Heiraten im Ausland: Vorbereitung, Anerkennung und Übersetzung der Dokumente

Als schönsten Tag im Leben betrachten viele glückliche Paare den Tag ihrer Heirat. Wenn sie sich statt in Deutschland im Ausland trauen lassen, ist es oft so, dass der Hochzeit an einem exotischen Ort dadurch noch das I-Tüpfelchen aufgesetzt werden soll. Einige Paare schließen den Bund der Ehe jedoch in der Ferne, weil sie sich beruflich in einem anderen Land befinden, die Partner aus unterschiedlichen Staaten stammen oder sie sich auf Reisen kennengelernt haben. Die Voraussetzungen für eine Hochzeit im Ausland unterscheiden sich von Land zu Land. Auslandskarriere hält Tipps für die Vorbereitung und Planung bereit. So geht am schönsten Tag des Lebens nichts schief, und frisch Getraute können gelassen in ihre gemeinsame Zukunft starten.

Die Vorbereitung für die Hochzeit im Ausland

Wie bei einer Hochzeit im Heimatland auch, müssen die Kernelemente der Zeremonie natürlich zeitig besorgt, organisiert und in die Wege geleitet werden. Ringe, Kleid und Anzug gehören zu dem Teil der Ausstattung, der in der Regel schnell zu erstehen ist. Längerfristiger Planung bedürfen der Auswahl des Landes und des Ortes. Beliebte Hochzeitslocations sind oft schon ein Jahr im Voraus ausgebucht, so dass man sich im Idealfall schon 1,5 Jahre vorher auf die Suche machen sollte. Ferner muss abgeklärt werden, ob der Veranstaltungsort die Anzahl der Gäste fassen kann und genügend Erfrischungsräume zur Verfügung stehen. Alle Gäste benötigen darüber hinaus Unterkünfte und einen Transport zur Feierlocation. Fotografen und DJs sind ebenfalls oft Monate vorweg engagiert. Es ist möglicherweise günstiger, Profis aus dem Hochzeitsland für den Job zu bestellen, als beide aus Deutschland einfliegen zu lassen. Dafür ist aber Recherche nötig, es sei denn, man engagiert eh einen Hochzeitsplaner, der im besten Falle Empfehlungen parat hat. Wer die Zeremonie auf Deutsch abhalten möchte, muss nach einem deutschsprachigen Pfarrer oder Redner Ausschau halten. Ein Termin beim Standesamt im Traumland kann nie zu früh gemacht werden. Eine weitere Möglichkeit ist ein Dolmetscher vor Ort. Bei zeitigen Flugbuchungen kann man noch das ein oder andere Schnäppchen machen – und nicht vergessen, die nötigen Reisevisa zu beantragen.

Dokumente und Unterlagen für die Hochzeit übersetzen und beglaubigen lassen

Eine Hochzeit bedeutet nicht nur, den Tag der Eheschließung gebührend zu feiern, sie ist auch ein einschneidendes Erlebnis im Leben eines Paares, das rechtliche Auswirkungen hat. Damit alles seine Ordnung hat, ist viel Papierkram nötig. Welche Unterlagen genau gebraucht werden, kann verbindlich nur das Standesamt im jeweiligen Wunsch-Heiratsland sagen. Die folgenden Dokumente sind meist nicht nur im Original, sondern je nach Staat auch in einer notariell beglaubigten Übersetzung erforderlich:

  • Reisepass oder Personalausweis
  • Internationale Geburtsurkunde oder Abstammungsurkunde
    (diese erhalten Sie beim Standesamt des Geburtsortes)
  • Aufenthalts- bzw. Meldebescheinigung
    (diese erhalten Sie bei der Meldebehörde des ständigen Wohnsitzes in Deutsch. Sie muss gegebenenfalls in die entsprechende Landessprache übersetzt und beglaubigt werden)
  • Ehefähigkeitszeugnis (dieses können Sie beim Standesamt Ihres Wohnsitzes beantragen)
  • Wenn einer der Partner geschieden ist: Heiratsurkunde oder Familienbuchabschrift, inklusive mit dem amtlichen Vermerk der Eheauflösung
    (diese können Sie beim Standesamt der Eheschließung bzw. dem des Wohnortes erhalten)
  • Wenn einer der Partner Witwe/Witwer ist: Sterbeurkunde des verstorbenen Partners
    (diese können Sie beim Einwohnermeldeamt des Wohnortes erhalten)
  • Wenn einer der Partner adoptiert wurde oder es einen Namenswechsel ohne Trauung gegeben hat, können je nach Reiseziel weitere Dokumente nötig sein

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Kostenloser Kostenvoranschlag

Es empfiehlt sich, die aufgeführten Dokumente ungefähr zwei Monate vor dem Hochzeitstermin im Original (manchmal reichen auch beglaubigte Kopien) per Post an die zuständige Behörde im Ausland zu senden.

Unkompliziert im Ausland heiraten – Hier ist es am einfachsten

Las Vegas (USA)

Heiraten in Vegas ist, wie jeder weiß, wirklich einfach. Angeblich heiraten jedes Jahr fast 100 000 Paare in der größten Stadt Nevadas. Die Stadt des Glücksspiels unterhält unzählige, teilweise sehr kitschige Heiratskapellen. Und um in einer von ihnen heiraten zu können, ist nicht viel mehr nötig als ein gültiger Reisepass, ein Mindestalter von 18 Jahren, und man muss ledig, verwitwet oder geschieden sein (was ohne Nachweise zu versichern ist). Geburtsurkunden oder andere Dokumente sind nicht nötig. Eine Lizenz für die Hochzeit holt man sich im Marriage Bureau, das täglich von 8:00-24:00 Uhr Heiratswillige empfängt und das Dokument für etwa 80 US-Dollar ausstellt. Ein Termin muss nicht vereinbart werden. Mit der Lizenz geht es zur Hochzeitskapelle, wo eine staatlich befugte Person die Ehe schließt. Trauzeugen werden zwar benötigt, können aber ganz einfach vor Ort dazu gebucht werden. Damit die Hochzeit in Deutschland anerkannt wird, sind Behördengänge nötig. Einzureichen sind eine beglaubigte Kopie des registrierten Trauscheins und eine Apostille, die die Echtheit der Heiratsurkunde bestätigt. Manche Standesämter verlangen zusätzlich eine deutsche Übersetzung der Urkunden.
Wie genau man an Apostille und den registrierten Trauschein kommt, kann im Internet recherchiert werden und ist auch von Zuhause aus noch möglich.
Übrigens, gleichgeschlechtliche Ehen sind in Las Vegas auch möglich.

Dänemark

Dänemark ist ebenfalls bekannt dafür, dass man dort unbürokratisch heiraten kann. Besonders vorteilhaft erweist sich eine Eheschließung in Dänemark bei binationalen Hochzeiten, die in Deutschland viel Ämterrennerei mit sich bringt. Für eine standesamtliche Hochzeit sind diese Dokumente erforderlich:

  1. Reisepass oder Personalausweis
    2. Evtl. Schengen Visum oder Aufenthaltsgenehmigung
    3. Geburtsurkunde
    4. Familienstandsbescheinigung
    5. Scheidungsurteil oder Sterbeurkunde, wenn einer der Partner schon einmal verheiratet war.

Eine in Dänemark geschlossene Ehe wird in Deutschland anerkannt und ist sogar weltweit rechtsgültig. Gleichgeschlechtliche Trauungen werden allerdings gesetzlich automatisch als eingetragene Lebenspartnerschaft angesehen.

Jamaika

Unter den Ländern, die es heiratswilligen Ausländern einfach machen, befindet sich auch der Inselstaat Jamaika. Neben Reisepässen, Geburtsurkunden und beglaubigten Scheidungsurteilen bzw. einer Sterbeurkunde des verstorbenen Ehepartners für Verwitwete, braucht es nur noch eine Heiratslizenz, die das jamaikanische Justizministerium ausstellt. Diese wird normalerweise gleich am nächsten Tag ausgehändigt. Hat man die Lizenz, kann es losgehen mit der romantischen Strandhochzeit. Zu beachten: Kirchliche Trauungen sind nur für Paare evangelischer Konfession möglich, und Nicht-Jamaikaner müssen sich vor der Eheschließung mindesten 24 Stunden im Land aufgehalten haben. Die vom jamaikanischen Außenministerium beglaubigte Heiratsurkunde wird in Deutschland anerkannt. Viele Hotels auf Jamaika haben sich auf Hochzeits-Tourismus spezialisiert und sind beim Arrangement der perfekten Hochzeitszeremonie behilflich.

Gibraltar

Für Nicht-Staatsangehörige ist es in Spanien sehr schwierig zu heiraten. Eine Ausnahme bildet das britische Gibraltar, das zwar irgendwie zu Spanien gehört, aber weiterhin als britische Kolonie angesehen wird. Daher gilt das Ehegesetz am südlichsten Zipfel des europäischen Festlandes nach britischem Recht. Die hier ausgestellten Heiratsurkunden sind überall auf der Welt gültig. Es bedarf zwar der üblichen Dokumente, und es sind ausschließlich standesamtliche Trauungen möglich, doch findet die Abwicklung aller Formalitäten in der Regel innerhalb von 24 Stunden statt.

Anerkennung der ausländischen Hochzeit in Deutschland

Es existiert in Deutschland kein bestimmtes Verfahren für die Anerkennung einer im Ausland geschlossenen Ehe. Grundsätzlich werden Ehen in Deutschland anerkannt, wenn die am Hochzeitsort geltenden Vorschriften eingehalten werden. Es darf ferner kein Eheverbot nach deutschen Recht vorliegen, etwa wenn eine Verwandtschaftsehe vorliegt oder eine Minderjährigen-Ehe geschlossen wurde. Damit die Ehe in Deutschland anerkannt werden kann, braucht man eine beglaubigte Heiratsurkunde und in vielen Fällen auch eine sogenannte Apostille, die direkt am Heiratsort beantragt wird. Eine Ehe muss nicht zwangsweise in ein Eheregister eingetragen werden, um auch in Deutschland gültig zu sein. Es ist dennoch ratsam dies zu tun, denn nur dann können Dokumente zur Hochzeit ausgestellt werden, die beispielsweise als Nachweis für den Wechsel der Lohnsteuerklasse dienen. Wer seinen Wohnsitz in Deutschland hat, kann dies im örtlichen Standesamt machen. Für Deutsche, die nicht  in Deutschland wohnen, ist entweder das Standesamt Berlin zuständig oder das Standesamt, in dessen Zuständigkeitsbereich der Wohnsitz zuletzt lag.