutschkenntnissen. Dabei sollte man nicht außer Acht lassen, dass das Niederländische Königreich sich nicht nur über Europa erstreckt. Auch in der Karibik befinden sich Inseln, die Teil des Königreichs sind. So zum Beispiel Aruba, Curaçao und Sint Maarten, welche ebenfalls beliebte Reiseziele mit vielen Hotels darstellen.
    • Hafenmitarbeiter*in (Basis Operator) : Bist du eher eine Land- oder Wasserratte? An einem Hafen lassen sich beide Vorlieben miteinander verbinden. Besonders aufregend ist ein Hafenjob in Rotterdam, da sich hier der größte Hafen Europas befindet. Um hier mit Hand anlegen zu dürfen, benötigt man oft ein VCA-Zertifikat für Arbeitssicherheit. Den entsprechenden Kurs kann man beispielsweise über eine Zeitarbeitsfirma absolvieren.

Für wen lohnt sich ein technischer Kundensupport Job in den Niederlanden?

Beschäftigungen als Technical Service Representative werden hauptsächlich von großen Unternehmen, wie zum Beispiel Mercedes-Benz, angeboten. Um die Position möglichst attraktiv für Deutsch-Muttersprachler zu gestalten, werden beliebte Vorzüge angeboten. Dazu zählen unter anderem die Unterstützung beim Umzug in die Niederlande, die Möglichkeit in Office-WG’s zu wohnen, ein garantierter 1-Jahres-Vertrag und Vergünstigungen für den Nahverkehr oder das Fitness-Center.

Die Arbeits- und internen Unternehmenssprachen sind dabei Englisch und Deutsch. Kenntnisse in Niederländisch sind daher keine Voraussetzung. Oft gibt es noch weitere Teams im Unternehmen, die sich um andere Märkte in der jeweiligen Sprache konzentrieren, wie zum Beispiel Französisch, Spanisch oder Polnisch. Daraus ergibt sich ein internationales Team, das man bei gemeinsamen Aktivitäten nach Feierabend besser kennen lernen kann.

Dementsprechend lohnt sich diese Job-Möglichkeit besonders gut für diejenigen, die noch über kein professionelles Netzwerk in den Niederlanden verfügen und sich über den zusätzlichen Support bei der Ankunft im neuen Land freuen.

Wie findet man Jobs in den Niederlanden für Deutsche, Österreicher und Schweizer?

Als direkter Nachbar von Deutschland stellen die Niederlande einen wichtigen Handelspartner dar. Folglich haben hier auch viele Niederlassungen von deutschen Firmen ihren Sitz. In solchen Unternehmen kannst du mit deinen muttersprachlichen Deutschkenntnissen besonders gut punkten.

Im Business-Alltag ist es den Niederländern sehr wichtig, dass neben dem Geschäftlichen die „Gezelligheid“ (auf deutsch: Geselligkeit) nicht zu kurz kommt. Daher gehört zu einem Geschäftstreffen immer auch ausgiebiger Small Talk dazu. Dementsprechend kannst du auch bei deiner Bewerbung ein wenig Persönlichkeit durchscheinen lassen und deine Hobbies im Lebenslauf auflisten. Denn Personalleiter wollen dich auch auf einer menschlichen Ebene kennen lernen.

Ansonsten fällt die Bewerbung in den Niederlanden etwas schlanker als in Deutschland aus. Foto, Zeugnisse und Angaben zur Religion können getrost weggelassen werden. Beim Vorstellungsgespräch, ob persönlich oder am Telefon, solltest du bescheiden auftreten. Die genügsamen Niederländer mögen es nicht, wenn man mit seinen Erfolgen prahlt. Deine errungenen Titel oder ähnliches sollten deinem Gesprächspartner bereits aus den Bewerbungsunterlagen bekannt sein. Hier geht es lediglich darum, ein besseres Bild von deiner Persönlichkeit zu erhalten.

Erste Anlaufstelle für Jobs in den Niederlanden ist die Jobbörse auf Auslandskarriere.de. Hier veröffentlichen verschiedene Arbeitgeber die unterschiedlichsten Beschäftigungsmöglichkeiten. Ein Blick auf die Vakanzen in den Niederlanden lohnt sich somit allemal.

Leben in den Niederlanden – Hup Holland Hup!

Am letzten Arbeitstag der Woche gehen Kollegen gerne auf ein borrel (zu deutsch: Umtrunk) gemeinsam etwas trinken. Bei dieser Gelegenheit kannst du deine Kollegen besser kennen lernen und vielleicht sogar Freundschaften schließen.

Dir wird schnell auffallen, dass die Niederländer „gezellig“ (deutsch: gemütlich) mindestens genauso oft sagen, wie die Deutschen „toll“ oder „cool“. Denn „gezelligheid“ ist dem gemütlichen Volk sehr wichtig. Während es bei einem deutschen Geschäftstreffen ein netter Zusatz ist, wenn die Teilnehmer sich verstehen und gemeinsam eine gute Zeit verbringen, ist das in den Niederlanden absolute Notwendigkeit.

Die Preise für Lebenshaltungskosten sind in etwa mit denen in Deutschland zu vergleichen. Die Miete für ein WG-Zimmer kann von 200 bis 700 Euro variieren. Vor allem in Amsterdam musst du dabei mit höheren Preisen rechnen.

Bei den öffentlichen Verkehrsmitteln kannst du sparen, indem du es auf die niederländische Art machst und dir ein „fiets“ (deutsch: Fahrrad) zulegst. Auf den hervorragend ausgelegten Fahrradwegen im ganzen Land, bewegen sich die Niederländer das gesamte Jahr über auf zwei Rädern fort.