Job Hopping: Kann man zu viele Jobs in seinem Lebenslauf haben?

Ein gut abgerundeter Lebenslauf mit vielseitiger Erfahrung kann Sie als Bewerber begehrenswert machen. Durch den unsicheren Arbeitsmarkt und die Finanzkrise hat Job Hopping in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Mit Job Hopping ist der schnelle Wechsel von verschiedenen Arbeitgebern gemeint, der interne Aufstieg und damit verbundene Jobwechsel fällt nicht in diese Kategorie.

Laut Statistik beträgt die durchschnittliche Beschäftigungsdauer für die Generation Y (Jahrgang 1980-2000) mittlerweile nur zwei Jahre, während der Durchschnitt für Baby-Boomers (Jahrgang 1946-1964) bei sieben Jahren liegt.

Job Hopping wird mittlerweile als schnelle Aufstiegs-Taktik verwendet. Gerade Fachkräfte können sich oft aussuchen, wo sie arbeiten möchten. Erhalten sie die Gehaltserhöhung nicht oder werden nicht wie gewünscht befördert, können sie einfach zum nächsten Arbeitgeber oder vielleicht direkt zur Konkurrenz wechseln.

Wie viel ist zu viel?

Als Faustregel gilt, wer mehr als fünf Mal den Arbeitgeber innerhalb der letzten zehn Jahre gewechselt hat, wird schnell als Job Hopper angesehen. Zu beachten ist jedoch, dass die Generation-Praktikum zwei bis vier Praktika in den unterschiedlichsten Bereichen aufzuweisen hat. Praktika und Projekte zählen nicht als Job Hopping und Personaler verstehen, dass projektbezogene Arbeit breitgefächerter ist. Sollten Sie jedoch jedes Jahr oder alle zwei Jahre Ihren Job gewechselt haben, dann erkennen Personaler dieses Schema und befürchten, dass Sie auch bei ihnen nicht lange arbeiten werden. Schließlich ist die Rekrutierung von neuen Arbeitnehmern für die Firma mit hohen Kosten verbunden.

Was sind die Vorteile eines häufigen Jobwechsels bzw. von Job Hopping?

  • Loyalität zahlt sich nicht aus: Auch wenn Sie Ihrer jetzigen Firma mehr als zwei Jahre loyal sind, die jährliche Gehaltserhöhung macht nur in den seltensten Fällen einen großen Gehaltssprung. In der Regel kommt für Sie nur ein extra Kaffee dabei raus.
  • Ihr Gehalt kann mit jedem Job Hopping mitspringen: Ein neuer Job kann größere Gehaltssprünge erlauben. Wenn Sie sich schon seit einiger Zeit unterbezahlt fühlen und denken, dass andere in Ihrer Position mehr verdienen, dann sollten Sie über einen möglichen Wechsel nachdenken.
  • Sie lernen mehr in kürzerer Zeit: Mehr Einblick in verschiedene Firmenstrukturen bedeutet auch für Sie, dass Sie mehr dazulernen können.

Was sind die Nachteile von zu viel Job Hopping?

  • Misstrauen des neuen Arbeitgebers: Zu viele Jobwechsel in kürzester Zeit sind für die meisten Arbeitgeber ein Warnsignal. Wieso sollte man Zeit und Geld in Ihr Training stecken, wenn Sie doch nur für ein bis zwei Jahre bleiben?
  • Interne Bewerber werden bevorzugt: Arbeitnehmer, die drei Jahre oder länger bei einer Firma arbeiten, kennen diese in und auswendig. Ein neuer Angestellter muss sich zunächst in der Firma zurechtfinden. Langzeitpläne und Firmenstrategien kann man nicht über Nacht herausfinden und so werden interne Bewerber den externen vorgezogen.
  • Fehlende Motivation und Stress: Jeder Jobwechsel ist mit Stress verbunden. Job Hopper sind nie richtig mit ihrem jetzigen Job zufrieden, da sie diesen mit den zahlreichen anderen Jobs vergleichen: „Bei Job A war das Gehalt besser, bei Job B der Chef.“ Vergleiche können zu schlechter Laune am Arbeitsplatz führen, da man insgeheim schon wieder plant, sich woanders zu bewerben, und nie richtig bei der Sache ist.

Wie vermarktet man Job Hopping am besten im Lebenslauf?

  • Ihr Lebenslauf sollte nicht jeden kleinen Job widerspiegeln. Wenn Sie in einer Firma nur ein bis zwei Monate gearbeitet haben, dann aber wieder schnell gewechselt haben, dann müssen Sie dies nicht unbedingt in Ihrem Lebenslauf erwähnen. Ihr CV sollte vor allem Ihre letzten drei Jobs am stärksten beleuchten. Aushilfsjobs, die Sie während des Studiums gemacht haben, sind nur relevant, wenn Sie eine Absolventenstelle suchen.
  • Gruppieren Sie Projektjobs: Sollten Sie in mehr als zwei Projekten innerhalb eines Jahres involviert gewesen sein, dann können Sie diese Projektarbeit ganz einfach mit einer passenden Überschrift zusammenfassen – zum Beispiel mit „CRM-Projekte“.
  • Jahre statt Monate: Sie können Ihre Berufserfahrungen auch ganz einfach nur in Jahreszahlen angeben und die konkreten Monate einfach weglassen, dann fällt das Job Hopping oft gar nicht zu sehr auf.
  • Erklären statt verstecken: Wer den häufigen Jobwechsel erklären kann, sollte dies natürlich tun. Oftmals werden auch viele Bewerber unverschuldet zum Job Hopper: Ein Umzug in eine andere Stadt oder eine Kündigung des vorherigen Arbeitgebers aufgrund Kürzungen in Ihrer Abteilung, können unerklärt ein schlechtes Licht auf Sie werfen.