Bewerben im Ausland: Mit System zum Job im Ausland

Die einen haben das Glück und werden als Expats von ihrer Firma ins Ausland geschickt und dies beinhaltet meistens sogar die Fahrt- und Umzugskosten sowie einen Bonus zum Einrichten im neuen Land. Andere hingegen träumen seit Jahren von einer Auswanderung, allerdings hackt es oftmals an der Umsetzung, dem notwendigen Startkapital oder dem langersehnten Jobangebot im Traumland. Wer es ernst mit seiner Auswanderung meint und schon verzweifelt von der Jobsuche im Ausland ist, der braucht einen Punkt-für-Punkt Plan, um ein entsprechendes Jobangebot und somit seine Zukunft zu sichern.

Vor Abflug bewerben – was sollte man bedenken

Generell ist es viel einfacher sich auf einen Job im Ausland zu bewerben, wenn man sich bereits im Wunschland befindet. Jedoch kann man schon vor dem Umzug mit den Bewerbungen anfangen. Früher als drei Monate sollte man dies allerdings nicht tun, da die meisten ausländischen Unternehmen nicht so lange im Voraus planen. In der Bewerbung sollte deutlich darauf hingewiesen werden ab wann Sie verfügbar sind, zudem können Sie dem Unternehmen entgegenkommen und ein Skype-Vorstellungsgespräch vorschlagen.

Stellenanzeigen in spezialisierten Jobbörsen eignen sich hierfür am besten: Fachkräfte werden immer gesucht. Sollte auch eine bestimmte Sprache für einen Job gefordert werden, können Sie sich bessere Chancen für den Job einräumen, wenn Sie bereits eine Auswanderung in das entsprechende Land planen. Wer eine Orientierungsreise in Auswanderungsziel planen, sollten Sie diese ebenso mit möglichen Vorstellungsgesprächen verbinden.

Vor der Kündigung des aktuellen Jobs: Referenzen einholen

Auch wenn Sie Ihrem Chef nicht sagen möchten, dass Sie vorhaben auszuwandern oder sich bereits nach einem neuen Job umschauen, können Sie Ihr LinkedIn Profil dazu verwenden Referenzen einzuholen. Zum einen können Sie Ihre Kollegen bitten Ihre Kenntnisse auf LinkedIn zu bestätigen und zum anderen können Sie nach direkten Referenzen fragen. Referenzen sind im Ausland besonders wichtig, da man Ihren Ausbildungsstandard nicht kennt und gerne sichergehen möchte, ob Sie auch die richtige Person für den Job sind.

Ein Jobwechsel zwischen zwei Länder kann ganz schön stressig sein. Mit einem Bein steht man noch im alten Leben und Job und mit dem anderen schon im Traumland – ohne Job – und dies kann viele überfordern. Auf der einen Seite braucht man das Einkommen, um seine Auswanderung zu finanzieren, auf der anderen Seite braucht man mehr Zeit, um sich ausgiebig um diese und die Bewerbung im Ausland zu kümmern. Eine gut geplante Auswanderung minimiert die Risiken und Probleme im Zielland.

Vor Ort hat man die besseren Chancen

Im Zielland selbst ist die Jobsuche um einiges leichter. Die direkte Kommunikation mit den Unternehmen fällt leichter und man kann besser netzwerken. Eine ausländische Adresse auf den Bewerbungsunterlagen kann in einigen Fällen dazu führen, dass Sie sofort aussortiert werden, da man befürchten kann, dass man Ihren Umzug finanzieren und sich um Ihre Visumsangelegenheiten kümmern muss, falls man Sie einstellt. Sobald Sie also eine feste Adresse in Ihrer neuen Heimat haben, sollten Sie auch diese Adresse auf Ihren Bewerbungsunterlagen verwenden.

Richtig positionieren

Das Bewerben im Ausland läuft in den meisten Fällen genauso ab wie in Deutschland, jedoch muss man wissen, wie man sich richtig positioniert. Bewerbungen werden meistens von Computerprogrammen ausgefiltert. Der nächste Schritt ist das sogenannte „Scanning“. Ein Personaler überfliegt die Bewerbung auf die Anforderungen und die damit verbundenen Buzz-Wörter und Firmennamen. Findet der Personaler in den ersten 10-15 Sekunden beim Überfliegen nicht nach dem was gesucht ist, geht er meistens zur nächsten Bewerbung über. Daher ist es äußerst wichtig zu wissen, wie man sich richtig positioniert. Falsche Übersetzungen oder zu allgemein gehaltenen Bewerbungsunterlagen können hier fatal sein.

Veraltete Berufsbezeichnungen wie „Mitarbeiter“ oder „Sachbearbeiterin“ sagen im Grunde nichts aus und können alles oder nichts bedeuten. Ein Personaler, der nach einem Projekt Assistenten sucht, wird niemanden einstellen, der seinen letzte Position mit „Employee“ betitelt, auch wenn man langjährige Erfahrung im Projekt Management hat.

Bei der Erstellung Ihrer englischen Bewerbung müssen Sie sich klar machen, dass der Personaler Sie und Ihre Umstände nicht kennt. Dies ist natürlich selbstverständlich, aber viele Bewerber haben diesen Aspekt nicht im Hintergrund, wenn Sie sich bewerben . So kommt es vor, dass Bewerber zum Beispiel unzählige Abkürzungen verwenden, die nur im alten Unternehmen verwendet wurden, aber für die Außenwelt absolut unbrauchbar sind.

Ein Netzwerk aufbauen

Wer neu in einem Land ist kennt entweder niemanden oder nur eine handvoll von Leuten, dabei ist ein weitreichendes Netzwerk meistens der Schlüssel zu einem Jobangebot. Wer sich nur auf Stellenanzeigen beschränkt hat keine guten Chancen schnell einen Job zu finden. Besonders wenn man in den allgemeinen Jobbörsen sucht, die jeder kennt und dadurch nur schnell in der Masse untergehen. Hinzukommt, dass ca. 70-80% der Stellen nicht inseriert werden, sondern durch bestehende Kontakte von Mitarbeitern oder durch eingehende Initiativbewerbungen vermittelt werden. Wenn Sie sich also nur auf Stellenanzeigen beschränken, entgehen Ihnen viele Jobs, die sich im sogenannten „Hidden Job Market“ befinden.

Im Ausland Networking zu betreiben, verlangt manchmal ganz schön viel Mut. Seien Sie aber offen und kommunizieren Sie, dass Sie gerade neu im Land angekommen sind und jetzt auf Jobsuche sind. Dies sollte natürlich nicht bedeuten, dass Sie Leute anbetteln sollen, denn dies wirkt nur verzweifelt. Freundliche Menschen bieten meistens von sich aus ihre Hilfe an oder kommen zu einem späteren Zeitpunkt auf Sie zurück. Wer sich eine bestimmte Firma ausgesucht hat bei der er arbeiten möchte, kann die Initiative ergreifen und versuchen Mitarbeiter kennenzulernen. Mitarbeiter einer bestimmten Firma kann man einfach über LinkedIn kontaktieren und auf einen Kaffee einladen.

Alle Möglichkeiten ausschöpfen

Wer nur auf die richtige Stellenanzeige wartet, ist selbst schuld. Warten Sie nicht, sondern schöpfen Sie alle Möglichkeiten der Jobsuche aus. Recherchieren Sie, ob es eine Messe zu Ihrer Branche im Zielland gibt und knüpfen Sie dort direkt Kontakt mit Firmenvertretern. Initiativbewerbungen können zudem auch eine gute Idee sein, wenn ein Unternehmen momentan keine offenen Stellen hat. Klappt es auch nach monatelanger Suche nicht mit den Bewerbungen und der Jobsuche, dann kann es sich lohnen einen Career Coach zu engagieren, der Ihre individuelle Situation betrachtet und Ihnen bei Ihren Bewerbungen zur Seite steht.

Bewerben im Ausland: Mit System zum Job im Ausland