Big Four & Consulting Jobs: Vorteile, Nachteile und Bewerbung

Big Four und Consulting Jobs
Welche Anforderungen muss man für einen Consulting Job mitbringen? (Foto: Canva)
Als Big Four bezeichnet man die vier weltweit größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, die am meisten Umsatz verzeichnen. Darunter fallen die Unternehmen EY (Ernst & Young), Deloitte, PricewaterhouseCoopers (PwC) und KPMG.

Die Big Four sind vor allem für ihre Steuerberatungstätigkeiten bekannt, bieten aber noch eine Reihe von anderen Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Beratung, Technologie, Rechtsberatung, strategische Planung und Forensic Services.

Bewerbungen bei anderen Consulting-Firmen wie Accenture, Capgemini, Boston Consulting Group, A.T. Kearney und Bain & Co. ähneln dem Bewerbungsprozess der Big Four sehr stark.

In diesem Artikel beleuchten wir für wen sich ein Consulting Job lohnt, was man beachten sollte und wie man schließlich an einen begehrten Job bei den Big Four kommt.

1Anforderungen eines Consulting Jobs: Wonach suchen die Big Four? Ist Consulting das Richtige für mich?

Akademische Leistungen und Spezialgebiete

Die Big Four und andere große Consulting-Firmen suchen vor allem nach Absolventen mit guten Noten. Allerdings reichen gute Noten alleine nicht aus, um automatisch einen Job zu bekommen, meistens muss man durch ein langwieriges Assessment Center mit anschließendem Face-to-Face-Interview.

Wer es geschafft hat eine Einstiegsposition zu ergattern, kann sich darauf verlassen ein erstklassiges Training zu erhalten. Natürlich wird so einiges von einem erwartet und dies hat zur Folge, dass einige Berater nach ein paar Jahren ausgebrannt sind und kündigen. Wer allerdings kündigt, wechselt in der Regel zu einem anderen Consulting Unternehmen oder macht sich selbstständig. Wer noch keine Erfahrung bei einer großen Consulting-Firma hat, der muss sich ganz schön beweisen, um den Fuß in die Tür zu bekommen. Einige Berater kommen direkt aus der Industrie und bringen somit einen großen Erfahrungsschatz mit.

Shared values

Besonders sollte man auf die Values des jeweiligen Consulting-Unternehmens achten. Diese werden besonders geschätzt und man sollte die Werte unbedingt in seinem Cover Letter angeben. Viele Personaler bei den Big Four achten ganz speziell darauf, ob und inwiefern ein Bewerber auf die Werte des jeweiligen Unternehmens eingegangen ist.

Die Werte gezielt anzusprechen und wie man sich mit diesen identifiziert setzt voraus, dass man sich ausgiebig über das Unternehmen erkundigt hat und zudem auch noch, dass man zu dem Unternehmen passt. Mit dieser Taktik heimst man sehr viele Pluspunkte bei den Entscheidungsträgern ein.

Anpassungsfähigkeit

Festgefahrene Strukturen und steile Hierarchien zeichnen die Big Four aus. Eigene Ideen darf man einbringen, allerdings nur im Rahmen von Methoden, die von den Big Four erprobt und genehmigt wurden. Selbst in Manager-Positionen muss man sich nach dem
Vorgesetzten richten. Wer sich nicht gut anpassen kann, für den ist ein Job bei den Big Four nichts.

Kommunikationsstark

Egal ob im Team oder bei einem Gespräch mit Kunden: Wer bei den Big Four arbeitet, darf vor Kommunikation mit den unterschiedlichsten Menschen nicht zurückschrecken. Nur
Direktoren und Partner haben meistens ein eigenes Büro. Consultants und Manager arbeiten hingegen in der Regel im Großraumbüro. Da die Atmosphäre in einem Open Office zwischenzeitlich laut wird und auch von der Arbeit ablenken kann, muss man eher extrovertiert als introvertiert sein.

2Vorteile und Nachteile: Für wen ist ein Consulting Job bei den Big Four geeignet?

Consulting Jobs

Bei den Big Four oder anderen Consulting-Firmen zu arbeiten ist sehr angesehen. Auch wenn das Gehalt in den niedrigeren Positionen zu wünschen übrig lässt, hat man durch die unterschiedlichsten Projekte und Kunden die Gelegenheit unglaublich viele verschiedenen Einblicke zu erlangen und enorm viel zu lernen.

Den Weg vorgeschrieben bekommen

Die meisten fangen als Consultant an, werden nach zwei Jahren Senior Consultant, nach zwei bis drei Jahren Manager, dann Senior Manager und schließlich gibt es irgendwann die Option Direktor oder sogar Partner zu werden.

In der Regel haben alle in der selben Positionsstufe auch das gleiche Gehalt und es gibt nicht viele Unterschiede was die Verantwortung betrifft. Dies führt natürlich manchmal zu Frust, wenn besondere Leistungen nicht anerkannt werden. Es ist mittlerweile ein offenes Geheimnis bei Consulting-Firmen, dass jemand, der befördert werden möchte, zum direkten Konkurrenten geht und dann wieder zur alten oder zu einem weiteren Consulting-Riesen wechselt.

Erprobte Methoden vs. steife Strukturen

Anders als bei einem Startup bieten Consulting-Firmen meistens sehr steife Struktur en und lassen kaum Raum für eigene Ideen. Während man bei einem Startup Möglichkeiten hat Neues auszuprobieren, ist man allerdings bei Consulting-Firmen meistens auf sich alleine gestellt.

Bei einer etablierten Consulting-Firma kann man alle erprobten Techniken und Methoden lernen, die zum Erfolg führen, und durch das Mentoren-Programm ist immer jemand da, der einem bei beruflichen wie auch persönlichen Fragen zur Seite steht.

3Bewerbung um einen Consulting Job: Wie bewirbt man sich bei den Big Four?

Stellenanzeigen

Mit Initiativbewerbungen kommt man nur selten ans Ziel. Die meisten Jobs und das Vergeben von offenen Stellen werden akribisch geplant. Wird eine Stelle frei, dann wird diese meist entweder im firmeneigenen Intranet zuerst für alle Mitarbeiter sichtbar oder gleich auf der Webseite des Unternehmens veröffentlicht. Die meisten Big Four und andere Consulting-Firmen inserieren zudem bei den großen Stellenbörsen.

Direkte Kontakte zu Mitarbeitern

Auch wenn du noch keine direkten Kontakte haben, kann sich dies ganz schnell ändern. Mitarbeiter der Big Four erhalten eine Kommission (ca. 3.000 bis 6.000 Euro), wenn sie jemanden empfehlen. Aus diesem Grund sollte es dir nicht unangenehm sein, einen Mitarbeiter von den Big Four über LinkedIn anzuschreiben, denn wenn du den Job angeboten bekommst, ist zudem auch etwas für den Mitarbeiter drin und die
meisten wissen das auch.

Idealerweise hast du die Stellenanzeigen schon durchsucht und eine passende gefunden.
Kontaktiere einen Mitarbeiter und mit ein wenig Glück gibt dieser deine Bewerbung weiter. Dies, erhöht die Chancen von Entscheidungsträgern eingestellt zu werden. Die Kontaktaufnahme über LinkedIn sollte eher professionell verlaufen.

Kontaktiere einen Mitarbeiter und frage nach der Company Culture oder nach Erwartungen des Arbeitgebers. Erwähne außerdem, dass du eine interessante Stelle gesehen hast und vorhast dich zu bewerben, aber vorerst noch etwas recherchieren möchtest. Plump zu fragen, ob jemand deine Bewerbung weitergibt kommt meistens gar nicht gut an.

Marlene Schimanski ist die Gründerin und Chefredakteurin von Auslandskarriere. Sie lebte bereits in fünf verschiedenen Ländern (Portugal, Island, Österreich, Irland und Australien) und ist 2013 nach Australien ausgewandert. Sie hat bei PwC und KPMG im Global Mobility gearbeitet, bevor sie sich als Englisch-Übersetzerin und Karrierecoach selbstständig machte. Sie hat einen Masterabschluss in International Business Administration.