Nach dem Studium im Ausland arbeiten – 5 geheime Tipps

Viele Studenten möchten nach dem Studium ins Ausland gehen, aber viele befürchten dadurch den Einstieg ins Berufsleben zu verpassen und im Anschluss keine geeignete Einstiegs- oder Traineestelle zu finden. Warum also nicht Auslandserfahrung und Berufserfahrung gleichzeitig sammeln?

Für den kontaktfreudigen Studenten [Irland]

Irland ist der Dreh und Angelpunkt für IT-Firmen in Europa. Konzerne wie Facebook, Google, Salesforce, IBM, Oracle, Paypal, Mastercard, Twitter, LinkedIn, Microsoft etc. tummeln sich auf der grünen Insel wie Schafe. Jobs gibt es vor allem in den Bereichen Sales, Customer Service und Business Development. Oftmals wird mindestens 1 Jahr Berufserfahrung für die Vertriebsjobs verlangt – Praktika und Werkstudententätigkeiten können einem hier zugutekommen. Da viele dieser IT-Firmen ihre europäischen Hauptstandorte wegen Steuervorteilen nach Irland auslagern, werden hier vor allem Leute gesucht die Englisch und eine weitere europäische Sprache sprechen. Bei Stellenausschreibungen sollte man daher gezielt nach Jobs für German Speakers Ausschau halten, diese lassen sich direkt über die Firmenwebseiten oder über LinkedIn finden. Bei Telesales Jobs handelt es sich nicht um stumpfe Kaltakquise, sondern um Key Account Management für bereits bestehende Kunden, die man dann zwar auf Deutsch betreut, aber die Tech-Giganten legen dabei einen sehr großen Wert auf Trainings- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Kurz gefasst bringt ein Tech-Job in Irland folgendes: guter Name auf dem CV, Networking mit Leuten aus ganz Europa, exzellentes Training und schnelle Aufstiegsmöglichkeiten.

Für den Elite-Studenten

[EU: Belgien, Niederlande, Luxemburg, Frankreich, Italien, Spanien usw.]

[UN: USA, Schweiz, Österreich, Kenia, Äthiopien, Thailand, Libanon, Chile, usw.]

Für den Elite-Studenten empfiehlt  es sich ein Praktikum bei der Europäischen Union oder bei den United Nations (Vereinte Nationen) zu machen. Praktika bei der EU oder bei der UN sind meistens unbezahlt, lohnen sich aber trotzdem.

UN: Praktika bei der UN werden für mindestens 2 Monate bis maximal 6 Monate vergeben. Wenn man ausgewählt wurde, muss man das Praktikum kurz vor dem Studienabschluss oder innerhalb eines Jahres nach dem Abschluss antreten. Die Arbeitssprachen der UN sind Englisch und Französisch. Fließende Englischkenntnisse sind Pflicht und von Vorteil ist, wenn man noch eine weitere UN-Amtssprache (Arabisch, Chinesisch, Russisch oder Spanisch) spricht.

Die EU bietet bezahlte und unbezahlte Traineeships an. Gute Englischkenntnisse sind Pflicht und Französisch ist für Traineeships in Frankreich und Belgien ein Muss. Auch wenn die Bewerbungen strikte Fristen haben und mehrere Bewerbungsstufen mit sich bringen, sollte man sich nur direkt über die offizielle Seite der EU bewerben und Agenturen, die zusätzlich Geld verlangen, eher vermeiden. The London School of Economics and Political Science schreibt, dass einige Personalvermittlungsagenturen zusätzlich Praktika für die EU ausschreiben und dass ein vermitteltes Praktikum womöglich nicht dieselbe Qualität hat, da die Agentur der Auftraggeber ist und nicht die EU selbst.

Für den Akademiker [Großbritannien]

Market Research Firmen wie Euromonitor, Kadence oder TSN Global haben alle ihre Hauptstandorte in London und bieten Analyst, Associate, Consultant oder Business Development Stellen an. Wer also bereits bei seiner Bachelor- oder Masterarbeit gerne Daten ausgewertet hat und wem der Research Teil am besten gefallen hat, zudem Interesse an internationalen Angelegenheiten und fließende Englischkenntnisse mit sich bringt, der sollte sich nach Market Research Firmen in Großbritannien umschauen. Die meisten Research Firmen werten internationale Studien aus und benötigen daher internationale Akademiker. Viele Stellen im Market Research suchen zudem gezielt nach German-Speakers. Man kann sich entweder direkt bei den Firmen bewerben oder über Stellenanzeigen, die meistens von Personalvermittlern inseriert werden.

Für den Spaß-Studenten [USA]

Wer Soft-Skills und Sprachenlernen in den Vordergrund stellt, der sollte sich über das “Cultural Representative Program” von Disney in Orlando, Florida, informieren. Disney bietet weltweit die meisten Praktika für internationale Studenten und junge Leute an. Wie der Name schon verrät, geht es in diesem Programm darum, sein Land und seine Kultur in einem der Disney Pavillons vorzustellen und zu repräsentieren. Das Programm läuft über 12 Monate und man kann von Disney eine Unterkunft gestellt bekommen. Die Kosten für die Unterkunft werden vom Gehalt abgezogen, welches mindestens 9,50 USD pro Stunde beträgt (abhängig von der Position, die man ausübt). Voraussetzungen sind fließende Englischkenntnisse, ein Mindestalter von 18 Jahren und man muss gewillt sein an Wochenenden und Feiertagen zu arbeiten, sowie Überstunden zu machen. Freizeitparks und Kundenbetreuung können ganz schön anstrengend sein, jedoch hat man mit diesem Praktikum die Chance, sein Englisch zu perfektionieren und viele Leute in seinem Alter aus den unterschiedlichsten Ländern kennenzulernen. Dieses Programm empfiehlt sich für Bachelorabsolventen (oder Abiturienten). Mit einem Masterabschluss ist man hierfür überqualifiziert.

Für den Jetsetter [Vereinigte Arabische Emirate, weltweit]

Luxushotels in Dubai gibt es wie Sand am Meer. Absolventen-/Graduate-Stellen sind leider selten, aber ein 3-,6- oder 12-monatiges Praktikum in einem Luxushotel in Dubai boostet trotzdem den Lebenslauf und lässt einen zugleich in Dubais  Jetset-Leben eintauchen. Das gute an einem Praktikum in einem Hotel ist, dass Verpflegung und Unterkunft in den meisten Fällen gestellt werden. Praktika in Luxushotels gibt es natürlich nicht nur in den Vereinten Arabischen Emiraten. Wem es in Dubai zu heiß ist, der kann sich auch in Fidschi, Mauritius, Thailand, Irland, Großbritannien usw. bewerben. Praktika in Dubai sind jedoch in den meisten Fällen bezahlt und deutsche Tugenden werden sehr geschätzt. Viele Leute bewerben sich auf Stellenausschreibungen, aber gerade in der Hotel- und Tourismusindustrie kann man sich wunderbar mit Initiativbewerbungen ins Gespräch bringen. Für ein Hotelpraktikum ist ein Hotel-oder Tourismusstudium nicht zwingend notwendig – die Hotelindustrie bietet Praktika in den Bereichen Human Resources, Accounting, Sales und Marketing an.