Der ultimativste und umfangreichste Leitfaden für die Jobsuche

Der Beginn einer neuen Jobsuche kann ganz schön mühsam sein. Du stehst buchstäblich vor einem riesigen Berg und weißt nicht, wie du nach oben kommst. Du weißt außerdem auch noch nicht, auf welchem Berg du schließlich landen wirst. Damit die Jobsuche auf dem Mount Everest endet, sich aber nicht so anfühlt, stellen wir dir die wichtigste Kletterausrüstung…ähm… den ultimativsten und umfangreichsten Leitfaden für die Jobsuche vor.

1. Ziele klipp und klar definieren

Bevor man wahllos nach Stellen im Internet sucht, solltest du dir zuerst im Klaren sein, welche Position du überhaupt anstrebst. Ist es vielleicht sogar an der Zeit für eine Beförderung? Welche Aspekte sind dir ganz besonders wichtig? Möchtest du mehr Verantwortung? Am liebsten einen ganzen Haufen mehr Geld? Einfach nur eine kürzere Pendelzeit zur Arbeit?

Die Zeit, die du dir vorab nimmst, um deinen idealen Job zu definieren, wird die später ebenso helfen diesen auch tatsächlich zu finden. Lies dir die folgenden Stichpunkte durch und ordne diese nach ihrer Wichtigkeit:

  • Wachstumschance im Unternehmen
  • Unternehmenskultur
  • Bezahlung und Boni
  • Jobsicherheit und Stabilität
  • Verantwortung

Sollte dir Stabilität und Jobsicherheit am allerwichtigsten sein, dann ist die Arbeit in einem Startup eher nichts für dich. Umgekehrt, wer gerne mit Gleichaltrigen zusammenarbeitet und erst einmal in seiner Position wachsen möchte, ist absolut ideal für ein Startup.

Nachdem man das Umfeld des Jobs bestimmt hat, geht es um die Position selbst. Frag dich, wie dein idealer Job aussehen sollte:

  • Was hast du an deinem letzten/jetzigen Job absolut geliebt?
  • Welche Aufgaben hast du in deinem letzten/jetzigen Job verabscheut?

Hierbei geht es darum, dass man besonders spezifisch ist. Vielleicht fandest du Netzwerken cool, Admin-Aufgaben und Timesheets hingegen aber ziemlich doof. In jedem Job gibt es natürlich Tätigkeiten, die man vielleicht nicht so gerne hat, für den nächsten Job solltest du zumindest darauf achten, dass in der Stellenbeschreibung nichts von diesen ungeliebten Aufgaben erwähnt wird.

Stellenanzeigen durchforsten

Wahrscheinlich sucht man in Jobbörsen bereits nach deinen Fähigkeiten. Welche Position klingt für dich am besten? Bei welcher sollte man noch ein bisschen mehr über das Unternehmen herausfinden? Unternehmen kommunizieren hauptsächlich über Stellenanzeigen ihre offenen Stellen und wer nicht in die gängigsten Jobbörsen schaut, verpasst möglicherweise etwas. Kleiner Jobbörsen, die sich auf eine Nische konzentrieren, haben oftmals bessere Erfolgsaussichten. Dort wird gezielt nach Personen aus einer bestimmten Branche gesucht und außerdem ist die Konkurrenz nicht all zu groß. Allzu wählerisch sollte man dennoch nicht sein. Es kann immer mal wieder vorkommen, dass hinter einer schlecht geschriebenen Stellenanzeige, sich ein absoluter Traumjob versteckt.

Bewerbungsunterlagen aufpolieren

An deinem Lebenslauf und Anschreiben sollte man sofort erkennen:

  • Was hast du in deiner Vergangenheit gemacht
  • Was machst du jetzt
  • Wo möchtest du in Zukunft hin

Passen diese Antworten dem Entscheidungsträger oder Personaler nicht, landet die Bewerbung meist im Mülleimer. Versetzte dich in die Lage einer Person, die dich nicht kennt und jetzt deinen Werdegang bewerten soll: Wird einem sofort klar, wer du bist und was du kannst? Auch wenn du in der Vergangenheit vielleicht gedacht hast, dass eine Position 100% auf dich gepasst hat, du aber nicht einmal eine Antwort erhalten hast, dann liegt das meistens an den folgenden zwei Gründen:

  1. Deine Key-Wörter verlieren sich im Wort-Gewussel: Bei zu viel Text sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Ja, wir wissen, dass du imponieren willst…ABER… niemand möchte von einer Unmenge an Text erschlagen werden. Nicht alles in deinem Lebenslauf ist wichtig. Konzentriere dich vor allem auf deine jetzige Stelle und halte die anderen kurz.
  2. Du geizt mit deinen Vorteilen: Irgendein Karrierecoach im Internet hat dir weiß gemacht, dass alle CVs, die länger als eine oder zwei Seiten sind, sofort aussortiert werden? Blödsinn! Du kannst was – dann zeig es auch (aber bitte nicht übertreiben, wie oben bereits beschrieben).

Egal ob deutscher oder englischer CV und Cover Letter, fehlerfrei müssen die Bewerbungsunterlagen auf jeden Fall sein. Lass deshalb einen Freund die Bewerbungsunterlagen vorher durchlesen oder beauftrage ein professionelles Lektorat.

LinkedIn Profil aktualisieren

Du kannst heutzutage sicher sein, dass sich der ein oder andere Personaler dein LinkedIn Profil mal genauer anschaut. Was wird er dann sehen? Wenn dein Profil total eingestaubt ist und seit vier Jahren gar nicht mehr aktualisiert wurde, dann lass uns dir sagen, dass dies keinen guten Eindruck macht. In den meisten Berufen gehört Netzwerken einfach dazu. Ein gut optimiertes LinkedIn Profil erhöht zudem deine Glaubwürdigkeit. Sorg also dafür, dass dein LinkedIn Profil folgendes beachtet:

  • ein professionelles Profilfoto (vorzugsweise ein Profilbild mit einfachem Hintergrund)
  • einen aussagekräftigen Profilslogan (z.B. „Senior Key Account Manager in IT Sales Distribution“)
  • eine kurze Zusammenfassung (die Betonung liegt auf Zusammenfassung und keinem Roman!)
  • ist auf dem neuesten Stand 
  • ist Keyword optimiert (In der Stellenanzeige wird zum Beispiel angegeben, dass der Umgang mit einer bestimmten Software wünschenswert wäre – Super, wenn du dies unter deinen
  • Erfolge gehen nicht unter („Assistenz bei einem Projekt“ hört sich nicht so gut an wie „Aktive Beteilung bei einer 30 prozentigen Umsatzsteigerung durch Projekt X)
  • enthält alle Stationen deiner Ausbildung und beruflichen Weiterbildungen

Hilfe beim Optimieren des LinkedIn Profils? Hier entlang!

Referenzen vorbereiten

Manchmal ist es etwas unangenehm Kollegen zu kontaktieren, die man mehrere Jahre nicht gesehen oder gehört hat. Referenzen gehören aber zur Jobsuche dazu. Damit du nicht irgendjemanden Last Minute kontaktieren musst, sorge vorab dafür, dass du auf gewisse Personen zählen kannst. Psssst: Es muss nicht immer, der Chef sein, der die Referenz gibt. Leider ist dies aber ein weit verbreiteter Irrglaube. Wer mit dem direkten Chef sowieso kaum Kontakt während des Jobs hatte, kann natürlich auch einen Vorgesetzten oder Manager als Referenz wählen, der mehr über einen sagen kann.

Soziale Medien überprüfen

Bevor es an überhaupt an die Jobsuche geht, solltest du dich kurz selbst suchen. Was sieht ein potenzieller Arbeitgeber? Wer aktiv auf den sozialen Medien unterwegs ist und dies nicht professionell macht, sollte seine Profil nicht öffentlich halten. Es geht keinen Arbeitgeber an, wo du letztes Wochenende gefeiert hast. Wer seine sozialen Kanäle dafür verwendet mit Personen aus seiner Branche in Kontakt zu treten (z.B. als Designer über Instagram) kann damit durchaus beim Arbeitgeber punkten.

Diversifiziere deine Suche

Auch wenn Jobbörsen für die meisten die erste Anlaufstelle sind, sollte eine Jobsuche sich auf möglichst viele verschiedenen Kanäle beziehen. Hierzu gehören:

  • Jobbörsen und Nischen-Jobbörsen: Meistens die erste Anlaufstelle für Jobs. Auch wenn die Konkurrenz hier oftmals am größten ist,
  • Unternehmens-Karriereseiten: Wer eine bestimmte Firma ins Auge gefasst hat, kann natürlich direkt auf deren Webseite nach aktuellen Jobs suchen. Meist wird hier am schnellsten inseriert.
  • Netzwerken: Mit Vetternwirtschaft hat Netzwerken wenig zu tun. Wer jemanden kennt, der einen guten Job machen würde, der empfiehlt diese Person natürlich auch weiter. Scheue dich nicht im Bekanntenkreis nachzufragen, ob jemand weiß, welches Unternehmen aktuell nach Mitarbeitern sucht.
  • Personalvermittler: Manche Unternehmen haben ihre Personalabteilung ausgelagert und stellen nur über Personalagenturen ein. Vernetze dich mit Personalern aus deiner Branche.
  • Initiativbewerbung: Einfach so bei einer Firma sich bewerben und hoffen eine Stelle ist frei? Initiativbewerbungen können öfter mal ins Leere gehen. Wenn aber tatsächlich kurzfristig ein Job offen ist, bist du der Konkurrenz somit einen Schritt voraus.

Strategie und Planung

Wer in seinem jetzigen Job total eingespannt ist, findet nur schwer die Zeit für eine ausgiebige neue Jobsuche. Mache dir deshalb einen Plan. Eine Excel-Liste eignet sich hierfür am besten. Schreib dir auf wann du dich für welche Stellenausschreibung (oder initiativ) beworben hast.

Ruft ein Unternehmen an und fragt dich nach einem Interview, weißt du somit, um welchen Job es sich handelt. Wir wissen wie einfach es ist sich bei sowas ganz schnell zu verzetteln!

Um als erster die neuesten Jobs zu erhalten, kann man sich bei vielen Jobbörsen auch für deren Newsletter anmelden oder erhält eine Nachricht, wenn ein bestimmter Job inseriert wurde.

Es gibt tatsächlich die beste Zeit im Jahr sich für einen Job zu bewerben. Januar ist demnach am besten und im berühmten Sommerloch ist meist nicht viel los. Aber wenn ein guter Job inseriert wurde, sollte man natürlich reagieren. Karriere-Experten wollen herausgefunden haben, dass Montage sich besonders für die Jobsuche eignen. Meist sind alle dann gut erholt vom Wochenende mit ihrer Arbeit beschäftigt. Freitags lässt die Konzentration nach und Bewerbungen sollen nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt werden. Diese Information sollte aber natürlich mit einer Prise Salz genommen werden.

Vorstellungsgespräch vorbereiten

Direkt nach der Suche sollte man auch schon in die Startlöcher gehen. Einige Unternehmen sind dafür berüchtigt spontane Telefoninterviews mit den ersten Kandidaten zu machen. Wer plötzlich angerufen wird, steht manchmal unter Schock. Ein Interview? Was? Jetzt gleich? Urgghhhs und Stotter!

Erstelle dir deshalb einen Spickzettel, welchen du in deinem Smartphone abspeichern kannst. Beantworte die folgenden Fragen:

  • Stellen Sie sich doch kurz vor! (Tipp: Elevator Pitch)
  • Warum interessieren Sie sich für diese Position?
  • Was wissen Sie über unser Unternehmen?
  • Was sind Ihre Stärken und Schwächen?

Alleine die Vorbereitung auf diese Fragen, kann die Angst vor einem spontanen Telefoninterview nehmen. Wer sich dennoch davor gruselt, kann sich unsere Tipps zum Thema Telefonphobie durchlesen.

Hat man das erste Telefongespräch gemeistert geht es in die nächste Runde. Juhuuu! Man hat Interesse an dir. Dies sagt schon viel aus. Bereite dich deshalb ausgiebig auf ein Vorstellungsgespräch vor:

Dankschreiben nach dem Vorstellungsgespräch

Dies hat nichts mit schleimen zu tun. Immerhin hat man sich für dich Zeit genommen. Eine kurze Email nach dem Vorstellungsgespräch ist super, um in Erinnerung zu bleiben. Zusätzlich kann man noch Punkte einbringen, die vielleicht vergessen wurden oder diese Punkte noch einmal kurz betonen. Wichtig hierbei: Denke immer an den Mehrwert für das Unternehmen.

Marktwert bestimmen und Gehalt verhandeln

Faaaast am Ziel! Arbeitgeber gehen davon aus, dass man das erste angebotene Gehalt verhandeln. Recherchiere deshalb deinen Marktwert. Wer sich bei einer größeren Firma bewirbt, hat gute Chancen, dass jemand sein Gehalt auf einem Arbeitbegerbewertungsportal, wie zum Beispiel bei Glassdoor, bereits veröffentlicht hat. Keine Ahnung wie man verhandelt und seinen Marktwert bestimmt? Hier entlang!