Geld abheben im Ausland und Geld tauschen: Wo ist es am günstigsten?

Es geht nichts über eine gute Reisevorbereitung, denn diese kann Stress und Extra-Ausgaben ersparen. Damit Sie einen entspannten Start am Ankunftsort haben, machen Sie sich vorher darüber Gedanken, wie Sie gleich Bargeld in der Landeswährung zur Hand haben, um zum Beispiel das Taxi zur Unterkunft zu bezahlen. Ist es vorteilhaft, Dollars, Pesos und Yen schon in Deutschland zu besorgen? Oder reicht es aus, vor Ort Geld umzutauschen? Mit welchen Kosten ist dies verbunden? Auslandskarriere beantwortet diese Fragen. Denn wer fürs Geldwechseln den falschen Ort wählt, muss mit schlechten Kursen und hohen Gebühren rechnen.

Option 1: Vor der Reise ausländische Währung in Deutschland kaufen

Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie bereits vor dem Abflug bei Ihrer Bank ausländische Devisen beantragen. Die ersten Ausgaben am Zielort sind somit kein Problem, und Sie ersparen sich bei der Ankunft die Suche nach einer Wechselstube oder einem Geldautomaten, der Ihre Karte akzeptiert. Rundum unbekümmert steigen Sie in Ihr Taxi und kaufen am Flughafen auch gleich noch einen Kaffee für die Fahrt.

Wer jedoch schon in Deutschland seine Euros in eine andere Währung tauscht, zahlt mitunter hohe Gebühren. Gerade bei ungewöhnlichen Landeswährungen haben die Banken die jeweiligen Mittel oft nicht vorrätig. Da das von Ihnen gewünschte Geld erst bestellt werden muss, werden die Unkosten dafür auf Sie umgesetzt. Daneben kann dieser Prozess einige Tage dauern. Man kontaktiert seine Bank am besten schon eine Woche im Voraus.

Trotzdem kann es durchaus sinnvoll sein, die beschriebene langwierige Sorglos-Variante zu wählen —  vor allem, wenn Sorge besteht, dass vor Ort nach der Ankunft möglicherweise kein Wechselbüro zur Verfügung steht. Dies ist hauptsächlich in ärmeren Ländern mit mangelnder Infrastruktur der Fall.

Eines sollte dabei beachtet werden: Haben Sie die Absicht, größere Mengen an Bargeld mitzunehmen, so müssen Beträge über 10.000 Euro beim Zoll angemeldet werden.

Option 2: Vor Ort Geld in einem Wechselbüro umtauschen

Wer zuversichtlich ist, im Zielland gleich am Flughafen eine Wechselstube vorzufinden, für den mag es eine unkomplizierte Alternative darstellen, erst am Ankunftsort die Euros aus der Brieftasche in die Landeswährung tauschen zu lassen. Existieren mehrere Geldwechsel-Anbieter, dann unternehmen Sie einen kleinen Rundgang, vergleichen Sie die Kurse und treffen anschließend Ihre Wahl. Am Flughafen können die Kurse schlechter als außerhalb des Flughafens sein. Allerdings belebt Konkurrenz das Geschäft, und das Angebot kann auch vergleichsweise attraktiv ausfallen. Der große Vorteil der Wechselstuben am Flughafen ist, Sie haben gleich Geld, ohne langes Suchen in einer fremden Umgebung.

Außerhalb des Flughafens bieten seriöse Banken in großen Stadtzentren in der Regel bessere Kurse als kleinere Wechselstuben. Geldwechsler auf der Straße sind zu vermeiden. Einige Straßenwechsler sind gewieft und verwirren Sie im Zuge des Geldumtauschs mit Ablenkmanövern, um Ihnen die falsche Anzahl an Scheinen auszuhändigen. Oder sie betrügen Sie gerade heraus, in dem Sie darauf beharren, dies sei der derzeit richtige Kurs.

Option 3: Bargeld im Ausland abheben mit der Kreditkarte

Eine Kreditkarte zu besitzen lohnt sich bei längeren Reisen und Auslandsaufenthalten immer. Zum einen ist es in manchen Ländern nahezu unmöglich, ohne diese Karte Zahlungen vorzunehmen. Zum anderen werden Kreditkarten von den meisten Geldautomaten weltweit akzeptiert. Sie stellen somit eine bequeme Variante dar, von überall aus an Bargeld zu gelangen. Ein weiterer Vorteil der Kreditkarte ist, dass Sie nicht große Mengen an Banknoten mit sich tragen müssen und Ihr Geld ganz nach Bedarf abheben können. In Ländern mit hoher Kriminalitätsrate kann es zum Verhängnis werden, wenn Ihnen die Geldbörse entwendet wird und sich darin hohe Summen befinden.

So einfach sich das Geldabheben mit der Kreditkarte auch gestaltet, es hat einen Nachteil: Es fällt eine Gebühr an. Diese kann drei bis vier Prozent der abgehobenen Summe betragen. Wie viel Sie genau zahlen müssen, hängt von der Bank ab und kann vorab angefragt werden. Die Internetseiten der Banken listen die Prozentbeträge in der Regel auch auf. Den Abhebegebühren kann man entgehen, wenn man die richtige Bank wählt. Einige Online-Banken, wie beispielsweise die DKB oder Comdirect bieten ihren Kunden die Möglichkeit, weltweit kostenlos Geld mit der Kreditkarte abzuheben.

Bevor Sie sich auf ins Ausland machen, klären Sie bezüglich Ihrer Kreditkarte noch folgendes ab: Besteht beim Abheben ein Tageslimit und wie hoch ist dieses? Das Verfügungslimit kann für eine bestimmte Dauer hochgesetzt werden, so dass Sie auch bei plötzlichen und unerwarteten Ausgaben schnell an Geld kommen. Ferner sind manche Karten für den Einsatz außerhalb Europas aus Sicherheitsgründen gesperrt. Ein kurzer Anruf beim Kartenherausgeber genügt, um diese Sperre aufheben zu lassen.

Fazit

Bei Reisen in exotische Länder ist es sinnvoll, trotz hoher Gebühren zumindest eine kleine Summe an Bargeld bereits im Voraus bei der Bank zu ordern. So vergewissern Sie sich, dass Sie im Ankunftsland nicht gleich zu Beginn in Schwierigkeiten geraten. Und ohne Geld in abgelegenen Teilen der Welt zu stranden, das möchte man in der Tat nicht.

Eine Kreditkarte gehört zudem in jede Reiseausrüstung bei Auslandsaufenthalten. Sie ist bequem, sicher und weltweit akzeptiert. Und mit den kostenlosen Abhebegebühren einiger Anbieter gibt es keine Argumente gegen diese komfortable Art der Bezahlung.

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