Warum man heutzutage keine Ausbildung und kein Studium braucht

Warum man heutzutage keine Ausbildung und kein Studium braucht
Man kann auch ohne Ausbildung oder Studium erfolgreich sein. (Foto: Shutterstock)
Man fühlt sich als sei man zum Scheitern verurteilt. Wer keinen Ausbildungsplatz bekommen hat oder nicht den richtigen NC für ein interessantes Studium erreicht hat, dem wird es plötzlich schwindelig. Angst vor der Zukunft macht sich breit und die Frage kommt auf „Was mach ich denn jetzt nur?“. Dabei ist heutzutage eine Ausbildung und ein Studium kein Garantieschein, um später auch einen Job zu findet. Unzählige Auszubildenden und Studenten suchen monatelang nach einem geeigneten Job und fragen sich „Was habe ich eigentlich gelernt?“.

Problem: Keinen Ausbildungsplatz finden

„Wir haben einen passenderen Kandidaten gefunden. Vielen Dank für Ihr Interesse, aber wir wollen Sie nicht!“

Absagen können ganz schön wehtun und einen noch mehr an sich zweifeln lassen. Dabei kann man teilweise schon dankbar sein, wenn sich Unternehmen die Zeit nehmen, um einem eine Absage zu schicken.

Um den perfekten Kandidaten zu finden, entwickeln Firmen mehrere Vorstellungsrunden, bei denen man sich beweisen muss. Ob man den Kandidaten wahllos aus einem Topf herauspickt oder ihn interviewt: Studien belegen jetzt, dass das Ergebnis und die Zufriedenheit mit dem Kandidaten auf dasselbe herauskommt. Bei genauerer Überlegung macht dies auch Sinn, da das Talent bei einem Vorstellungsgespräch zu überzeugen nichts mit der tagtäglichen Arbeit zu tun hat.

Ausbildung abgebrochen und Studium hingeschmissen – Was nun?

Zu schwierig, gefeuert, keine Lust, nicht das richtige, gesundheitliche Probleme – die Gründe eine Ausbildung abzubrechen oder ein Studium hinzuschmeißen sind zahlreich. Wie geht es aber nach der abgebrochenen Lehre oder dem Studium weiter?

Viel zu oft liegt es am Studium oder dem Ausbildungssystem selbst als an dem vermittelten Thema. Vielen fällt es schwer ein Studium nach einigen Semestern abzubrechen oder einem Ausbildungsunternehmen zu kündigen. Einige scheuen sich davor nochmals ganz von vorne anfangen zu müssen.

Wohin mit Querdenkern?

Ob es die Erwartungen von der Familie sind oder von einem selbst. Viele geraten in Panik, wenn sie sich eingestehen müssen, dass sie absolut perspektivlos sind. Schnell wird man als faul abgestempelt und soll sich ins Zeug legen, um noch die Kurve zu bekommen.

In kaum einer Schule oder Universität wird von anderen Möglichkeiten geredet als dem Ausbildungssystem oder dem Universitätsabschluss, dabei gibt es viele Berufe für die man beides gar nicht braucht.

Alternativen und Perspektiven für Querdenker

1Selbstständigkeit oder Freiberuflichkeit

Sein eigener Chef zu sein: Davon träumen viele. Die meisten schrecken von diesem Gedanken aus Angst zurück und denken, dass sie rund um die Uhr arbeiten müssen. Aller Anfang ist schwer, wer sich aber etablieren kann und auf Auftragsbasis arbeitet, der kann seine Arbeit so einteilen wie er möchte. Aufträge kann man durch die eigene Webseite oder Freelancer-Plattformen erhalten.

2Blogger, Experte oder Schriftsteller

Der Beruf des Schriftstellers ist ein klassischer Freiberufler-Job. Jeder, der literarische Texte verfasst, kann sich Schriftsteller oder Autor nennen, da dies keine geschützte Berufsbezeichnung ist. Erfolgreichen Autoren schreiben allerdings regelmäßig und haben daher sehr viel Übung oder haben Kurse im kreativen Schreiben belegt. Blogger und Influencer leben ebenso vom Schreiben oder erstellen Content in Form von Bildern (z.B. Instagramer) oder in Videoformat (z.B. YouTube).

3Eigenes Business

Es war noch nie so einfach einen Onlineshop zu eröffnen und Produkte oder Dienstleistungen über diesen zu verkaufen wie heute. Für die sogenannte 1-Euro GmbH oder Unternehmensgesellschaft UG benötigt man kein Stammkapital von 25.000 € wie es bei der GmbH der Fall ist, sondern lediglich einen Euro.

4Telesales

Kundenbetreuung wird niemals aussterben. Für diesen Job benötigt man keine Ausbildung. Meist erhält man im Onboarding ein ausgiebiges Training und arbeitet dann die ersten Wochen Seite-an-Seite mit einem erfahreneren Mitarbeiter. In der Jobbörse von Auslandskarriere findest du viele deutschsprachigen Customer Service Positionen im Ausland.

5Kurse, Zertifikate und kurze Ausbildungen

Es muss nicht immer eine dreijährige Ausbildung oder ein Studium sein. Mit kurzen Ausbildungen, Seminaren oder Kursen, bei denen man eine Zertifizierung erhält, können sich ebenso lohnen. Mit dem gewonnenen Wissen kann man auf selbstständiger oder freiberuflicher Basis arbeiten oder aber auch in einem Angestelltenverhältnis. Weitere Informationen findest du hier. Zu dieser Kategorie gehören folgende Berufe:

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Marlene Schimanski ist die Gründerin und Chefredakteurin von Auslandskarriere. Sie lebte bereits in fünf verschiedenen Ländern (Portugal, Island, Österreich, Irland und Australien) und ist 2013 nach Australien ausgewandert. Sie hat bei PwC und KPMG im Global Mobility gearbeitet, bevor sie sich als Englisch-Übersetzerin und Karrierecoach selbstständig machte. Sie hat einen Masterabschluss in International Business Administration.