Bewerbung auf Englisch: Wie man eine Initiativbewerbung richtig schreibt

Wer sich im englischsprachigen Ausland bewerben möchte, der muss wissen, dass ca. 70-80 Prozent der Stellen verdeckt vergeben werden. Dies bedeutet, dass diese Stellen erst gar nicht öffentlich inseriert werden. Eine Methode, um den verdeckten Stellenmarkt zu knacken und somit eine Chance bei den nicht inserierten Vakanzen zu haben, ist die Initiativbewerbung.

Im Englischen wird die Initiativbewerbung „unsolicited application“ oder auch „speculative application“ genannt und ist im Ausland viel üblicher als im deutschsprachigen Raum. Zu beachten ist, dass sich eine Initiativbewerbung in Form, Struktur und Stil von einer normalen Bewerbung auf Englisch unterscheidet.

Doch was unterscheidet die Struktur einer Initiativbewerbung von einer normalen Bewerbung?

Die Einleitung:

Der Einleitungssatz bezieht sich bei einer Initiativbewerbung natürlich nicht auf eine ausgeschriebene Position, sondern auf die Möglichkeit in einer bestimmten Abteilung einen Job zu erlangen oder als Praktikant oder Absolvent Berufserfahrung sammeln zu können. Interesse können Sie besonders damit wecken, wenn Sie vorschlagen, dass Sie dem Unternehmen in einem bestimmten Bereich helfen können. Somit drehen Sie den Spieß um – anstatt einen Job zu fordern, bieten Sie der Firma Ihre Hilfe an und dies klingt schon ganz anders.

Der Hauptteil:

Im Schreiben selbst kann man auch auf keine Bewerbungsanforderungen eingehen. Stattdessen sollte man auf die branchenüblichen Arbeitsbedingungen eingehen und darstellen wie die eigenen Stärken, Fähigkeiten und Berufserfahrungen zu so einer Position passen würden, beziehungsweise, wie diese Attribute dem Unternehmen von Nutzen sein könnten.

Der Schlusssatz:

In einer gewöhnlichen Bewerbung, bedanken sich viele für das Interesse, teilen dem Unternehmen ihre Gehaltsvorstellung und das voraussichtliche Eintrittsdatum mit. In einer Initiativbewerbung sollten Sie keine Gehaltsvorstellung erwähnen. Sie wissen ja nicht, ob das Unternehmen überhaupt einen passenden Job für Sie hat und wie die Anforderungen für diesen aussehen. Mit einer Gehaltsvorstellung können Sie also nur falsch liegen.
Man sollte zudem auch kein Bewerbungsgespräch erwähnen, denn dies hieße ja, dass es eine offizielle Ausschreibung zu einer möglichen internen Stelle gäbe. Stattdessen sollte man um ein kurzes Gespräch bitten und damit sein Interesse an dem Unternehmen zu verdeutlichen. Dies kann man zum Beispiel in Form eines geplanten Anrufes (in ca. ein bis zwei Wochen) signalisieren. Ein von Ihnen geplanter Follow-Up-Anruf in Bezug auf Ihre Initiativbewerbung kann dem Unternehmen zeigen, wie ernst Sie es mit Ihrem Interesse an einem Job in dieser Firma meinen.

Was sollte man bei einer Initiativbewerbung besonders beachten?

Ein starkes Internet-Profil sollte schon vor der Initiativbewerbung vollständig sein!

Da keine Stelle ausgeschrieben wurde, ist es für die Firma besonders wichtig mehr Informationen über Sie zu erfahren, falls Interesse besteht. Ihr Xing und LinkedIn Profil sollte daher alle Ihre Stärken, Fähigkeiten und Berufsstationen aufweisen, bevor Sie die Initiativbewerbung überhaupt abschicken. Zudem sollten Sie Ihr Personal Branding nicht vergessen. Bei einer Initiativbewerbung rücken nämlich Sie ins Licht und nicht die ausgeschriebene Stelle.

Ein Follow-Up-Telefonat ermöglicht den persönlichen Kontakt!

Das Allerwichtigste bei einer Initiativbewerbung ist das Follow-Up-Telefonat. Ihre Bewerbung kann noch so gut sein, wenn Sie nicht zum Hörer greifen und nach ein bis zwei Wochen bei dem Unternehmen nachfragen, ob Sie ein näheres Gespräch bezüglich einer möglichen Stelle führen können, dann hat das Ganze nichts mit einer Initiativbewerbung zu tun. Wenn eine Firma eine Stellenanzeige ausschreibt, dann sagt dies aus, dass eine bestimmte Person gesucht wird, die einen bestimmten Job erfüllen sollte. Wenn Sie allerdings darauf spekulieren, dass in einer Firma Ihre Fähigkeiten von Vorteil sein könnten, dann sollten Sie nicht nur Ihre Informationen dem Unternehmen zukommen lassen, sondern auch den ersten persönlichen Kontakt aufnehmen (es sei denn, die Firma schickt Ihnen zuvor eine Absage oder meldet sich selbst per Telefon).

Geduld ist gefragt!

Da Sie nicht wissen, ob die Firma tatsächlich jemanden benötigt, sollten Sie nicht enttäuscht sein, wenn die Initiativbewerbung zunächst im Sand verläuft. Eine gute Initiativbewerbung bleibt allerdings oft in Erinnerung. Viele Personaler pflegen eine Datenbank für den Fall, dass jemand mit einem bestimmten Profil benötigt wird. Dies braucht natürlich Zeit und passiert nicht von heute auf morgen. Wahllos Initiativbewerbungen zu schreiben bringt Ihnen nichts, wenn Sie aber gerade auf Jobsuche sind, dann sollten Sie vermehrt Initiativbewerbungen wie auch normale Bewerbungen versenden. Je mehr Initiativbewerbungen Sie versenden, desto größer ist die Chance, dass Sie eine „verdeckte Stelle“ finden. Initiativbewerbungen können leicht an verschiedene Unternehmen und Stellen angepasst werden. Sie sollten aber darauf achten, dass jede Bewerbung individuell auf das Unternehmen angepasst wird, denn sonst erwecken Sie den Eindruck, dass Sie nicht am Unternehmen selbst Interesse haben und Bewerbungen an alle verschicken. Wie man am besten nach Firmen in einer bestimmten Branche im Ausland sucht, um sich initiativ zu bewerben, können Sie hier lesen.