Wohin Auswandern: Welches Land passt zu mir?

Wer auswandern möchte oder nur einen Tapetenwechsel braucht, aber nicht weiß wohin, kann diesen Artikel als Wegweiser nutzen. Bei der Wahl des für sich passenden Landes sollten vorab möglichst alle fünf Punkte geklärt werden.

1. Land, Stadt oder Vorort

Wo möchte man leben? Bevor man die Länderfrage beantwortet, sollte abgeklärt werden, ob man sich auf dem Land, in der Stadt oder in einem Vorort am wohlsten fühlt. Wer den Lebensabend in einem einsamen Haus am Meer verbringe möchte, muss zum Beispiel bedenken, dass es in einer kleinen Stadt oder auf dem Land nur sehr begrenzte Arbeitsmöglichkeiten gibt. Zudem kann es in sehr ländlichen Gebieten vorkommen, dass die Praxis des nächsten Arztes erst im Nachbarort liegt.

Wer als Selbstständiger oder Digitaler Nomade von überall auf der Welt arbeiten kann, der kann nach der eigenen Präferenz gehen. Arbeitnehmer hingegen müssen ihre Wohnsituation an den Arbeitsplatz anpassen. Deutschland ist sehr gut vernetzt und man kommt mit dem Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln schnell von seinem Haus im Grünen zu seinem Job in der Großstadt. Diesen Luxus gibt es allerdings nicht in allen Ländern und man muss sich die Frage stellen, ob man lieber in einem großen Haus im Grünen oder einer schicken Mietwohnung in der City lebt.

2. Klima und / oder Lebensqualität

Viele Menschen wandern aufgrund des schlechten Wetters in Mitteleuropa aus. Doch besseres Wetter bedeutet nicht immer, dass sich somit auch die Lebensqualität verbessert. Jeder sollte selbst entscheiden, ob er das ganze Jahr Sonne, vier Jahreszeiten oder ein milderes Klima benötigt, um sich wohl zu fühlen. Skandinavische oder andere nördliche Länder haben im Winter nicht nur mit extremer Kälte zu kämpfen, sondern auch mit sehr wenigen Sonnenstunden, was sich wiederum in einem Vitamin D Mangel bemerkbar machen kann. Aber nicht nur im Norden muss man sich für einige Monate im Jahr zu Hause verstecken. In Ländern wie den Vereinigten Arabischen Emiraten steigen die Temperaturen im Sommer nicht selten auf 48 Grad Celsius. Dies kann bedeuten, dass man lediglich von einem klimatisierten Gebäude zum nächsten sprintet. Auch Südostasien kann im Sommer unerträglich heiß werden und zudem kann die hohe Luftfeuchtigkeit vor allem für ältere Menschen unangenehm werden. Für die meisten Europäer ist das Klima in Südeuropa daher am angenehmsten.

3. Gute Infrastruktur oder niedrige Lebensunterhaltungskosten

Ein Krankenhaus in der Nähe, gute befahrbare Straßen, sauberes Wasser und eine gute Internetverbindung sind nicht in allen Ländern selbstverständlich. Wem eine schlechte Infrastruktur nichts ausmacht, der kann im Schnitt mit deutlich niedrigeren Lebensunterhaltungskosten rechnen. Wer nicht viel braucht, um glücklich zu sein, kann deshalb auch abseits von Metropolen und stark vernetzten Städten leben

4. Arbeitsmöglichkeiten und Wirtschaftslage

Die globale Finanzkrise hat 2008 die ganze Welt erschüttert und bis heute ihre Spuren hinterlassen. Selbst Fachkräfte müssen sich vorher gründlich erkundigen, ob ihre Qualifikationen im Ausland anerkannt werden und welche Arbeitsmöglichkeiten es gibt. Wer in der Tourismus- oder Hotelindustrie arbeiten möchte, muss bedenken, dass es während der Hauptsaison viel mehr offene Stellen gibt als in der Nebensaison.

5. Politische Lage

Eine gute Infrastruktur oder ein tolles Klima bringen einem nichts, wenn man sich in dem neuen Land nicht wohlfühlt. Länder, die in gefährlichen Regionen liegen, sollten möglichst gemieden werden, wenn man Land und Leute überhaupt nicht kennt. Natürlich kann es auch passieren, dass es zu Ausschreitungen in einem relativ sicheren Land kommt, deshalb sollte jeder Auswanderer sich eine Exit-Strategie überlegen falls es brenzlig wird.

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