Bewerbung auf Englisch: Wie man eine Initiativbewerbung richtig schreibt

Englisch Initiativbewerbung
So gelingt die Intitiativbewerbung auf Englisch. (Foto: Shutterstock)
Wer sich im englischsprachigen Ausland bewerben möchte, der muss wissen, dass ca. 70-80 Prozent der Stellen verdeckt vergeben werden. Dies bedeutet, dass diese Stellen erst gar nicht öffentlich inseriert werden.

Eine Methode, um den verdeckten Stellenmarkt zu knacken und somit eine Chance bei den nicht inserierten Vakanzen zu haben, ist die Initiativbewerbung.

Im Englischen wird die Initiativbewerbung „ unsolicited application “ oder auch „ speculative application “ genannt und ist im Ausland viel üblicher als im deutschsprachigen Raum. Zu beachten ist, dass sich eine Initiativbewerbung in Form, Struktur und Stil von einer normalen Bewerbung auf Englisch unterscheidet.

Doch was unterscheidet die Struktur einer Initiativbewerbung von einer normalen Bewerbung?

Die Einleitung:

Der Einleitungssatz bezieht sich bei einer Initiativbewerbung natürlich nicht auf eine ausgeschriebene Position, sondern auf die Möglichkeit in einer bestimmten Abteilung einen Job zu erlangen oder als Praktikant oder Absolvent Berufserfahrung sammeln zu können.

Interesse kannst du besonders damit wecken, wenn du vorschlägst, dass du dem Unternehmen in einem bestimmten Bereich helfen kannst.

Somit drehst du den Spieß um – anstatt einen Job zu fordern, bietest du dem Unternehmen deine Hilfe an und dies klingt schon ganz anders.

Der Hauptteil:

Im Schreiben selbst kann man auch auf keine Bewerbungsanforderungen eingehen. Stattdessen sollte man auf die branchenüblichen Arbeitsbedingungen eingehen und darstellen, wie die eigenen Stärken, Fähigkeiten und Berufserfahrungen zu so einer Position passen würden, beziehungsweise, wie diese Attribute dem Unternehmen von Nutzen sein könnten.

Der Schlusssatz:

In einer gewöhnlichen Bewerbung, bedanken sich viele für das Interesse, teilen dem Unternehmen ihre Gehaltsvorstellung und das voraussichtliche Eintrittsdatum mit. In einer Initiativbewerbung solltest du keine Gehaltsvorstellung erwähnen. Du weißt ja nicht, ob das Unternehmen überhaupt einen passenden Job für dich offen hat und wie die Anforderungen für diesen aussehen. Mit einer Gehaltsvorstellung kannst du also nur falsch liegen.

Man sollte zudem auch kein Bewerbungsgespräch erwähnen, denn dies hieße ja, dass es eine offizielle Ausschreibung zu einer möglichen internen Stelle gäbe.

Stattdessen solltest du um ein kurzes Gespräch bitten, damit du dein Interesse an dem Unternehmen darstellen kannst. Dies kann man zum Beispiel in Form eines geplanten Anrufes (in ca. ein bis zwei Wochen) signalisieren. Ein von dir geplanter Follow-Up-Anruf in Bezug auf deine Initiativbewerbung kann dem Unternehmen zeigen, wie ernst du es mit deiner Bewerbung bei dieser Firma meinst.

Was sollte man bei einer Initiativbewerbung besonders beachten?

Initiativbewerbung EnglischEin starkes Internet-Profil sollte schon vor der Initiativbewerbung vollständig sein!

Da keine Stelle ausgeschrieben wurde, ist es für die Firma besonders wichtig mehr Informationen über sich zu erfahren, falls Interesse besteht. Dein Xing und LinkedIn Profil sollte daher alle deine Stärken, Fähigkeiten und Berufsstationen aufweisen, bevor du die Initiativbewerbung überhaupt abschickst. Zudem solltest du dein Personal Branding nicht vergessen. Bei einer Initiativbewerbung rückst du nämlich ins Licht und nicht die ausgeschriebene Stelle.

Ein Follow-Up-Telefonat ermöglicht den persönlichen Kontakt!

Das Allerwichtigste bei einer Initiativbewerbung ist das Follow-Up-Telefonat. Deine Bewerbung kann noch so gut sein, wenn du nicht zum Hörer greifst und nach ein bis zwei Wochen bei dem Unternehmen nachfragst, ob du ein näheres Gespräch bezüglich einer möglichen Stelle führen kannst, dann hat das Ganze nichts mit einer Initiativbewerbung zu tun.

Wenn eine Firma eine Stellenanzeige ausschreibt, dann sagt dies aus, dass eine bestimmte Person gesucht wird, die einen bestimmten Job erfüllen sollte. Wenn du allerdings darauf spekulierst, dass in einer Firma deine Fähigkeiten von Vorteil sein könnten, dann solltest du nicht nur deine Informationen dem Unternehmen zukommen lassen, sondern auch den ersten persönlichen Kontakt aufnehmen. Es sei denn, die Firma schickt dir zuvor eine Absage oder meldet sich selbst per Telefon.

Geduld ist gefragt!

Da du nicht weißt, ob die Firma tatsächlich jemanden benötigt, solltest du nicht enttäuscht sein, wenn die Initiativbewerbung zunächst im Sand verläuft. Eine gute Initiativbewerbung bleibt allerdings oft in Erinnerung. Viele Personaler pflegen eine Datenbank für den Fall, dass jemand mit einem bestimmten Profil benötigt wird. Dies braucht natürlich Zeit und passiert nicht von heute auf morgen. Wahllos Initiativbewerbungen zu schreiben bringt dir nichts. Wenn du aber gerade auf Jobsuche bist, dann solltest du vermehrt Initiativbewerbungen, wie auch normale Bewerbungen versenden.

Je mehr Initiativbewerbungen du rausschickst, desto größer ist die Chance, dass du eine „verdeckte Stelle“ findest. Initiativbewerbungen können leicht an verschiedene Unternehmen und Stellen angepasst werden. Sie sollten aber darauf achten, dass jede Bewerbung individuell auf das Unternehmen angepasst wird, denn sonst erweckst du den Eindruck, dass du nicht am Unternehmen selbst interessiert bist und Bewerbungen an alle verschickst. Wie man am besten nach Firmen in einer bestimmten Branche im Ausland sucht, um sich initiativ zu bewerben, kannst du hier lesen.

Marlene Schimanski ist die Gründerin und Chefredakteurin von Auslandskarriere. Sie lebte bereits in fünf verschiedenen Ländern (Portugal, Island, Österreich, Irland und Australien) und ist 2013 nach Australien ausgewandert. Sie hat bei PwC und KPMG im Global Mobility gearbeitet, bevor sie sich als Englisch-Übersetzerin und Karrierecoach selbstständig machte. Sie hat einen Masterabschluss in International Business Administration.