Englische Bewerbung: Leitfaden für eine erfolgreiche Bewerbung auf Englisch

Wer sich im Ausland oder auf eine englischsprachige Position hierzulande bewerben möchte, braucht eine tadellose englische Bewerbung, um bei den Entscheidungsträgern zu punkten. Bevor man aber einfach drauflos tippt, sollte man wissen, dass sich die englische Bewerbung und der englische Lebenslauf in einigen Punkten von der deutschen Bewerbung unterscheidet. Auslandskarriere hat deshalb einen ausführlichen Leitfaden für eine erfolgreiche Bewerbung auf Englisch zusammengestellt:

Name des Dokuments

Der Name des Dokuments sollte die Art des Dokuments beinhalten, Ihren Namen und gegebenenfalls den Namen der Position oder Firma. Unbedingt vermeiden sollte man Zahlen oder Angaben zu Versionen, da dies mehr als unprofessionell wirkt.

 Cover Letter_Max Mustermann.doc
✖ My Cover Letter_Version2_FINAL5.doc

Kontaktdaten

Leider vergisst der ein oder der andere, die Kontaktdaten ebenfalls auf das Anschreiben der Bewerbung zu schreiben. Diese gehören jedoch auf den Lebenslauf wie auch auf das Begleitschreiben. Zu den Kontaktdaten gehören Ihre jetzige Anschrift, Ihre E-Mail Adresse, Ihre Telefonnummer und gegebenenfalls ein Hyperlink zu einem Social Media Profil wie LinkedIn, Xing oder aber auch Twitter, wenn Sie dieses beruflich nutzen.

Anrede und Betreff

Die Anrede bei einem englischen Anschreiben sollte sich, wenn möglich, direkt an den zuständigen Personaler wenden. In vielen Stellenanzeigen sind die Kontaktdaten des zuständigen Personalers angegeben; sollte dies nicht der Fall sein, sollten Sie eine neutrale Anrede wie „Dear Sir or Madam“ verwenden. Alternativ können Sie zudem auch „Dear Hiring Manager“ oder „Dear Human Resources Team“ benutzen. Das Unternehmen sollten Sie nur telefonisch kontaktieren, wenn Sie wirklich eine Frage bezüglich der Stelle haben. Anzurufen, um herauszufinden, an wen Sie das Schreiben richten sollen, wirkt seltsam und hält die Personaler nur von ihrer Arbeit ab. Im amerikanischen Englisch sollten Sie außerdem einen Doppelpunkt hinter den Namen oder die neutrale Anrede setzen. Im britischen Englisch kann man wie im Deutschen auch ein Komma hinter den Namen setzen, dieses kann man allerdings auch weglassen.

Bezüglich des Betreffs sollten jegliche Überschriften wie Cover Letter oder Letter of Motivation weggelassen werden, da dies genauso wie eine Überschrift auf einem CV dort nicht hingehört. Die Betreffzeile wird im britischen Englisch zwischen die Anrede und die erste Zeile gesetzt, während im amerikanischen Englisch die Betreffzeile vor der Anrede steht.

🇬🇧  Dear Ms/Mrs/Mr Smith,
Re: Senior Project Manager in Procurement (PR122006)
I wish to apply for…

🇺🇸  Re: Senior Project Manager in Procurement (PR122006)
Dear Ms./Mrs./Mr. Smith:
I wish to apply for…

Datum

Auch wenn dies eher trivial erscheinen mag, die Datumsangaben unterscheiden sich in Deutschland, den USA und in Großbritannien. In den USA wird das Datum linksbündig zwischen Ihre Adresse und die des Empfängers gesetzt, während in Großbritannien das Datum linksbündig nach der Adresse des Empfängers eingetragen wird. Obwohl einige Länder wie Kanada für bürokratische Vorgänge und Formulare gerne die Variante Jahr, Monat, Tag verwenden, ist diese Form für Bewerbungen auf Englisch doch eher unüblich. Das Datumsformat „19th of January 2017“ oder „22nd November 2016“ ist mittlerweile veraltet und sollte nicht mehr verwendet werden. Abgesehen von den USA und Kanada (englischsprachiger Teil) sollte man das Datumsformat von Großbritannien verwenden.

🇬🇧 22 November 2016

🇺🇸 November 22, 2016

Einleitung

Die Einleitung sollte zum einen unmissverständlich klar machen, worum es im Anschreiben überhaupt geht und zum anderen Sie kurz und knapp vorstellen. Nehmen Sie Bezug auf die Position, auf die Sie sich bewerben. Einige Bewerber vergessen dies und erwähnen im Betreff nur den Titel der Position, was bei größeren Unternehmen dazu führen kann, dass man Ihre Bewerbung überhaupt nicht zuordnen kann. Wenn Sie bereits jemanden in dem Unternehmen kennen oder mit einem Mitarbeiter über die Position geredet haben, dann ist dies Ihre Eintrittskarte und Sie sollten diese Information ebenfalls ganz am Anfang nennen. Unbedingt vermeiden sollte man Fragen à la „Sie suchen nach einer begeisterungsfähigen und kreativen Mitarbeiterin, die auch sehr geschult darin ist, Sachen gleichzeitig auf die Reihe zu kriegen?“ Diese Art von Einleitungen kommt in den meisten Fällen nicht gut an.

I am writing to you having been referred by Mr. Steven Smith from your Sales & Marketing department who suggested you might be recruiting a new Project Assistant in the upcoming months.

I wish to apply for the position of Project Assistant with your organisation advertised in …

Hauptteil

Im Hauptteil verbinden Sie was in der Stellenanzeige vom Bewerber verlangt wird, mit Ihren eigenen Fähigkeiten. Veranschaulichen Sie Ihre Fähigkeiten, Ihre Erfahrung und Ihre Ausbildung, indem Sie konkrete Beispiele verwenden. Hierbei können Sie zudem auf Besonderheiten in Ihrem englischen Lebenslauf aufmerksam machen und näher darauf eingehen. Stumpfe Aufzählungen im Bullet-Point-Format wirken sehr unpersönlich und lieblos hin geklatscht. Die englische Bewerbung kann für die Personaler als erste Sprachprobe gewertet werden, daher ist von Aufzählungen abzuraten. Der Hauptteil ist ebenso dazu da, um Ihr Interesse an dem Unternehmen selbst zu demonstrieren. Hierbei ist es wichtig, seine Hausaufgaben zu machen und nicht einfach nur den Namen der Firma bei jeder Bewerbung auszutauschen.

Schlussteil und Grußformel

Im Schlussteil sollte sich alles zusammenfügen. Der Schlussteil ist besonders wichtig, da Sie hier den entscheidenden Eindruck von sich machen. Bekräftigen Sie noch einmal Ihre Vorteile in einer kurzen Zusammenfassung und Ihren Wunsch, bei dem Unternehmen zu arbeiten. Der Schlussteil ist ebenso dazu da, um auf eventuelle Fragen in der Stellenanzeige betreffend der Gehaltsvorstellung und der Kündigungsfrist einzugehen. Auch wenn „Kind Regards“ die richtige Übersetzung von „Mit freundlichen Grüßen“ ist, wird dies auf englischen Anschreiben nicht verwendet. Im britischen Englisch verwendet man bei Bewerbungen vorwiegend „Yours sincerely“, wobei die Amerikaner das „Yours“ in den meisten Fällen weglassen. Eine freie Zeile zwischen dem Text und der Abschiedsformel ist üblich und kreiert ein schönes Layout. Sollten Sie ein Komma oder einen Doppelpunkt nach der Begrüßung gesetzt haben, so sollten Sie ebenso ein Komma nach der Abschlussformel setzen.

🇬🇧 Yours sincerely

🇺🇸 Sincerely,

Sentence Connectors und flüssiger Text

Manchmal kann sich die englische Bewerbung ein wenig abgehackt anhören. Verwenden Sie deshalb sogenannte „Sentence Connectors“ um den Text flüssiger zu machen.

In addition, Furthermore, Currently, However, As a result, Combining, Correspondingly, Similarly etc.

Layout, Format und Länge

Beim Layout und der Schrift sollte man es klassisch halten. Das Layout des englischen Anschreibens sollte komplementär zu dem englischen Lebenslauf gestaltet sein, kann jedoch simpler sein, da das Augenmerk hierbei auf den Inhalt gelenkt werden sollte. In den USA und im englischsprachigen Teil von Kanada sollten Sie darauf achten, dass man bei Bewerbungen nicht das gängige Format A4 verwendet, sondern das sogenannte „Letter Format“, welches man problemlos unter „Seitenlayout“ in Microsoft Word einstellen kann. Die Länge des englischen Anschreibens sollte nicht über eine Seite gehen. Auch wenn Sie viel von sich zu erzählen haben, müssen Sie bedenken, dass die meisten Entscheidungsträger nicht nur endlose Briefe wälzen möchten. Wer nicht zum Punkt kommen kann, wird daher oftmals schon auf den ersten Blick aussortiert.

Schriftart und -größe

Die Schriftart sollte deutlich zu lesen sein; daher empfehlen sich Calibri, Arial, Georgia oder Times New Roman. Egal für welche Schriftart Sie sich entscheiden, verwenden Sie die selbe Schriftart für die Bewerbung wie auch für Ihren Lebenslauf. Schriftarten wie Comic Sans oder Schreibmaschine sollten in einer Bewerbung niemals verwendet werden. Die Schriftgröße sollte zwischen 10 und 12 liegen, wobei man den Betreff auch in einer fett gedruckten Schriftgröße 12 präsentieren kann, um diese hervorzuheben.

Zeichensetzung und einheitliche Sprache

Entscheiden Sie sich bewusst für britisches oder amerikanisches Englisch und mixen Sie die beiden Varianten nicht in Ihrer englischen Bewerbung. Markieren Sie den ganzen Text (Ctrl + A) und stellen Sie in Microsoft Word Ihre bevorzugte Sprache links unten in der Seitenzeile ein. Wer Anführungszeichen in seine Bewerbung mit reinnimmt, sollte die englische Handhabung verwenden und beide Anführungszeichen oben haben und nicht wie im Deutschen zu Anfang unten und zu Ende des Wortes oben. Weiterhin sollte darauf geachtet werden, dass die Punktsetzung im Englischen nicht wie im Deutschen ist. So wird ein Komma anstelle eines Punktes bei Zahlen verwendet.

Anlage

Wie in Deutschland auch ist es mittlerweile nicht mehr üblich, alle Anlagen zu erwähnen. Das Wort „Enclosure“ oder „Attachement“ können und sollten Sie also weglassen.


FAQ – Häufig gestellte Fragen

Was sind die Unterschiede zwischen einem englischen „Letter of Motivation“ und einem „Cover Letter“?

Jeder weiß, dass zu den meisten Bewerbungen ein Begleitschreiben
gehört. Im Süden von Deutschland und in Österreich nennt man das Bewerbungsanschreiben auch Motivationsschreiben. Der englische Letter of Motivation hat aber nur bedingt etwas mit dem eigentlichen Cover Letter zu tun. Im Englischen gibt es diese Doppeldeutigkeit, wie man sie in Deutschland und Österreich kennt, nicht. Ein Letter of Motivation wird ausschließlich für Bewerbungen an Universitäten und für Stipendien verwendet. Im englischsprachigen Ausland sollten Sie daher nicht von einem Letter of Motivation reden, wenn Sie eigentlich einen Cover Letter meinen. Ein klassischer Letter of Motivation unterscheidet sich zudem in Form und Stil von einem Cover Letter. Dies sollte man unbedingt beachten, wenn man im Internet nach Vorlagen für ein englisches Anschreiben beziehungsweise ein Motivationsschreiben sucht.

Muss eine englische Bewerbung unterschrieben werden?

Das Anschreiben und den Lebenslauf zu unterschreiben ist eine deutsche Eigenheit, die selbst hier nicht notwendig ist. Eine Unterschrift auf dem Lebenslauf und dem Anschreiben bewirkt rein rechtlich gesehen gar nichts und bestätigt auch nicht die Daten. Nur Falschaussagen können Sie den Arbeitsvertrag kosten. Eine englische Bewerbung zu unterschreiben ist überhaupt nicht üblich. Der ein oder andere Bewerber mag es persönlicher finden, eine digitale Unterschrift auf dem getippten Anschreiben zu haben, allerdings sollte auch beachtet werden, dass eine eingescannte Unterschrift online so einige Risiken birgt. Dieses Risiko wird nur minimal reduziert, wenn Sie Ihre Bewerbung verschlüsselt versenden, da die Bewerbung sich nach dem Verschicken auf dem Firmen-Server befindet. Gerade größere Unternehmen sind häufig Opfer von Cyber-Attacken und Datenklau. Es ist daher ratsam, eine englische Bewerbung nicht zu unterschreiben.

Benötige ich eine Bewerbungsmappe oder ein Deckblatt für das englischsprachige Ausland?

In Zeiten vor der Digitalisierung hat jeder Bewerber im deutschsprachigen Raum fein säuberlich eine Bewerbungsmappe für jede Bewerbung erstellt. Da dies doch recht kostspielig war – zum einen für den Bewerber selbst und dann auch noch für die Firmen, die die Mappen teilweise zurückgeschickt haben – ist dies heutzutage nicht mehr gebräuchlich. Bei englischen Bewerbungen ist es üblich, sich entweder nur mit einem CV oder nur mit einem CV und mit einem Cover Letter zu bewerben. Erst wenn man eine Runde weiter im Bewerbungsprozess kommt, wird nach weiteren Unterlagen gefragt. Schicken Sie also nur Ihre Zeugnisse mit, wenn dies ausdrücklich von dem Unternehmen so gewünscht wird. Oftmals hat man die Möglichkeit seine Bewerbung und Zeugnisse in einem Online-Tool hochzuladen. Hierbei muss schlau ausgewählt werden, da die Anzahl der zu hochladenden Dateien in den meisten Fällen begrenzt ist. Ein Deckblatt ist bei englischen Bewerbungen ebenso unüblich und sollte nicht erstellt werden, da Sie im digitalen Zeitalter somit nur den Personaler verärgern könnten, der sich aufgrund eines Deckblatts wund scrollen muss, bis er zu den eigentlichen Informationen gelangt.

Wann lohnt sich eine Initiativbewerbung?

Initiativbewerbungen lohnen sich dann, wenn das Unternehmen, bei dem Sie gerne arbeiten möchten, momentan keine Stellen ausgeschriebenen hat. Es wird gemunkelt, dass 70 bis 80 Prozent der Stellen intern beziehungsweise verdeckt vergeben werden. Dies bedeutet, dass diese Stellen nie ausgeschrieben werden oder zwar ausgeschrieben werden, die Person für den Job allerdings schon feststeht. Gemein? Knacken Sie doch selbst den verdeckten Stellenmarkt im Ausland.

Kann ich einfach meine Bewerbung ins Englische übersetzen?

Eine einfache Übersetzung Ihrer Bewerbung beziehungsweise Ihres Anschreibens klingt zunächst logisch, jedoch sollte man beachten, dass eine Eins-zu-eins-Übersetzung von Deutsch auf Englisch sich teilweise komisch anhören kann. Dies liegt am unterschiedlichen Satzbau der deutschen und englischen Sprache. So sind Zeitangaben im Englischen am Ende des Satzes anzugeben, während diese im Deutschen meist zu Anfang erwähnt werden. Ein Anschreiben sollte sich möglichst flüssig lesen lassen und daher macht es mehr Sinn, den Text neu zu verfassen als ihn nur zu übersetzen. Wer sich längere Zeit nicht beworben hat und eine alte Bewerbung rauskramt, um diese als Vorlage zu verwenden, stellt sich selbst ein Bein. Auch wenn diese Bewerbung eventuell zu einer Einstellung geführt hat, haben Sie sich doch hoffentlich in der vergangenen Zeit weiterentwickelt. Dies macht sich dann ebenfalls in Ihrem Schreibstil bemerkbar. Zudem sollte der Fokus immer auf der letzten Position liegen, und wer eine alte Bewerbung schreibt, kommt schnell in Versuchung, den alten Stil zu kopieren.

Was sind die nächsten Schritte nach der Bewerbung?

Wer mitten in der Bewerbungsphase steckt, kann sehr schnell gestresst sein. Organisieren Sie daher Ihre Bewerbungsschritte. Am einfachsten ist es, wenn man eine Excel-Tabelle mit Infos zum Bewerbungsdatum, dem Namen der Firma, dem Namen der Position und weiteren Anmerkungen erstellt. Stellen Sie sich vor, Sie erhalten einen Anruf und müssen noch einmal nachfragen „Um welche Position handelt es sich“ oder „Von welchem Unternehmen rufen Sie mich an?“ Dies kommt natürlich nicht gut an und wirft ein schlechtes Licht auf Sie. Wer gut vorbereitet sein will, sollte einen ausgedruckten Zettel mit möglichen Interviewfragen und Antworten sowie Informationen zu den Firmen, bei denen man sich beworben hat, in Reichweite haben. Die Meinungen gehen stark auseinander, wenn es darum geht, ob man sich ein bis zwei Wochen nach der Bewerbung telefonisch erkundigen sollte oder nicht. Viele Personaler sind genervt von den vielen Anrufen, ob eine Bewerbung überhaupt angekommen ist. Andere Personaler reden lieber am Telefon, als Bewerbungen durch zu scannen. Nur anzurufen, um zu fragen, ob die Bewerbung schon gelesen wurde, kann sehr unhöflich rüberkommen, da einige Bewerbungsprozesse ihre Zeit brauchen. Wer anrufen möchte, sollte dies eher in den ruhigen Morgenstunden machen als zur stressigsten Zeit des Personalers und sich ein bis zwei konkrete Fragen zur Position überlegen. Oftmals ist es sehr schwer, Personaler überhaupt ans Telefon zu bekommen, da diese täglich mehrere Vorstellungsgespräche haben und somit nicht erreichbar sind. Alternativ kann man eine E-Mail an den Entscheidungsträger schreiben, in der man seinen Wunsch bei der Firma zu arbeiten untermauert.